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Kultur

Documenta braucht mehr Geld

Die Weltkunstschau Documenta in Kassel ist auch ein Wirtschaftsunternehmen. Die Hälfte ihres Budgets von 34 Millionen Euro muss sie selbst einnehmen. "Nicht tragfähig", meint die Geschäftsführung.

Das Budget der Documenta ist seit ihrer ersten Ausgabe 1955 gestiegen. Das hat natürlich auch mit der Globalisierung zu tun: Die Künstler kommen aus der ganzen Welt angereist, um in Kassel - oder wie in diesem Jahr erstmals in Athen - ihre Werke aufzubauen und auszustellen. Aber nicht nur die Kosten sind gestiegen, auch die Zahl der Besucher, die sich das Kunstevent nicht entgehen lassen wollen, ist in die Höhe geschnellt. 1977 kamen noch knapp 380.000 Kunstinteressierte, 2012 waren es 860.000. 2017 sollen es eine Million werden. Die Zahlen sind wichtig, denn die Documenta muss sich zur Hälfte selbst finanzieren. Kosten in Höhe von 34 Millionen Euro werden für die fünf Jahre der Vorbereitung plus Ausstellung in Kassel und Athen veranschlagt.

Unterstützung von Bund, Land, Stadt - und den Besuchern

Von wem kommt dieses Geld? Das Land Hessen und die Stadt Kassel zahlen den Löwenanteil, außerdem leistet die Kulturstiftung des Bundes einen Zuschuss. Die andere Hälfte, rund 17 Millionen Euro, müssen über Eintrittsgelder, Kataloge oder Führungen erwirtschaftet werden. Das sei "auf Dauer nicht tragbar", sagt Annette Kulenkampff, die neue Geschäftsführerin der documenta in Kassel.

Team der documenta 14 (picture-alliance/dpa/U. Zucchi)

Team der documenta 14 mit Annette Kulenkampff (3. von links)

Die hohen Kosten ergeben sich auch daraus, dass viele Kunstwerke für die Ausstellung neu produziert werden. Diese verblieben laut Kulenkampff in dem meisten Fällen im Besitz der Künstler - er kann damit anfangen, was er will. Warum sich Kulenkampff Sorgen macht, ist allerdings nicht ganz nachvollziehbar. Die d13 vor fünf Jahren konnte sogar mit einem Überschuss abschließen. Das hohe Besucheraufkommen ist natürlich nicht im Voraus garantiert, deshalb fordert die Geschäftsführerin mehr öffentliche Zuwendungen. Als Begründung zitiert sie die Förderung saisonaler Festspiele wie das von Bad Hersfeld, das pro Jahr einen Zuschuss von rund sechs Millionen erhält, in fünf Jahren also deutlich mehr bekommt als die documenta. Da bildende Künstler inzwischen vielfach technisch und personell anspruchsvolle Performances oder Filme realisieren, habe sich der Bedarf erhöht. In Athen sind außerdem viele Ausstellungsorte kostenfrei zugänglich. In Kassel kostet ein Tagesticket 22 Euro, zwei Tage sind für 38 Euro zu haben. Die d14 startet am 8. April in Athen, am 10. Juni öffnet sie ihre Pforten für das Publikum in Kassel.

so/suc (dpa, www.documenta14.de)

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