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Kultur

documenta 14 findet auch in Athen statt

Fast 70 Jahre lang fand die Weltkunstausstellung documenta in Kassel statt. Das soll sich jetzt ändern: Die griechische Hauptstadt wird gleichberechtigter Ausstellungsort. Die nächste Kunstschau startet 2017 in Athen.

"Von Athen lernen" – so lautet der Arbeitstitel der kommenden Weltkunstausstellung documenta 14. Denn die griechische Hauptstadt wird bei der nächsten Kunstschau nicht nur thematisch eine Rolle spielen. Zum ersten Mal in der Geschichte der documenta wird es mit Athen einen zweiten festen Ausstellungsort neben Kassel geben.

In der documenta 14 solle die Spannung zwischen dem Norden und dem Süden greifbar werden, erklärte der künstlerische Leiter Adam Szymczyk das neue Konzept. Mit Athen wähle die Ausstellung eine Stadt, die ein besonderer Schauplatz der anhaltenden ökonomischen Krise Europas sei: "Die Stadt verkörpert die wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Ausweglosigkeiten, mit denen sich Europa heute konfrontiert sieht", so der documenta-Chef.

Zeit für einen Blickwechsel

Adam Szymczyk Documenta 14 22.11.2013

Adam Szymczyk stellte in Kassel sein wegweisendes Projekt vor

Für Adam Szymczyk geht es vor allem darum herauszufinden, wie Solidarität und Überlebensmechanismen in der Krise helfen. Athen stehe heute beispielhaft für die aktuellen Probleme, die über die griechische Krise hinausgehen, betonte er. Eine ähnliche Rolle schreibt der polnische dokumenta-Chef der Stadt Kassel im Gründungsjahr der Kunstausstellung zu: 1955 habe die Stadt für die Notwendigkeit gestanden, mit dem Trauma der Zerstörung umzugehen und gleichzeitig als strategisch bedeutsamer Ort im beginnenden Kalten Krieg zu dienen, sagte der 44-Jährige. Doch heute sei es Zeit für einen "Blickwechsel".

Parallele Veranstaltungen in Athen und Kassel

Die Künstler sollen sowohl in Kassel als auch in Athen tätig sein. Eröffnet wird die Kunstausstellung im April 2017 in Athen. Zwei Monate später, am 10. Juni, startet sie in Kassel. So sei gewährleistet, dass es einen Monat gebe, in dem beide Teile der Ausstellung parallel stattfänden, erklärte Szymczyk.

Die documenta ist weltweit die bedeutendste Ausstellungsreihe für zeitgenössische Kunst. Sie findet alle fünf Jahre statt und dauert jeweils 100 Tage. Im vergangenen Jahr besuchten rund 750.000 Menschen die Ausstellung, die von über 100 Künstlern aus 43 Ländern gestaltet wurde.

sd/ suc (epd/ HNA)