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Wirtschaft

Dobrindt mit neuen Vorwürfen gegen Audi

Die VW-Tochter Audi hat nach Worten des deutschen Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt auch eine unzulässige Abgas-Software in Deutschland verwendet. Die Modelle sollen laut Medienberichten zurückgerufen werden.

Neckarsulm Audi A8 Produktion (Getty Images/AFP/T. Kienzle)

Möglicherweise betroffen: Modelle des Audi A8

Audi steht einem Medienbericht zufolge im Verdacht der Abgasmanipulation. Die "Bild"-Zeitung berichtete, dass etwa 25.000 Autos mit Euro-5-Norm betroffen seien. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt habe die Volkswagen-Tochter zu einem kompletten Rückruf der betroffenen Modelle verpflichtet und verlange bis zum 12. Juni ein Konzept zur Umrüstung der Fahrzeuge.

VW-Chef Matthias Müller sei ins Verkehrsministerium einbestellt worden. Laut der Deutschen Presseagentur seien Dobrindts Ministerium am Mittwoch Auffälligkeiten bei Modellen Audi A8 und A7 mit V6- und V8-Dieselmotoren bekannt geworden. Es handele sich um Fahrzeuge der Baujahre 2009 bis 2013. Die "Bild"-Zeitung berichtet wiederum von zwei Modellen des Oberklassewagens A8.

Rund die Hälfte in Deutschland

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bei VW (picture-alliance/dpa/K. Nietfeld)

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt

Bisher war Audi in Deutschland keine illegale Abschalteinrichtung nachgewiesen worden. Audi teilte auf Anfrage mit: "Wir arbeiten mit den Behörden zusammen." Aus Konzernkreisen verlautete, die VW-Tochter habe seit einem halben Jahr alle Motoren durchgemessen und bei bestimmten Fahrsituationen erhöhte Stickoxid-Werte festgestellt. Dies habe Audi dem Kraftfahrtbundesamt umgehend mitgeteilt und bereits an einer Lösung gearbeitet.

Rund die Hälfte der betroffenen Autos seien in Deutschland verkauft worden, der Rest vorwiegend im europäischen Ausland, berichtete die "Bild"-Zeitung. Die Software habe laut Dobrindt bewirkt, dass erkannt wurde, wenn das Auto auf einem Prüfstand war - dann wurden die Abgas-Reinigungssysteme angeschaltet. Audi und VW hatten bereits in einem milliardenschweren Vergleich mit dem US-Justizministerium eingeräumt, dass sie in den USA rund 83. 000 Autos mit Audi-Dieselmotoren und einer dort illegalen Software verkauft hatten, die niedrigere Abgaswerte angibt. Die Diesel-Verfahren hatten Audi im vergangenen Jahr 1,86 Milliarden Euro gekostet.

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 Audi-Chef Rupert Stadler sagte bei der Jahrespressekonferenz im März diesen Jahres: "Als Konsequenz aus der Diesel-Affäre stellen wir bei Audi alles auf den Prüfstand." Die Aufarbeitung sei "noch lange nicht abgeschlossen". Aber sein Unternehmen tue alles, "dass so etwas wie die Diesel-Affäre bei uns nie wieder passiert".

Wer war alles beteiligt?

Während der Jahrespressekonferenz von Audi hatten mehr als 100 Polizisten und Staatsanwälte die Zentrale des Autobauers, weitere Standorte und Wohnungen von Mitarbeitern durchsucht. Die Staatsanwaltschaft hatte "ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung" eingeleitet. Mit den Aktionen soll geklärt werden, wer an der Verwendung der manipulierten Abgas-Software und an Falschangaben beteiligt gewesen sei.

Dobrindt hatte kurz nach Beginn des VW-Abgasskandals im September 2015 die "Untersuchungskommission Volkswagen" eingesetzt. Bestehend aus Fachleuten des Bundesverkehrsministeriums, des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) sowie wissenschaftlicher Begleitung durch den Münchner Professor Georg Wachtmeister bewertete sie zum einen die Auswirkungen des VW-Abgasskandals. Zum anderen sollte sie prüfen, ob auch für Diesel-Fahrzeuge anderer Hersteller unzulässige sogenannte Abgas-Abschalteinrichtungen verwendet wurden.

nm/uh (dpa, rtr)