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Wirtschaft

Dividendenausfall schockiert RWE-Anleger

Der ungebremste Verfall der Strompreise im Großhandel hat den Energiekonzern im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerissen. Als Folge will der Vorstand nun die Dividende fast vollständig streichen.

Die RWE-Aktie rauschte am Mittwoch zehn Prozent in den Keller, nachdem der Versorger für 2015 einen Nettoverlust von 200 Millionen Euro bekannt gegeben hatte. Ursache hierfür waren vor allem Wertberichtigungen auf Kohle- und Gaskraftwerke in Höhe von 2,1 Milliarden Euro. Lediglich die Inhaber von Vorzugsaktien erhalten eine Dividende von 13 Cent je Anteilsschein. Der Großteil der Anleger geht leer aus, nachdem sie im Jahr zuvor noch einen Euro pro Papier bekommen hatten. Die Entscheidung sei notwendig, um das Unternehmen zu stärken, sagte Konzernchef Peter Terium.

Der Vorschlag in Sachen Dividende dürfte auch die Kommunen hart treffen, die knapp 24 Prozent an dem Versorger halten und in den vergangenen Jahren mit den Gewinnbeteiligungen ihre klammen Kassen entlastet hatten. RWE hat nach eigenen Angaben lediglich 39 Millionen Vorzugsaktien, gegenüber 575,5 Millionen Stammaktien, für die es diesmal gar nichts gibt. "Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Perspektiven in der konventionellen Stromerzeugung haben wir heute eine Dividendenentscheidung getroffen, die uns nicht leicht fällt", begründete Terium den Schritt.

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Der Kohle-Wahnsinn - die Schattenseite der deutschen Energiewende (08.12.2015)

Schlechte Aussichten für 2016

Der RWE-Chef hatte auch für das laufende Geschäftsjahr keine gute Nachrichten. Das Betriebsergebnis werde 2016 bei 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro liegen, nachdem es bereits 2015 auf 3,8 von zuvor rund vier Milliarden geschrumpft ist. Terium will unter anderem mit Kostensenkungen gegenhalten. Bis 2018 solle das laufende Programm Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro bringen, nachdem bislang bis 2017 zwei Milliarden eingeplant waren.

Terium will noch in diesem Jahr das Geschäft mit Ökostrom, Netzen und dem Vertrieb abspalten und zehn Prozent an die Börse bringen. Damit will er neue Investoren gewinnen. Die großen Versorger kämpfen mit dem Verfall der Strom-Großhandelspreise. Der Konkurrent Eon hatte in den ersten neun Monaten fast elf Milliarden Euro auf Kraftwerke und sein Öl- und Gasgeschäft abgeschrieben und einen Nettoverlust von 6,1 Milliarden Euro eingefahren. Eon und RWE legen ihre Bilanzen im März vor.

ul/zdh (rtr, dpa)

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