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Kultur

Dirigent Riccardo Muti tritt zurück

Roms Oper muss sich nach einem neuen Dirigenten umsehen. Er sehe keine Grundlage mehr für eine erfolgreiche und ruhige Arbeit an dem Theater, erklärte Riccardo Muti in einem Brief an das Opernhaus.

Die Situation im Opernhaus erlaube Riccardo Muti nicht, mit jener Ruhe zu arbeiten, die für gute Aufführungen notwendig seien, schrieb der neapolitanische Dirigent in einem Brief an Carlo Fuortes, den Intendanten der "Opera di Roma", der am Montag (22.09.2014) auch in den italienischen Medien veröffentlicht wurde. In Zukunft wolle er sich stattdessen mehr um das von ihm gegründete Jugendorchester "Luigi Cherubini" kümmern, so der 73-Jährige weiter.

Somit wird Riccardo Muti die beiden Produktionen, die er in der Spielzeit 2014/15 leiten wollte, nicht übernehmen. Im November sollte er die Saison mit Verdis "Aida" eröffnen, im Mai und Juni 2015 stand "Figaros Hochzeit" von Wolfgang Amadeus Mozart auf seinem Terminkalender.

Operhaus durch Streiks lahmgelegt

Muti war Ehrendirigent auf Lebenszeit in Rom. "Nach langen und quälenden Überlegungen", so seine Worte, habe er sich aber dazu entschlossen, die Oper in Rom zu verlassen. Damit wolle er ein Signal an diejenigen senden, die die Arbeit an dem Opernhaus in letzter Zeit massiv behindert hätten. Das notorisch unterfinanzierte Opernhaus war in den vergangenen Monaten immer wieder von Streiks lahmgelegt worden. Italiens Kulturminister Dario Franceschini äußerte Bedauern über Mutis Entscheidung.

Dem italienischen Dirigenten wird Perfektion, Unerbittlichkeit und Strenge nachgesagt. Er leitete berühmte Orchester wie die Wiener Philharmoniker, das Philharmonia Orchestra London, das Philadelphia Orchestra oder das Chicago Symphony Orchestra, dirigierte bei den Salzburger Festspielen und stand fast 20 Jahre lang dem legendären Opernhaus "La Scala" in Mailand vor, bevor er dort im Jahr 2005 im Streit seine Tätigkeit beendete. Man hatte nicht den Intendanten seiner Wahl eingesetzt. In Rom arbeitete Riccardo Muti seit sechs Jahren als Musikdirektor, bevor er jetzt seinen Abschied bekanntgab.

suc/ rey (dpa)