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Musik

Dirigent Lorin Maazel tritt zurück

Eigentlich wollten die Münchner Philharmoniker ihren Chef in seiner letzten Saison noch einmal so richtig feiern. Doch daraus wird nichts. Lorin Maazel tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück.

Es war nur ein kurzes Gastspiel: Lorin Maazel gibt sein Amt als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker nach nur zwei Jahren auf. Der 84-Jährige sei aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, in seiner Verantwortung für das städtische Orchester der bayrischen Landeshauptstadt seinen Verpflichtungen nachzukommen und lege sein Amt vorzeitig nieder, teilte das Orchester heute mit. Die Genesung des Star-Dirigenten, der wegen Krankheit in letzter Zeit bereits einige Konzerte ausfallen ließ, zögere sich noch weiter hinaus. Bis zum Januar 2015 hat Lorin Maazel jetzt alle Dirigate in München und alle Tourneen abgesagt.

Lorin Maazel am 1. Januar 2005 als Geiger beim Wiener Neujahrskonzert (Foto: dpa - Bildfunk)

Vor zehn Jahren wollte Maazel mehr Zeit zum Komponieren haben

"Für die Münchner Philharmoniker war und ist Lorin Maazel ein Glücksfall", sagte Orchestervorstand Stephan Haack mit großem Verständnis für die Entscheidung Maazels. "Von seinem musikalischen Verständnis, seiner schlagtechnischen Präzision und seinem Umgang mit dem Orchester werden wir noch lange profitieren. Wir wünschen uns sehr, dass er wieder vollständig gesund wird und freuen uns jederzeit auf ein Wiedersehen."

Maazels Drei-Jahres-Vertrag war bewusst für eine Interimsperiode angelegt. Der betagte Maestro sollte wieder Ruhe in den Klangkörper bringen. In den Jahren davor berichteten die Medien über Auseinandersetzungen zwischen seinem Vorgänger Christian Thielemann und städtischen Kulturpolitikern um Entscheidungsgewalt im Orchester. Maazels Vertrag sollte 2015 auslaufen. Wer seine geplanten Konzerte jetzt übernehmen wird, ist noch unklar. Als neuer Chefdirigent tritt der russische Dirigent Waleri Gergijew Maazels Nachfolge spätestens im Sommer 2015 an. Gergijews Vertrag gilt dann für fünf Jahre.