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Wissen & Umwelt

+++ Direkt vor Ort: Erfolgreiche Rettung am Untersberg! +++

Es ist überstanden! Der schwerverletzte Johann Westhauser ist nach zwölf langen Tagen zurück am Tageslicht. Von vor Ort berichtete unsere Reporterin Judith Hartl. Hier können Sie das Geschehen noch einmal nachlesen.

Freitag, 20 Juni, 14 Uhr:

Höhlenforscher Johann Westhauser im Krankenhaus (Foto: Foto: Unfallklinik Murnau/dpa).

Fitter als gedacht - Johann Westhauser einen Tag nach seiner Rettung

Etwas sieht man ihm die Strapazen der letzten zwölf Tage schon an. Aber: Johann Westhauser hat heute schon die erste Videobotschaft aus dem Krankenhaus an all seine Retter gesendet.

Nach Angaben der Ärzte befindet er sich nach der Tortur der letzten zwölf Tagen in einem "hervorragenden Zustand". Eine Operation wird wohl nicht nötig sein. Bisher ist der Plan, dass nach einem zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt noch eine ein- bis zweimonatige Reha folgt - dann solle er "weitgehend wiederhergestellt" sein, so die Ärzte.

Wir freuen uns über die guten Nachrichten, wünschen eine schnelle Genesung, und sind gespannt, bald zu hören, wie Johann Westhauser die Rettung empfunden hat.

Mit diesem erfreulichen Happy End schließen wir nun auch diesen Blog ab.

Donnerstag, 19. Juni, 15 Uhr:

"Gänsehaut bei der Pressekonferenz im Berchtesgadener Feuerwehrhaus. Zum ersten Mal zeigten die Vertreter der Bergwacht große Gefühle: Heute sei ein 'Kapitel alpiner Rettungsgeschichte geschrieben worden', sagte Norbert Heiland sichtlich bewegt. 'Wir dachten, eine solche Rettung aus fast 1000 Meter Tiefe sei unmöglich, wir hatten anfangs unsere Zweifel'.

Diese Mammutaufgabe sei nun geschafft, dem Patienten gehe es den Umständen entsprechend gut. Mittlerweile sei Johann Westhauser per Helikopter wohlbehalten in der Klinik eingetroffen. Damit sei 'das wesentliche Ziel erreicht.' 'In welche Klinik?', fragt ein Journalist. 'In die Geheimhalte-Klinik', antwortet Norbert Heiland knapp. Damit hat er die Lacher auf seiner Seite.

Möglich war diese einzigartige Rettung jedoch nur dank der vielen Retter, sagt der Leiter der Schweizer Rettungsgruppe, Andy Scheurer. Er sieht müde aus: 'Es war ein prägendes Erlebnis, die Hauptarbeit haben die Retter gemacht, die in der Höhle geschuftet haben.' Sie hätten Höchstleistungen gezeigt, über 274 Stunden. Sogar die härtesten Kerle, sagt Scheurer, seien zwischendurch den Tränen nah gewesen. Auch der bayrische Innenminister Joachim Herrmann, der aus München angereist war, zeigte sich begeistert von dieser 'größten und längsten Rettungsaktion in der Geschichte der Bergwacht Bayern'. Doch nur mithilfe der internationalen Solidarität der Retter sei das möglich gewesen.'" (DW-Reporterin Judith Hartl, in Berchtesgaden)

Donnerstag, 19. Juni, 13:20 Uhr:

Mittlerweile gibt es schon erste Bilder vom geretteten Westhauser - wenn auch nur aus der Ferne:

Rettung aus Riesending-Schachthöhle geglückt (Foto: dpa)

Westhauser: Zurück aus dem Untergrund...

Rettung aus Riesending-Schachthöhle geglückt (Foto: dpa)

... und direkt ab in die Luft. Mit dem Helikopter geht es ins Krankenhaus.

Donnerstag, 19. Juni, 13 Uhr:

Johann Westhauser wurde nach der Rettung postwendend weggeflogen. Die Journalisten bleiben trotzdem noch vor Ort, denn um 13:30 Uhr findet eine abschließende Pressekonferenz statt, bei der die Bergwacht sicherlich einige neue Infos zur Rettung - und zum aktuellen Zustand Westhausers - rausgibt.

Hier einige Bilder vom dem Presselager am Untersberg, die uns unsere DW-Reporterin Judith Hartl hat zukommen lassen:

Rettungsaktion am Untersberg (Foto: DW/Judith Hartl).

Auch wenn sie überall präsent sind, die Helfer geben keine Auskunft

Rettungsaktion am Untersberg (Foto: DW/Judith Hartl).

Hier haben viele Journalisten die letzten zwei Tage gewartet. Denn viel näher kamen sie nicht: Der Höhleneingang war weiträumig abgesperrt.

Pressekonferenz der Bergwacht am Untersberg (Foto: DW/Judith Hartl).

Die Bergwacht hat für die Pressekonferenzen einen provisorischen Raum im Feuerwehrgerätehaus eingerichtet. Hier: Die Konferenz am Mittwoch, 18.6., um 14 Uhr. Da war die Rettung noch in vollem Gange.

Donnerstag, 19. Juni, 12:10 Uhr:

"Große Erleichterung! Johann Westhauser hat die Höhle verlassen!Mehr Informationen haben wir noch nicht. Aber schon alleine diese Nachricht macht froh! Elf ganze Tage verbrachte der Höhlenforscher in der Dunkelheit, schwerverletzt - wie schwer, wird sich bei den anstehenden Untersuchungen zeigen - jetzt ist er vorerst in Sicherheit." (DW-Reporterin Judith Hartl, in Berchtesgaden)

Donnerstag, 19. Juni, 11:50 Uhr:

ENDLICH! Da ist die Nachricht; auf die wir so lange gewartet haben:

Roland Ampenberger, Pressesprecher Bergwacht (Foto: DW)

Roland Ampenberger hält sich mit Zeitvorhersagen nun zurück

Donnerstag, 19. Juni, 10:20 Uhr:

"Keine Ahnung, weshalb die Bergwacht uns Journalisten gestern zum ersten Mal einen genaueren Zeitrahmen gegeben hat, wann Johann Westhauser die Höhle verlassen würde. Jetzt wird von Stunde zu Stunde verschoben...

Roland Ampenberger, Pressesprecher der Bergwacht in Berchtesgaden, versicherte uns aber, alles sei in Ordnung. Das Rettungsteam hätte aber entschieden, doch noch eine Pause einzulegen.

Und wo befinden sich Mannschaft und Patient, wollte ich wissen - etwa 100 Höhenmeter fehlen noch, gegen elf Uhr könnten sie da sein, so Ampenberger und fügt ein 'unter Vorbehalt' hinzu." (DW-Reporterin Judith Hartl, in Berchtesgaden)

Donnerstag, 19. Juni, 9:45 Uhr:

Die neueste Meldung von unserer DW-Reporterin Judith Hartl aus Berchtesgaden - es dauert noch etwas:

Donnerstag, 19. Juni, 8 Uhr:

"Die ganze Nacht hat sich nichts getan. Vermutlich waren die Retter doch sehr erschöpft. Die letzte Passage zum Ausgang hin ist - wie wir ja gestern erfahren hatten - noch einmal richtig knackig. Eng und verwinkelt geht es noch einmal 200 Meter senkrecht nach oben. Das Rettungsteam hat pausiert, um 5:30 Uhr ging es weiter, schrieb mir die Bergwacht Bayern in einer kurzen Meldung. Es dauert also noch ein bisschen, eine Stunde, vielleicht ein bisschen kürzer oder auch länger... wer weiß. Gestern machte der Sprecher der Bergwacht zum ersten Mal eine konkrete Zeitangabe. Und prompt kam etwas dazwischen." (DW-Reporterin Judith Hartl, in Berchtesgaden)

Untersberg Riesending Schachthöhle Rettung Bergrettung Camp außerhalb (Foto: Reuters).

Beim Höhleneingang ist das Camp errichtet, hier sind alle auf Westhausers Ankunft vorbereitet

Donnerstag, 19. Juni, 6 Uhr:

Guten Morgen aus Berchtesgaden, guten Morgen aus Bonn. Wir melden uns zurück, um von der Höhlenrettung von Johann Westhauser zu berichten. Nun könnte es jeden Moment so weit sein...

Donnerstag, 19. Juni, 00:25 Uhr:

Neueste Meldung aus Berchtesgaden: Das Ende der Rettungsaktion verschiebt sich nun doch noch etwas nach hinten. Denn nun ist erst mal Pause angesagt. Um 4 Uhr begibt sich der Rettungstrupp auf die letzten Meter, für die etwa drei Stunden eingeplant sind. Die Zeit nutzen auch wir für eine Pause, und melden uns morgen früh mit den neuesten Ereignissen zurück.

Mittwoch, 18. Juni, 23:00 Uhr:

"Was mit Johann Westhauser passiert, wenn er aus der Höhle kommt? Erst einmal wird er von den Ärzten untersucht, dafür wurde ein mobiles Labor auf den Berg gebracht. Danach geht es per Helikopter ins Krankenhaus.

In welches? Wissen wir nicht, wird den Journalisten nicht verraten, sonst lauern sie dort schon, wenn der Heli kommt. Die Bergwacht hat in den letzten Tagen leider nicht nur gute Erfahrungen mit uns Journalisten gemacht. Deswegen sind alle sehr vorsichtig und zurückhaltend mit bestimmten Informationen." (DW-Reporterin Judith Hartl, in Berchtesgaden)

Mittwoch, 18. Juni, 22:50 Uhr:

"Wir warten, dass endlich die Meldung der Bergrettung per SMS eintrifft: 'Westhauser hat die Höhle verlassen.' Das kann bald sein - so gegen Mitternacht - aber auch um vier Uhr morgens. Also Geduld. Wenigstens sind die Kollegen der ARD so nett und lassen mich im Übertragungswagen ein bisschen Fußball schauen." (DW-Reporterin Judith Hartl, in Berchtesgaden)

Mittwoch, 18. Juni, 20 Uhr:

Die letzte Etappe steht den Helfern und Westhauser nun bevor. Dann ist er - wenn hoffentlich auch hierbei alles so glatt wie bisher verläuft - zwischen 22 Uhr und den frühen Morgenstunden wieder am Tageslicht. Wobei man zu dieser Zeit wohl kaum von Tageslicht sprechen kann. Die frische Luft sollte nach elf Tagen in einer Höhle aber mindestens genauso guttun.

Riesending-Schachthöhle Rettungsaktion 18.06.2014

Noch heute Nacht soll die Rettung erfolgreich beendet werden!

Bei der anstehenden Schacht-Passage geht es quasi senkrecht nach oben. Mittels Pendelzugverfahren - bei der die Helfer ihr Eigengewicht zum Hochziehen nutzen - müssen sie Westhauser auf der Trage, samt seinem Arzt (eine medizinische Begleitung hat er nämlich immer an seiner Seite!), hinauf hieven. 180 Meter gilt es zu heben, bevor eine kurze Verschnaufpause eingeplant ist. Denn danach müssen ein allerletztes Mal alle Kräfte für den letzten Schacht mobilisiert werden.

Insgesamt muss der Trupp noch 300 Meter zum Höhleneingang zurücklegen, so die bayrische Bergwacht. Und das sollen sie - wie schon erwähnt - sehr bald geschafft haben. Wir bleiben dran.

Mittwoch, 18. Juni, 19:25 Uhr:

"Die meisten Rettungskräfte, die ich hier treffe, kommen aus Italien - weil es dort so viele Höhlen gibt, haben sie mir erklärt. Gleiches gilt für Kroatien. Auch dort gibt es jede Menge Höhlen und entsprechend viele Speläologen, wie Höhlenforscher wissenschaftlich heißen. Reden dürfen die Einsatzkräfte mit uns Journalisten nicht. Sie haben einen Maulkorb um - geben keinerlei Informationen heraus und mögen es nicht einmal, fotografiert zu werden. Ich kann das verstehen." (DW-Reporterin Judith Hartl, in Berchtesgaden)

Mittwoch, 18. Juni, 18:30 Uhr:

"Um 18 Uhr ist wieder eine Pressekonferenz - und Norbert Heiland von der Bergwacht Bayern überrascht die Journalisten: Die Einsatzkräfte und Johann Westhauser machen keine Pause - wie es ursprünglich geplant war - sondern, es geht sofort weiter in den breiten, 180 Meter hohen Schacht.

Der sei so geräumig, sagt Norbert Heiland, dass der Patient sogar horizontal nach oben gezogen werden kann. Dieser Teil der Strecke wird etwa drei Stunden dauern, schätzen die Einsatzkräfte. Danach wird es noch einmal eng und kniffelig. Aber - und es ist das allererste Mal, dass die Bergwacht tatsächlich ein konkretes Zeitfenster nennt - schon zwischen 22 Uhr und den frühen Morgenstunden soll Westhauser an der Oberfläche sein.

Die Nachricht hat uns alle überrascht! Einige Stunden zuvor war von Donnerstag oder Freitag die Rede. Das kann bedeuten: Es geht dem Patienten offensichtlich gut. Und die Rettungskräfte sind hochmotiviert und mobilisieren noch einmal ordentlich die Energiereserven." (DW-Reporterin Judith Hartl, in Berchtesgaden)

Mittwoch, 18. Juni, 16:45 Uhr:

Judith Hartl und Bastian Hartig in Berchtesgaden (Foto: DW)

DW-Reporterin Judith Hartl mit TV-Korrespondent Bastian Hartig vor Ort in Berchtesgaden

Neben DW-Reporterin Judith Hartl befindet sich außerdem noch unser TV-Korrespondent Bastian Hartig in Berchtesgaden - hier in einem Beitrag von heute Nachmittag zu sehen.

Um 18 Uhr steht für die beiden die nächste Pressekonferenz auf dem Tagesplan, auf der die Bergwacht Bayern erneut über den aktuellen Stand der Rettung informiert. So langsam häufen sich die Mitteilungen - die letzte Etappe scheint näher zu kommen.

Mittwoch, 18. Juni, 16 Uhr:

"Wann es soweit ist, bis die Rettungsaktion geschafft ist, will hier übrigens niemand beantworten - weder die Bergwacht noch die Polizei, die für die großräumigen Absperrungen am Berg als auch für die unzähligen Helikopterflüge zum Berg zuständig ist.

Nett ist, wie das Feuerwehrgerätehaus in Berchtesgaden zum Pressezentrum umgemodelt wurde. Die Kameraleute bauen ihre Apparate vor Feuerwehrhelmen und Schutzkleidung auf, die Tische mit den Mikrofonen stehen vor einer imposanter roter Kulisse auf vier Rädern." (DW-Reporterin Judith Hartl, in Berchtesgaden)

Mittwoch, 18. Juni, 15 Uhr:

Die Pressekonferenz ist vorbei, und wir haben soeben ein Update von unserer Reporterin Judith Hartl erhalten:

"Die beruhigende Nachricht gleich zu Beginn: Johann Westhauser geht es gut. Mittlerweile sind die Rettungskräfte mit ihm kurz vor Biwak I. 'Dieses Biwak', sagt Norbert Heiland von der Bergwacht Bayern, 'ist sehr gut ausgebaut, dort können alle noch einmal regenerieren.'

Als nächstes steht dann der Schlussausstieg bevor - und der hat es noch einmal in sich: Ein 180 Meter hoher, vertikaler Schacht, in dem die Trage von den Rettern freischwebend hochgezogen wird. Eine Motorwinde möchte man nicht einsetzen, erklärt Heiland. Zum einen wegen der Abgase, zum anderen sei ein solch kontrolliertes Hochziehen motorisiert gar nicht möglich, 'das geht nur mit Muskelkraft'.

Das muss man sich mal vorstellen: Alle Rettungskräfte hängen am Seil und ziehen mit einigen technischen Hilfsmitteln, wie Umlenkern, 100 Kilo nach oben. So viel wiegt Patient plus Trage. Was für ein Kraftakt und welch beeindruckende Leistung!

Danach wird es noch einmal besonders kniffelig, denn über dem relativ breiten Schacht folgt ein enger, verwinkelter und etwa 200 Meter hoher Kamin."

Mittwoch, 18. Juni, 14:15 Uhr:

Und da seht ihr sie auch mal: Judith Hartl ist seit gestern für uns in Berchtesgaden und hält uns von vor Ort auf dem neuesten Stand:

BR Online Pressekonferenz in Berchtesgaden (Foto: www.br.de).

Judith Hartl ist für uns live bei der Pressekonferenz in Berchtesgaden

Für alle anderen - zum Beispiel dem verbleibenden Rest der Redaktion hier in Bonn - gibt es die Pressekonferenz im Onlinestream. (Dankeschön dafür!) In ein paar Minuten sollten wir alle also genauer darüber Bescheid wissen, wie die Rettung von Johann Westhauser nun weiter verläuft. Das wichtigste lest ihr dann natürlich auch hier auf dem Blog!

Mittwoch, 18. Juni, 14 Uhr:

Um 14 Uhr startet die nächste Pressekonferenz im Berchtesgadener Gerätehaus. DW-Reporterin Judith Hartl ist mit dabei - wir sind gespannt, was sie danach zu berichten hat!

Mittwoch, 18. Juni, 12:15 Uhr:

"Ich dachte gar nicht, dass der Untersberg zwischen Berchtesgaden und Salzburg so groß ist: 70 Quadratkilometer zieht sich das Bergmassiv dahin, die höchste Erhebung ist der Berchtesgadener Hochthron, immerhin 1973 Meter hoch.

Aber das Besondere an diesem Untersberg ist, dass er vor allem aus Kalk besteht. Und weil sich Kalk so wunderbar auflösen lässt, entstanden durch Regenwasser im Laufe der Jahre - beziehungsweise über Jahrtausende hinweg - zahlreiche Höhlen im Untersberg. Eine davon wurde jetzt weltberühmt, durch Johann Westhausers schlimmen Steinschlag-Unfall: Die Riesending-Schachthöhle ist Deutschlands tiefste Höhle. Bis vor kurzem kannten sie nur ein paar Forscher und Höhlenexperten wie Westhausen." (DW-Reporterin Judith Hartl, in Berchtesgaden)

Untersberg Riesending-Höhle (Foto: (Photo by Johannes Simon/Getty Images).

So groß - und bisher so unbekannt: Die Riesending-Schachthöhle im Untersberg

Mittwoch, 18. Juni, 11 Uhr:

Die bayrische Bergwacht hat neue Infos zum aktuellen Bergungsstand herausgegeben: Johann Westhauser ist heute Morgen in ein Lager nahe Biwak I gezogen - und befindet sich damit also nur noch knapp 400 Meter vom Höhlenausgang entfernt! Endspurt! Und zum Glück sind alle noch immer wohlauf - auch die angekündigte Wasserdusche - den sogenannten Waschsalon - haben die Rettungskräfte samt Verletztem heute Nacht unversehrt passiert.

Die Rettungsmannschaft wird nach Infos der Bergwacht zwar ständig ausgetauscht, trotzdem schwinden so langsam die Kräfte. Gerade in der verzweigten, feuchten Canyoning-Strecke, wo sich das Team aktuell befindet, sind besonders viele helfende Hände gefragt. Kontinuierlich wird der Rettungstrupp mit Nahrung und Getränken versorgt, um bei Kräften zu bleiben.

Bilder der Höhlenrettung (Foto: Bergwacht Bayern).

Elf Tage lang kein Tageslicht für Johann Westhauser. So langsam - kurz vor Biwak I - kommt er dem endlich wieder näher.

Der Bereich um den Höhleneingang wurde wohl weiträumig von der Bundespolizei abgesperrt. Außerdem hat die Deutsche Flugsicherung im Umkreis von rund neun Kilometern eine Flugverbotszone eingerichtet. Höchste Sicherheitsstufe am Untersberg also! Wir sind gespannt, wie weit unsere DW-Reporterin Judith Hartl dort heute kommt.

Mittwoch, 18. Juni, 10:30 Uhr:

"Es ist turbulent im sonst eher beschaulichen Berchtesgaden. Auf meine Frage hin, wo es denn zur Bergwacht geht: Gelächter. 'Immer nur dem Trubel hinterher, Sie können die nicht übersehen!' Und damit haben sie recht - es gibt Unmengen von Pressefahrzeugen, Übertragungswagen und Rettungskräften, die sich am Unterberg tummeln. Viele hier wirken müde - aber sehr optimistisch." (DW-Reporterin Judith Hartl, in Berchtesgaden)

Mittwoch, 18. Juni, 10 Uhr:

Und ein neuer Zwischenstand von Judith Hartl aus Berchtesgaden:

"Immer wieder kreisen Hubschrauber über der wunderschönen Berglandschaft umher. Über 30 Tonnen Material haben die Hilfskräfte mittlerweile auf den Unterberg geflogen.

Mittlerweile ist rund um die Höhle und in der 1000 Meter tiefen Höhle alles so gut abgesichert, dass sogar überlegt wird, das Riesending touristisch zu nutzen. Der Landrat aber will es eher schließen. Zumindest sagt er das noch, denn: Lohnen würden sich Höhlentouren in dieser landschaftlich großartigen Gegend sicher. Aber hier die wichtigste Meldung: Johann Westhauser soll nur noch rund 300 Meter vom Höhlenausgang entfernt sein."

Mittwoch, 18. Juni, 8:30 Uhr:

Unsere DW-Reporterin Judith Hartl ist gestern Abend spät in Berchtesgaden angekommen. Hier eine erste Meldung von ihr aus dem tiefsten Bayern:

Judith Hartl (Foto: DW).

Judith Hartl ist für uns nach Berchtesgaden gereist

"Puh, der Weg von Bonn nach Berchtesgaden ist weit... über 700 Kilometer, um genau zu sein. Während der Fahrt habe ich an Johann Westhauser gedacht. Wie es ihm wohl gehen mag, immer noch so tief unter der Erde.

Aber es scheint voranzugehen. Sehr viel schneller als alle gedacht haben - also die Bergwacht, die vielen Rettungskräfte und die Helfer. Es ist eine Rettung im Rekord-Tempo.

Niemals hätte ich gedacht, dass der Höhlenforscher - der übrigens zu den Erstbegehern der Riesending-Schachthöhle gehört - schon Donnerstag, oder spätestens Freitag, wieder das Tageslicht sehen wird. Aber seine gesundheitliche Verfassung ist stabil, er kann sogar aktiv mitarbeiten, das Wetter ist gut, es regnet nicht und die vielen Rettungskräfte sind offensichtlich unermüdlich und hochmotiviert."

Dienstag, 17. Juni:

Schon bald soll Biwak II auf einer Tiefe von knapp 500 Metern erreicht sein. Westhauser sei noch immer stabil - und die Wettervorhersagen glücklicherweise gut. Das Team ist optimistisch, dass die nächsten Schritte somit ebenfalls nach Plan ablaufen.

Helmkamera-Bilder der Höhlenrettung (Foto: Bergwacht Bayern).

Der Vorteil von Helmkameras: So können auch wir an der Rettungsaktion teilhaben - und einen besseren Eindruck davon bekommen, was das Team Großartiges leistet

Was bei den engen Schächten schier unglaublich scheint: Momentan befinden sich etwa 60 Einsatzkräfte in der Höhle und zehn weitere Höhlenretter warten am Höhleneingang abrufbereit, um gegebenenfalls zu unterstützen.

Übrigens: Für uns macht sich gerade im Moment unsere DW-Reporterin Judith Hartl auf den Weg nach Berchtesgaden. Sie hält uns von dort aus auf dem Laufenden - und versucht so nah wie möglich ans Geschehen ranzukommen.

Wir sind gespannt, was sie zu berichten hat! Hier lohnt es sich, auch immer mal wieder einen Blick auf unseren Twitter-Account

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zu werfen.

Montag, 16. Juni:

Mittlerweile sind die Rettungskräfte mit Johann Westhauser im Lager III angekommen - sehr viel früher als angenommen. Zwei Tage hatte die Bergwacht eingeplant, aber schon in neun Stunden war der Weg geschafft. Wobei der Begriff Weg irreführend ist. Denn die Strecke verläuft ab Lager IV zum großen Teil senkrecht nach oben, das heißt, Westhauser musste in einer stabilisierenden Trage mit Hilfe von Seilzügen hinaufgezogen werden. Spezialkräfte haben die komplette Route abgesichert - mit Seilen und unzähligen Bohrhaken und Stahlstiften.

Laut Aussage der Ärzte soll der gesundheitliche Zustand von Johann Westhauser unverändert stabil sein. Das sind doch gute Nachrichten!

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