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DokFilm

Director's Statement

Athen kenne ich schon seit den 80ern, habe damals zwei Jahre in der Stadt gelebt, und bin seitdem von Griechenland und seiner Metropole mehr als fasziniert...

Die große Euphorie über den Wahlsieg der sozialistischen Partei Pasok 1981 konnte ich live miterleben. Genauso wie später die Korruptionsaffären der Linken - eigentlich aller Parteien - und die große Enttäuschung der Bürger. Noch später dann die Aufregung um den Bauboom vor den olympischen Spielen 2004, als Geld kein Problem zu sein schien. Nur einige meiner griechischen Freunde waren schon damals skeptisch, fragten sich, woher das viele Geld eigentlich kam. Ja und dann - dann kamen Krise, Staatsverschuldung und drohender Staatsbankrott. Ein Viertel der Griechen waren ohne Arbeit, davon jeder zweite ein junger Erwachsener. Das geht jetzt seit Jahren so und es wird eher schlimmer als besser. 

Und mitten hinein in das Chaos und Elend die documenta? Das hat mich bewegt, und der Gedanke, wie man das filmisch aufbereiten könnte, ließ mich nicht mehr los. Ziemlich früh war klar, ich möchte die Vorbereitungen der Weltschau dokumentieren.

Die Suche nach den „richtigen documenta Protagonisten“, die Lust hatten, sich über die Schulter schauen zu lassen, war nicht einfach. Viele der zeitgenössischen Künstler haben ihre ganz eigenen Vorstellungen - und warum eigentlich dem Fernsehen schon vor der Eröffnung offenbaren, was entsteht?

DW Dokumentation Von Athen lernen - Die Documenta 14 (DW)

Die Autorinnen Ulrike Sommer und Regina Roland

Dann kam im September letzten Jahres meine Kollegin Ulrike Sommer als Koautorin mit an Bord. Ohne sie würde unser Film anders aussehen, denn sie hat einige Parts als Videojournalistin selbst gedreht. So sind wir dem Untergrund Athens näher gekommen, der autonomen Szene, den Flüchtlingen. Wir sind oft in dieses verrückte, kaputte aber auch energiegeladene Athen aufgebrochen und haben versucht, auch jenseits der Touristenpfade zu schauen.

Und wir sind den verschiedensten Menschen begegnet: Taxifahrern und Kneipenbesitzern, Polizisten und Demonstranten – und dem Bürgermeister der Stadt. Bei einer Umfrage haben mich noch zwei Monate vor der Eröffnung viele Athener verständnislos angeschaut, als ich sie nach ihrer Meinung zur documenta gefragt habe: „documenta, ti ine avto“ – „documenta was ist das?“ Auch ein Statement.

Eins war immer klar, wir wollten keinen Film über das Event documenta 14 machen, sondern diese Spannung zwischen Athen und der zeitgenössischen Kunst  beobachten, nach dem Motto: „Was macht Athen mit der documenta - oder was auch nicht -  und was macht die documenta mit Athen?“ Und so endet unser Film dann, wenn die Weltausstellung in Athen beginnt, am 8. April, dem Tag der Eröffnung.

Regina Roland

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