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Musik

Dire Straits: Gitarrist Mark Knopfler ist 65

Mit der britischen Band Dire Straits kam er zu Weltruhm, eine Solokarriere und Projekte mit Musiker-Kollegen folgten. Sogar ein Dinosaurier trägt seinen Namen. Jetzt ist Mark Knopfler 65 geworden.

Viele große Künstler umgibt eine Legende. Bei Mark Knopfler geht sie so: Mitten in der Nacht liegt er schlafend in der Küche seines Bruders David, als dessen Mitbewohner John Illsley von einer Party nach Hause kommt. Es wurde bis in die Morgenstunden diskutiert, kurz darauf gründen die drei mit weiteren Musikern die Rockband "Dire Straits". Das war 1977, im Folgejahr veröffentlichen sie ihr erstes Album. Mark Knopfler entwickelt sich schnell zum Gesicht der Band und ist mit 29 Jahren weltberühmt - mit seinen Rock-Balladen ("Sultans of Swing") wird er den Sound der 80er Jahre mitgestalten.

Plötzlicher Ruhm

Das Dire-Straits-Album Brothers in Arms (1985) verkaufte sich rund 30 Millionen mal.

Das Dire-Straits-Album "Brothers in Arms" (1985) verkaufte sich 30 Millionen Mal.

Diese Karriere hatte sich vorher nicht wirklich abgezeichnet. Am 12. August 1949 wurde Knopfler in Glasgow geboren, als Sohn eines aus Ungarn geflüchteten Juden und einer britischen Lehrerin. Als Jugendlicher griff er zum ersten Mal zur Gitarre. Doch abgesehen von kleineren Auftritten als Hobby-Gitarrist beschäftigte er sich hauptsächlich mit anderen Dingen: Er jobbte in Fabriken und auf Bauernhöfen, studierte Journalistik, schrieb nebenbei für die „Yorkshire Evening Post“ und arbeitetete als College-Dozent. Dann kam der Durchbruch als Sänger, Songschreiber und Gitarrist - da ist er 28.

Der Ruhm habe ihm zu schaffen gemacht, betont er in einem seiner seltenen Interviews mit dem britischen "Telegraph": "Auf sowas kann man gar nicht vorbereitet sein." Nach knapp zwei Jahrzehnten intensiver Studioarbeit und ausgiebigen Welttourneen mit den Dire Straits zog er 1995 einen Schlussstrich unter diese Phase seines Musikerlebens: Er machte solo weiter. Im Rampenlicht stand er weiterhin, keinesfalls allein. Im Laufe seiner Karriere arbeitete Knopfler mit berühmten Musiker-Kollegen zusammen, wie Bob Dylan, Eric Clapton, Sting und Tina Turner, für die er ihren Welthit "Private Dancer" komponierte. Und er schrieb und produzierte die Musik für Filme wie "Local Hero" (1983) oder "Wag the Dog" (1997).

Großbritannien Musik Jazz Mark Knopfler

Schon lang im Geschäft: Mark Knopfler bei einem Konzert in den 80er Jahren

Aufhören kommt nicht in Frage

Schon jetzt zählt Knopfler mit rund 120 Millionen verkauften CDs und vier Grammys zu den erfolgreichsten Musikern. Längst wird der einstige Hobby-Musiker als Gitarristen-Legende gepriesen. Und weil ein Archäologen-Team seine Musik bei der Arbeit hörte, benannten die Forscher gleich einen Dinosaurier nach ihm: "Masiakasaurus knopfleri". Doch ans Aufhören denkt der Songwriter noch lange nicht - ganz im Gegenteil: "Je älter ich werde, desto mehr will ich schreiben", ließ Knopfler 2012 zur Veröffentlichung seines aktuellen Solo-Albums "Privateering" verlauten.

Musiker J.J. Cale gestorben

Zuletzt wirkte Knopfler an einem Tribute-Album für den 2013 verstorbenen US-Musiker J.J. Cale mit.

Für seine jüngste Einspielung aber musste Knopfler gar nicht selber schreiben: Nach der Beerdigung seines engen Freundes und Kollegen J.J. Cale machte sich Eric Clapton (69) an die Produktion eines Tribute-Albums für den legendären US-Sänger, Songschreiber und Gitarristen. Er selbst hat ihm mit "After Midnight" und "Cocaine" zwei seiner größten Hits zu verdanken. Kurz darauf gingen weltbekannte Musiker in Claptons Studio ein und aus: Ihnen allen war J.J. Cale ein großes Vorbild. Im vergangenen Juli, ein Jahr nach dessen Tod, wurde "The Breeze - An Appreciation of JJ Cale" schließlich veröffentlicht. Mit 16 Neueinspielungen ausgewählter Cale-Songs verneigen sich neben Knopfler unter anderem Willie Nelson, Tom Petty und John Mayer vor dem Künstler.

Das Ausmaß seines Ruhms ist dem etwas scheuen Mark Knopfler immer noch unheimlich. Weitgehend zurückgezogen lebt er mit seiner Ehefrau und den beiden gemeinsamen Töchtern in Notting Hill. Wie er der "Zeit" sagte, ist er auf die kleinen Momente abseits der Branche besonders stolz: Beim morgendlichen Frühstück in einem Londoner Café nicht angestarrt zu werden, sei sein größter Erfolg.

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