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Deutschland

DIHK sieht Wirtschaft vor einer Trendwende

Die deutschen Unternehmen beurteilen ihre Lage immer noch sehr düster. Aber die Erwartungen für die Zukunft haben sich etwas aufgehellt, ergab eine Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages.

Blick auf einen Containerhafen bei Nacht (Foto: AP)

Düstere Lage, aber etwas bessere Perspektiven: Der DIHK sieht die Chance für eine Trendwende

Nach dem kräftigen Einbruch zum Jahresanfang steuert die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) auf eine Trendwende zu. "Die Wirtschaft hat den Wendepunkt vor Augen", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben am Dienstag (16.06.2009) in Berlin bei der Vorstellung der aktuellen Konjunkturumfrage. Die Geschäftserwartungen der mehr als 20.000 befragten Unternehmen hätten sich etwas aufgehellt.

Schockstarre löst sich

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben (Foto: dpa)

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben: "Den Wendepunkt vor Augen"

Doch der Weg aus der Krise werde insgesamt sehr holprig verlaufen, auch weil die Finanzierung neuer Aufträge für viele Unternehmen schwierig werde. Als positiv bewertete der DIHK, dass der beispiellose Einbruch im Export allmählich ein Ende finde. "Endlich besteht die Chance, dass die Wirtschaft sich aus ihrer Schockstarre löst", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Die Geschäftsperspektiven hätten sich auf einem niedrigen Niveau stabilisiert. Lichtblicke kämen vor allem aus China, aber auch aus einigen EU-Staaten und den USA. Davon profitierten die Vorleistungs- und Investitionsgüterindustrie. Trotzdem dürften die Unternehmen ihre Investitionen in den nächsten Monaten weiter zurückfahren, wenn auch nicht mehr so stark wie noch zu Jahresbeginn. Die Ausgaben der Firmen lägen immer noch auf dem Niveau des Rezessionsjahres 2003.

Tief im roten Bereich

Eingang der Agentur für Arbeit in Gelsenkirchen (Foto: AP)

Der DIHK rechnet zum Ende des Jahres mit vier Millionen Arbeitslosen

Die konjunkturell schwierige Phase sei nicht vorüber. "Beide Konjunkturkomponenten, die aktuelle Einschätzung der eigenen Lage und die Erwartungen für die Zukunft befinden sich immer noch tief im roten Bereich", heißt es. Der DIHK geht deshalb für dieses Jahr von einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 6,0 Prozent aus und bewegt sich damit auf dem Niveau der Regierungsprognose. Der Rückgang werde sich auch auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen. Die Unternehmen nehmen laut DIHK ihre Beschäftigungspläne erneut zurück.

"Die wieder etwas besseren Erwartungen und das nach wie vor vorhandene Bemühen der Unternehmen, ihre Fachkräfte zu halten, stützen die Beschäftigungspläne", heißt es. Das zeige auch die rege Nutzung des Kurzarbeitergeldes. Unterm Strich erwartet die Kammerorganisation für das Jahr 2009 eine durchschnittliche Arbeitslosenzahl von 3,7 Millionen und zum Jahresende sogar vier Millionen.

Keine Kreditklemme

Banken-Hochhäuser in Frankfurt (Foto: AP)

Banken in Frankfurt: Mehr Sicherheiten, schlechtere Konditionen

Eine branchenübergreifende Kreditklemme sieht der DIHK derzeit nicht. Nur etwa drei Prozent aller beantragten Kredite würden von den Banken abgelehnt. "Ein Viertel der Unternehmen sieht sich aber mit schlechteren Kreditkonditionen und gerade im Exportbereich auch mit echten Finanzierungsengpässen konfrontiert", heißt es in der Umfrage. Zu Jahresbeginn hatte nur jedes fünfte Unternehmen über verschlechterte Konditionen geklagt.

Insbesondere Großunternehmen litten unter der strengeren Vergabepraxis der Banken. Jedes zehnte Unternehmen könne derzeit jedoch sogar bessere Konditionen aushandeln. Anfang des Jahres hatten nur sieben Prozent aller Firmen über diesen günstigen Umstand berichtet. "Dies ist ein deutliches Zeichen, dass die Kreditinstitute bei guten Bonitäten die Notenbankzinssenkungen durchaus weitergeben", teilte der DIHK weiter mit.

Etliche Banken seien angesichts der schwachen Auftrags- und schwachen Umsatzlage allerdings nur sehr zögerlich bereit, Liquidität zur Verfügung zu stellen. Es würden immer höhere Anforderungen an Sicherheiten gestellt, oder die Banken bewerteten vorhandene Sicherheiten geringer als zuvor. Für viele Unternehmen bedeute dies einen Teufelskreis, da gerade kleine Firmen häufig nicht über ausreichend Sicherheiten verfügten. (we/ul/ap/dpa/rtr)