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Podcast Wirtschaft

Digitale Signatur in der Finanzbranche

Was haben Verträge, Liebesbriefe und der Personalausweis gemeinsam ? Alle tragen eine Unterschrift, die verbindlich und unverwechselbar macht.

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Erst Kreditkarten statt Geld - bald auch digitale Signatur statt Unterschrift?

Dank ihrer Individualität ist die persönliche Unterschrift seit eh und je ein allgemein akzeptiertes Mittel zur Identifikation im Geschäftsleben. Die automatische, digitalisierte Unterschriften-Erkennung bedeutet für Banken und Geldinstitute einen Quantensprung. Mit Hilfe modernster Technologien, die derzeit auf der "European Banking Technology Fair" in Frankfurt vorgestellt werden, ist diese Anwendung nicht mehr nur Zukunftsmusik.

Zu den am schnellsten wachsenden Problemen in der Finanzbranche gehören Scheckbetrug und Fälschungen. Diese verursachen nach Schätzungen des US-amerikanischen Nationalen Scheck-Betrugs-Zentrums jährliche Verluste in Höhe von 100 Mrd. Dollar. Da Zahlungen auf Papier- und Scheckbasis weiterhin die Infrastruktur im Finanzwesen dominieren, ist die automatische Unterschriften-Kontrolle zu einem unentbehrlichen Werkzeug im Kampf gegen den Betrug geworden. Mit Hilfe innovativer Software und entsprechenden Erfassungsgeräten lässt sich die Unterschrift etwa unter einem Kreditvertrag schon während des Schreibens digitalisieren und automatisch überprüfen.

Zum Einsatz kommen soll die Unterschriften-Erkennung künftig auch bei den Banken und Sparkassen im Privat-Kundengeschäft in Deutschland. Die Technologie vergleicht automatisch die Unterschriften auf Zahlungsanweisungen mit den hinterlegten Unterschriften der Bank. Auch für die Kunden bringt der neue Schutz Vorteile. Unberechtigte haben so keinen Zugriff auf Konten und Aktien-Depots.

Um einen Menschen eindeutig zu identifizieren, gibt es bereits sogeannte biometrische Verfahren – etwa per Fingerdruck, Augenabgleich oder die Analyse der Handflächenstruktur. Die Unterschriften-Analyse hat den Vorteil, dass sie weniger in die Intimsphäre des Kunden eingreift und deshalb wohl eher akzeptiert wird.

Die automatische Unterschriftenkennung ermöglicht auch, dass die Banken ihre Mitarbeiter für qualifizierte Tätigkeiten einsetzen können. Statt Belege zu prüfen, können sich die Bankangestellten mehr als bisher den Kunden widmen. Die grössere Sicherheit hat natürlich ihren Preis. Bevor das neue System flächendeckend eingeführt wird, müssen Investitionen für die entsprechende Hard-und Software in Millionen-Höhe getätigt werden. Viele Banken scheuen zunächst einmal die enormen Kosten für Spezialstifte, digitale Erfassungsgeräte und spezielle Computer und experimentieren erst einmal im kleinen Rahmen:

Ob die schwächelnde Finanzbranche die hohen Investitionen schon bald tätigen wird, bleibt angesichts der Strukturkrise bei Banken und Geldinstituten jedoch abzuwarten.

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  • Datum 31.10.2002
  • Autorin/Autor Klaus Feldkeller
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2nOO
  • Datum 31.10.2002
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