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Nachrichten

Dienstag, den 30. Mai 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

JAKARTA: Drei Tage nach dem Erdbeben auf der indonesischen Insel Java steigt die Zahl der Todesopfer weiter. Nach Angaben des indonesischen Sozialministeriums kamen bei dem Erdstoß der Stärke 6,2 mindestens 5.427 Menschen ums Leben. Etwa 15.000 Menschen wurden verletzt. Nach Schätzungen des Roten Kreuzes wurden bis zu 200.000 Menschen obdachlos. Wegen der vielen Verletzten sind die Kliniken in der Region überlastet. Inzwischen sind jedoch viele internationale und indonesische Hilfsorganisationen im Katastrophengebiet vertreten.

JAKARTA: Drei Tage nach dem Erdbeben auf der Hauptinsel Java hat ein neues Beben den östlichsten Teil Indonesiens erschüttert. Die Erdstöße in der Provinz Papua hatten eine Stärke von 6,0 auf der Richterskala. Berichte über Opfer oder schwerere Schäden liegen bislang nicht vor.

CHEMNITZ: Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff hat die große Koalition vor einer ideologischen Verhärtung im Streit über die Hartz-IV-Reform gewarnt. Die Bündnispartner seien gezwungen, dem gegenwärtig wichtigsten Reformvorhaben zum Erfolg zu verhelfen, sagte Wulff der Chemnitzer "Freien Presse". Der CDU-Ministerpräsident plädierte außerdem dafür, den Ländern und Kommunen bei der Korrektur der Hartz-IV-Reform ein größeres Mitspracherecht zu geben. Der sächsische Ministerpräsident Milbradt meinte in der "Leipziger Volkszeitung", ohne Veränderungen seien die Hartz-Gesetze "eine finanzpolitische Bombe". Kanzlerin Merkel bekräftigte die Notwendigkeit von Änderungen an der Arbeitsmarktreform.

ROM: Nach der Kommunalwahl in Italien fühlt sich das Mitte-Links-Bündnis des neuen Regierungschefs Romano Prodi bestätigt. Die Kandidaten des Prodi-Lagers konnten in den wichtigen Städten Rom, Turin und Neapel ihre Position verteidigen. In der konservativen norditalienischen Stadt Mailand lag dagegen laut Wahlkommission wieder das Bündnis von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi vorn. Insgesamt wurde in knapp 1.300 Kommunen und elf Provinzen sowie in der Region Sizilien gewählt.

BRÜSSEL: Nach langem Ringen haben sich die EU-Staaten über die umstrittene Dienstleistungsrichtlinie geeinigt. Die 25 Wirtschaftsminister folgten in Brüssel weitgehend einem auch von Gewerkschaften akzeptierten Kompromiss des EU-Parlaments. Darin verzichtet die Europäische Union zwar auf die ursprünglich geplante fast vollständige Öffnung des Dienstleistungsmarktes über Ländergrenzen hinweg. Stattdessen schützt sie Arbeitnehmer in den alten EU-Staaten weitgehend vor der gefürchteten preiswerteren Konkurrenz aus Osteuropa. Zugleich baut sie aber auch bürokratische Hürden ab.

GAZA-STADT: Bei Razzien der israelischen Armee in mehreren Städten des Westjordanlandes sind mindestens drei Palästinenser getötet worden. Ebenfalls drei Tote gab es im Westjordanland als die israelische Luftwaffe dort Stellungen der radikalen Palästinensergruppe Islamischer Dschihad angriff. Israel hatte den Gazastreifen nach 28 Jahren der Besetzung im August vergangenen Jahres geräumt. Der Angriff auf die Dschihad-Aktivisten war der erste seit Übergabe des Gazastreifens an die Palästinenser.

DILI: In Osttimors Hauptstadt hält die Gewalt marodierender Banden an. In mehreren Vierteln gab es Brandstiftungen und Plünderungen. Nur hundert Meter vom Präsidentschaftspalast entfernt setzten mit Eisenstangen bewaffnete Jugendgangs Autos in Brand. Australische Soldaten, die als Teil einer Schutztruppe in Osttimor stationiert sind, konnten einige der Jugendlichen entwaffnen. In dem seit 2002 unabhängigen Osttimor liefern sich regierungstreue Truppen seit Tagen Kämpfe mit aufständischen Soldaten. Osttimors Staatspräsident Xanana Gusmão und Regierungschef Mari Alkatiri berieten auf einer Krisensitzung über den Konflikt.

KABUL: Nach den anti-amerikanischen Ausschreitungen in der afghanischen Hauptstadt hat sich die Lage dort nach Angaben der Behörden wieder beruhigt. Das Militär zeigte allerdings massiv Präsenz. Afghanische Panzer bewachten Zugänge zum Stadtzentrum, schwer bewaffnete Soldaten standen an Kreuzungen. Nato-Schutztruppen patrouillierten ebenfalls. Am Montag hatte ein US-Soldat die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und mehrere PKW gerammt. Mindestens fünf Afghanen starben. Im Anschluß kam es zu den bislang schwersten Krawallen seit dem Sturz der radikal-islamischen Taliban. Hunderte Menschen demonstrierten gegen die USA und die afghanische Regierung, setzten Autos in Brand und plünderten die Büros von Hilfsorganisationen.

KARLSRUHE: Bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wird an diesem Dienstag ein Amtswechsel vollzogen: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries verabschiedet Generalbundesanwalt Kay Nehm und führt dessen Nachfolgerin Monika Harms ins Amt ein. Die 59-Jährige ist die erste Frau, die in Deutschland den Posten des Chefanklägers übernimmt. Nehm geht nach zwölf Jahren im Amt in den Ruhestand. Der 65-Jährige erwarb sich als Generalbundesanwalt Respekt unter anderem beim Umgang mit der verbotenen kurdischen PKK und bei der Verfolgung rechtsextremistischer Schläger. Seine Nachfolgerin Harms ist seit 1987 Richterin am Bundesgerichtshof. Seit 1999 stand die Expertin für Steuerstrafrecht an der Spitze des 5. Strafsenats in Leipzig.

BERLIN: Im Tarifstreit der Ärzte an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern hat die Medizinergewerkschaft Marburger Bund für den heutigen Dienstag zu Kundgebungen in Hannover und München aufgerufen. Nach Gewerkschaftsangaben haben seit Montag mehr als 12.000 Ärzte in neun Bundesländern für eine Woche ihre Arbeit niedergelegt, um der Forderung nach mehr Gehalt und besseren Arbeitsbedingungen Nachdruck zu verleihen. Im Tarifkonflikt zwischen dem Marburger Bund und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder ist keine Einigung in Sicht.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselhaft, meist stark bewölkt und immer wieder Schauer oder Gewitter, im Bergland ab 1000 Meter teils mit Schnee vermischt. Kühle 8° bis 14° Celsius.