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Nachrichten

Dienstag, den 06. Juni 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

RAMALLAH: Palästinenserpräsident Mahmud Abbas will nach dem Scheitern seiner Verhandlungen mit der regierenden radikalen Hamas jetzt das Volk über eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten abstimmen lassen. Schon an diesem Dienstag werde der Präsident ein Datum für das Referendum in den Autonomiegebieten festlegen, teilte sein Büro mit. Um Mitternacht Ortszeit war das Ultimatum von Abbas an die rivalisierenden Palästinenserfraktionen abgelaufen. Hauptstreitpunkt neben der Anerkennung Israels ist die zwischen der Fatah-Gruppe von Abbas und der Hamas von Regierungschef Ismail Hanija umstrittene Kontrolle über die Sicherheitskräfte. Sprecher der Hamas forderten mehr Zeit zum Dialog. Ein Referendum sei nicht nötig.

TEHERAN: Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana hat damit begonnen, der iranischen Regierung den Kompromissvorschlag der fünf Veto-Mächte und Deutschlands zum Atomstreit zu erläutern. Solana kam in Teheran zunächst mit Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani zusammen. Bei seiner Ankunft sagte Solana, der Vorschlag erlaube Verhandlungen basierend auf Vertrauen und gegenseitigem Respekt. Im Kern geht es darum, dem Iran bei der Nutzung der Atomkraft zur Energiegewinnung zu helfen. Im Gegenzug soll Teheran auf die Anreicherung von Uran verzichten.

DILI: In Osttimor halten Unruhen und Plünderungen an. Randalierer setzten in der Nähe des Flughafens Gebäude in Brand und verwüsteten in der Hauptstadt Dili unter anderem ein Lagerhaus für Agrarprodukte. Anschließend drangen mehr als 1.000 Demonstranten ins Zentrum von Dili vor und forderten nochmals den Rücktritt der Regierung unter Ministerpräsident Mari Alkatiri. Australien, das ebenso wie Malaysia und Neuseeland Soldaten entsandt hat, appellierte an die asiatischen Nachbarstaaten, ebenfalls einen Beitrag zur Lösung des Konflikts zu leisten.

JAKARTA: Im Erdbebengebiet auf der indonesischen Insel Java sind mehrere tausend Menschen aus Sorge vor einem Ausbruch des Vulkans Merapi in Sicherheit gebracht worden. Der Vulkan hat in den vergangenen Tagen verstärkt Lava ausgestoßen. Experten warnen seit Wochen vor den Aktivitäten des Merapi. Unterdessen zeigten sich die internationalen Hilfsorganisationen eineinhalb Wochen nach dem Beben weitgehend zufrieden mit der Versorgung der Überlebenden. Die logistischen Probleme seien behoben, teilte UN-Koordinator Bo Asplund in der weitgehend zerstörten Stadt Yogyakarta mit. Die indonesischen Behörden bereiten die Impfung zehntausender Menschen vor, die in Notunterkünften leben. Die sanitären Verhältnisse dort sind sehr schlecht.

KABUL: Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Fahrzeug-Konvoi der US-geführten Koalitionstruppen sind im Osten Afghanistans mehrere Soldaten verletzt worden. Der Anschlag erfolgte nach Angaben eines Sprechers der US-Armee in der Provinz Chost, 100 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kabul. Laut unbestätigten Berichten bekannte sich die radikal-islamische Taliban zu der Tat.

MOGADISCHU: Nach wochenlangen Gefechten haben in Somalia islamistische Milizionäre die Hauptstadt Mogadischu unter ihre Kontrolle gebracht. Der Vorsitzende der so genannten 'Miliz der Islamischen Gerichte', Scheikh Sharif Sheikh Ahmed, teilte mit, jetzt müsse die Sicherheit in Mogadischu wieder hergestellt werden. Die Miliz gilt als bewaffneter Arm islamischer Geistlicher, die für eine strikte Umsetzung der Scharia, des islamischen Rechts, sind. Bei den Kämpfen zwischen Milizionären und einer von den USA unterstützten so genannten Anti-Terror-Allianz von Kriegsherren und Ministern waren mehr als 350 Menschen getötet worden.

KHARTUM: Zu Gesprächen über eine UN-Friedenstruppe für die Krisenregion Darfur ist eine Delegation des Weltsicherheitsrats im Sudan eingetroffen. Vor einem geplanten Treffen mit Präsident Omar el Beschir erklärte der Delegationschef, der britische UN-Botschafter Emyr Jones Parry, man wolle die sudanesische Führung in keiner Weise bevormunden. Ein UN-Kommando in Darfur sei nicht gleichbedeutend mit einer Invasion, betonten die UN-Diplomaten. Der UN-Beauftragte für Friedensmissionen, Jean-Marie Guehenno, sollte zugleich im Hauptquartier der Afrikanischen Union in Addis Abeba über eine mögliche Ablösung der AU-Truppen in Darfur beraten und einen gemeinsamen Besuch in der umkämpften Region Ende der Woche vorbereiten.

SANTIAGO DE CHILE: Am Rande überwiegend friedlicher Schülerproteste in Chile ist es in der Hauptstadt zu schweren Ausschreitungen gekommen. Polizisten gingen in Santiago de Chile mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten vor, die Schaufensterscheiben einschlugen und Steine gegen Sicherheitskräfte schleuderten. Etwa 100 Menschen wurden verletzt, mehr als 260 festgenommen.

BERLIN: Im Rahmen der regulären deutsch-französischen Konsultationen treffen sich an diesem Dienstag Kanzlerin Angela Merkel und Präsident Jacques Chirac im brandenburgischen Rheinsberg. Bei dem Treffen soll über europa-politische Themen vor dem für die Monatsmitte geplanten EU-Gipfel ebenso gesprochen werden wie über internationale Themen.

STUTTGART: In Marbach am Neckar, der Geburtsstadt des Dichters Friedrich Schiller, wird Bundespräsident Horst Köhler an diesem Dienstag das Literaturmuseum der Moderne eröffnen. Es zeigt Sehenswertes zur Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter das Manuskript von Franz Kafkas Roman "Der Prozeß" und Briefe von Hermann Hesse und Thomas Mann. Das Literaturmuseum, kurz LiMo, gilt als weltweit einzigartig. Es liegt in der Nähe des Deutschen Literaturarchivs und des Schiller-Nationalmuseums. Der britische Architekt David Chipperfield hat den zwölf Millionen Euro teuren Bau entworfen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nur im Westen und Nordwesten aufgelockert; sonst stark bewölkt, gebietsweise Regen. Tagestemperaturen zwischen 12 und 20 Grad.