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Nachrichten

Dienstag, 9. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TIFLIS: EU-Ratspräsident Nicolas Sarkozy hat Russland mit Konsequenzen gedroht, falls die russischen Soldaten nicht rasch aus Georgien abgezogen werden. Sarkozy nannte nach einem Treffen mit dem georgischen Staatschef Michail Saakaschwili in Tiflis den 15. Oktober als letzten Termin. Er bekräftigte, dass die EU an der Seite Georgiens stehe. Zuvor hatte der russische Präsident Dmitri Medwedew Sarkozy zugesichert, dass die russischen Soldaten das georgische Kerngebiet verlassen. Rund 200 EU-Beobachter könnten den Abzug überwachen. Die Unabhängigkeit der abtrünnigen georgischen Provinzen Abchasien und Südossetien bezeichnete Medwedew allerdings als unumkehrbar. Medwedew und Sarkozy vereinbarten außerdem für Mitte Oktober eine internationale Konferenz zum Georgien-Konflikt in Genf.

BERLIN: Nach dem Rücktritt von SPD-Parteichef Kurt Beck hat der designierte Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier Spekulationen über eine Intrige innerhalb der SPD-Führung zurückgewiesen. Keiner der unmittelbar Beteiligten habe gewollt, dass der rheinland-pfälzische Ministerpräsident sein Amt als Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten aufgebe, sagte Steinmeier. An diesem Dienstag will sich Beck erstmals öffentlich zu seinem Rücktritt vom Sonntag äußern. Der SPD-Vorstand nominierte am Montag als neuen Parteichef Franz Müntefering und als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2009 Außenminister Steinmeier. Die Entscheidung für Steinmeier fiel einstimmig, Müntefering bekam eine Gegenstimme und fünf Enthaltungen. Der 68-Jährige soll auf einem Sonderparteitag am 18. Oktober in Berlin offiziell zum SPD-Vorsitzenden gewählt werden.

BERLIN: Deutschland hat weitere 30 Millionen Euro für den zivilen Wiederaufbau Afghanistans zugesagt. Damit stelle die Bundesregierung in diesem Jahr 170 Millionen Euro zur Verfügung, sagte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul beim Besuch des afghanischen Außenministers Rangin Dadfar Spanta in Berlin. Spanta verwies auf die weiterhin kritische Sicherheitslage in Afghanistan. Nach Angaben von Verteidigungsminister Franz Josef Jung gab es auf das Feldlager der Bundeswehr in Kundus einen Raketenangriff. Presseinformationen zufolge soll bei dem Vorfall kein Schaden entstanden sein.

ISLAMABAD: In Pakistan ist der Chef der Volkspartei, Asif Ali Zardari, als neuer Präsident vereidigt worden. An der Zeremonie in Islamabad nahm auch Afghanistans Staatschef Hamid Karsai teil. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind angespannt. Zardari, Witwer der ermordeten Oppositionsführerin Benazir Bhutto, folgt dem umstrittenen Präsidenten und Ex-Militärmachthaber Pervez Musharraf nach. Allerdings steht auch der 52-jährige Zardari in der Kritik. Anschuldigungen gegen ihn reichen von Korruption und Geldwäsche bis hin zu Erpressung und Mord.

WASHINGTON: Die USA wollen bis Februar kommenden Jahres 8.000 Soldaten aus dem Irak abziehen. Präsident George W. Bush begründete die vermutlich letzte Irak-Entscheidung seiner Amtszeit damit, dass die dortigen Streitkräfte zunehmend selbst in der Lage seien, für Sicherheit zu sorgen. Zugleich würden die USA ihre Truppenstärke in Afghanistan aufstocken. So werde im November ein Bataillon von Marineinfanteristen nach Afghanistan verlegt, danach soll eine Kampfbrigade des Heeres folgen. Derzeit haben die USA im Irak rund 146.000 und in Afghanistan 31.000 Soldaten stationiert. Bush will die Planungen zur Truppenstärke an diesem Dienstag offiziell vorstellen. Der Text seiner Rede wurde vom Weißen Haus aber schon vorab veröffentlicht.

COLOMBO: Bei neuen Kämpfen zwischen Armee und tamilischen Rebellen im Norden Sri Lankas sind mindestens 21 Menschen getötet worden. Die Rebellen hatten nach Armeeangaben zunächst einen Militärstützpunkt nahe der Stadt Vavuniya aus der Luft und mit Artillerie angegriffen. Anschließend kam es zu rund zweistündigen Gefechten. Die Luftwaffe konnte eines der Rebellen-Flugzeuge abschießen. Bei den Angriffen und Kämpfen starben elf Soldaten und zehn Tamilen. Die Rebellen kämpfen seit rund einem Vierteljahrhundert mit Waffengewalt für einen unabhängigen Tamilenstaat im Norden und Osten Sri Lankas. Im vergangenen Jahr flogen sie erstmals Luftangriffe gegen Militäreinrichtungen.

WIEN: Kurz vor einem neuen Treffen der OPEC-Staaten hat Saudi-Arabien Änderungen bei der Öl-Fördermenge abgelehnt. Zur Begründung erklärte Ölminister Ali al-Naimi, die Organisation erdölexportierender Länder habe seit der letzten Zusammenkunft im Juni erfolgreich für eine Preisreduzierung gesorgt. Der Markt sei ausgewogen, und es gebe gut gefüllte Lager. In den vergangenen Wochen war der Preis für ein Barrel Rohöl aus den 13 OPEC-Staaten von über 140 Dollar auf rund 101 Dollar gesunken. Auch Analysten rechnen deshalb damit, dass die OPEC die offiziellen Förderquoten beibehält. Möglich sei aber, dass vor allem das führende Saudi-Arabien seine hohen Produktionsüberschüsse zurückfahren könnte.

HAVANNA: Beim Durchzug des Hurrikans 'Ike' sind auf Kuba mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Behörden wurden etliche Häuser zerstört und Felder verwüstet. 1,2 Millionen Menschen waren zuvor in Sicherheit gebracht worden. Inzwischen schwächte sich 'Ike' ab und ist nun ein Sturm der Kategorie eins auf der fünfteiligen Skala. Er bewegt sich derzeit mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern in Richtung der kubanischen Hauptstadt Havanna. Zuvor hatten Ausläufer des Wirbelsturms auch auf den Bahamas und in Haiti schwere Schäden angerichtet. Die Zahl der Todesopfer durch 'Ike' stieg in Haiti auf 66.

PEKING: Bei einem Erdrutsch in der nordchinesischen Provinz Shanxi sind mindestens 34 Menschen ums Leben gekommen. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua weiter berichtete, rutschte eine Lawine aus Schlamm und Steinen auf ein Minengelände in der Stadt Linfen. Es wird befürchtet, dass mehrere hundert Personen verschüttet wurden. Hilfskräfte und Anwohner suchen weiter nach Überlebenden. In der Region waren zuvor heftige Regenfälle niedergegangen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist heiter. Nördlich einer Linie vom Münsterland bis zur Uckermark locker bewölkt. Höchstwerte zwischen 19 Grad an der Ostsee und 28 Grad am Oberrhein.

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