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Nachrichten

Dienstag, 9. Oktober 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

STOCKHOLM: Der deutsche Wissenschaftler Peter Grünberg und sein französischer Kollege Albert Fert erhalten den diesjährigen Nobelpreis für Physik. Beide bekommen die Auszeichnung für die Entdeckung des so genannten GMR-Effekts 1988. Dieser hat es ermöglicht, die Speicherkapazität von Computern zu erhöhen und den Lesevorgang zu beschleunigen, wie die Königlich-Schwedische Akademie in Stockholm bekannt gab. Die Anwendung dieser Technologie habe die Datenverarbeitung der Festplatten revolutioniert, hieß es weiter. Der 68-jährige Grünberg arbeitet im Kernforschungszentrum Jülich. Der Preis ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro dotiert und wird im Dezember überreicht. - 2005 hatte der Münchner Wissenschaftler Theodor Hänsch den Physik-Nobelpreis bekommen.

MÜNCHEN: Der bayerische Landtag hat den bisherigen Innenminister Günther Beckstein zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Der CSU-Politiker erhielt bei der geheimen Abstimmung 122 von 178 abgegebenen Stimmen. Die CSU-Landtagsfraktion verfügt über 124 Mandate. Beckstein tritt die Nachfolge von Edmund Stoiber an, der nach CSU-internen Querelen zurückgetreten war. Nach seiner Wahl sagte Beckstein, er werbe um das Vertrauen der Bürger in Bayern. Der Opposition im Landtag bot Beckstein einen fairen politischen Wettbewerb an.

BERLIN: Im Streit in der SPD um eine Verlängerung des Arbeitslosengeldes hat Außenminister Frank Walter Steinmeier seinem Kabinettskollegen und Vizekanzler Franz Müntefering den Rücken gestärkt. Müntefering sei der erfolgreichste Arbeitsminister seit Jahrzehnten und sei in der Partei nicht isoliert, sagte Steinmeier der BILD-Zeitung. Zuvor hatte bereits Bundesfinanzminister Peer Steinbrück Presseberichten zufolge vor einer Demontage mehrerer SPD-Minister gewarnt. Man dürfe den Vizekanzler und andere sozialdemokratische Regierungsmitglieder auf dem SPD-Parteitag im Oktober nicht zu Buhmännern machen, wird Steinbrück zitiert. Parteichef Kurt Beck will das Arbeitslosengeld I wieder länger auszahlen lassen und damit eine Kernreform der früheren rot-grünen Bundesregierung zurücknehmen. Vizekanzler Müntefering lehnt dies ab.

BERLIN: Im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn will die Lokführergewerkschaft GDL im Laufe des Tages über weitere Streiks entscheiden. Die Gewerkschaft hatte die Konzernspitze nach den Arbeitsniederlegungen vom vergangenen Freitag ultimativ aufgefordert, ein neues Verhandlungsangebot vorzulegen. Dazu ist die Bahn nach den Worten ihrer Personalchefin Margret Suckale derzeit aber nicht bereit. Eine Gewerkschaftssprecherin bekräftigte im ZDF, dass eine Fortsetzung des Streiks damit unausweichlich sei. Die Lokführer-Organisation verlangt einen eigenen Tarifvertrag.

MERSEBURG: Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee berät an diesem Dienstag mit seinen Länderkollegen über die Bahn-Reform. Nach einem Bericht der 'Financial Times Deutschland' plant die Bundesregierung, wenig genutzte Zugstrecken und Bahnhöfe nicht länger finanziell zu fördern. Allein in Sachsen-Anhalt, so zitiert das Blatt den dortigen CDU-Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre, müssten nach Tiefensees neuen Kriterien 53 Prozent aller Bahnhöfe schließen. Die Bundesländer hatten immer wieder vor Streckenstillegungen und Bahnhofs-Schließungen durch die Bahn-Privatisierung gewarnt.

BAGDAD: Im Irak sind bei Anschlägen mehr als 30 Menschen getötet und etliche verletzt worden. In der nordirakischen Stadt Baidschi brachten zwei Selbstmordattentäter ihre mit Sprengstoff beladenen Fahrzeuge zur Explosion und rissen insgesamt mindestens 18 Menschen mit in den Tod. Etwa 30 Zivilisten wurden verletzt. Die Anschläge richteten sich gegen den Polizeichef der Stadt, der verletzt wurde und gegen einen Kommunalpolitiker, der unverletzt blieb. Bei Autobombenanschlägen in Bagdad wurden mindestens 15 Menschen getötet und mehr als 50 verletzt. In Mossul erschossen Extremisten den stellvertretenden Polizeikommandeur der Provinz Ninive.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat wird seine geplante Resolution zu den Vorgängen in Birma in stark abgeschwächter Form verabschieden. Vor allem China, der engste Verbündete der dortigen Militärjunta, habe diverse Änderungen an dem von den USA, Frankreich und Großbritannien eingebrachten Entwurf durchgesetzt, teilten UN-Diplomaten in New York mit. Die Regierung in Peking bestand darauf, dass in dem Resolutionstext die gewaltsame Niederschlagung der friedlichen Proteste und die Massenverhaftungen in Birma nicht mehr verurteilt, sondern nur noch stark bedauert werden. Außerdem wurde die Drohung der internationalen Gemeinschaft mit weiteren Konsequenzen aus dem Entwurf gestrichen. - Die Militärführung in Birma ernannte Vize-Arbeitsminister Aung Kyi zum Verbindungsoffizier für Kontakte zu der unter Hausarrest stehenden Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi. Diesen Schritt hatte der UN-Sondergesandte Ibrahim Gambari angeregt, der vor kurzem in Birma war.

LAGOS: Die Menschenrechts-Organisation Human Rights Watch sieht die demokratischen Institutionen im westafrikanischen Nigeria durch Korruption unterhöhlt. Korrupte Politiker hätten mit Hilfe von Kriminellen und so genannten Paten Karriere gemacht und sich rücksichtslos auf Kosten der verarmten Bevölkerung bereichert, heißt es in einer in Lagos veröffentlichten Studie. Bei Wahlen würden polititsche Gegner und Stimmberechtigte durch Schlägerbanden eingeschüchtert. In Regionen Nigerias, in denen im Wahlkampf große Geldsummen aufgebracht wurden, registrierten die Menschenrechtler eine stetige Zunahme mafiöser Strukturen.

MAGDEBURG: Vier Monate nach dem Überfall von Neonazis auf eine Theatergruppe in Halberstadt hat in Magdeburg der Prozess gegen vier Tatverdächtige begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern im Alter zwischen 22 und 29 Jahren gefährliche Körperverletzung vor. Die Angeklagten sollen zusammen mit Komplizen die Schauspieler angegriffen und krankenhausreif geschlagen haben, weil sie diese für Anhänger der linken Szene hielten.

NEW YORK: Die über eine Doping-Affäre gestürzte US-Leichtathletin Marion Jones hat drei Tage nach ihrem Geständnis alle fünf bei den Olympischen Sommerspielen 2000 gewonnenen Medaillen zurückgegeben. Zudem habe Jones eine zweijährige Sperre akzeptiert, teilte die Anti-Doping-Agentur der USA mit. Die 31 Jahre alte Sprinterin hatte Dopingvergehen zum Zeitpunkt der Spiele in Australien eingeräumt. In Sydney hatte Jones Gold über 100, 200 und 4 mal 400 Meter gewonnen, sowie Bronze über 4 mal 100 Meter und im Weitsprung geholt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Es ist herbstlich und niederschlagsfrei, im Süden Deutschlands scheint verbreitet die Sonne. Die Höchstwerte liegen zwischen 12 und 17 Grad.

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