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Nachrichten

Dienstag, 9. Mai 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

DÜSSELDORF: Vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf hat der Prozess gegen drei mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerks El-Kaida begonnen. Einer der Männer soll neue Terrorhelfer für Selbstmordanschläge in Europa rekrutiert, ein anderer einen Anschlag im Ausland geplant haben. Außerdem versuchten die drei Männer laut Anklage, unter anderem durch eine großangelegte Betrugsserie mit Lebensversicherungen Geld für das Terrornetzwerk zu beschaffen. Der Prozess im Hochsicherheitstrakt des Gerichts ist zunächst bis zum 26. Oktober terminiert.

JAKARTA: Sieben Monate nach den Selbstmordanschlägen auf der indonesischen Ferieninsel Bali haben die Prozesse gegen vier mutmaßliche Attentäter begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern vor, beim Bau der Bomben geholfen und die Bluttat mit geplant zu haben. Den Angeklagten droht bei einer Verurteilung die Todesstrafe.--Bei den Anschlägen auf Restaurants im Oktober 2005 hatten Selbstmordattentäter 20 Menschen mit in den Tod gerissen.

NEW YORK: Im Atomstreit mit dem Iran geht das Ringen um eine UN-Resolution weiter. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte nach den neuen Beratungen dem ZDF, es seien noch fünf bis sechs Fragen offen. Es könne noch vierzehn Tage dauern, bis die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschland eine Lösung finden. Es müsse sichergestellt werden - so Steinmeier weiter -, dass kein Automatismus in Gang gesetzt werde, der dann nicht mehr beherrschbar sei.--Frankreich und Großbritannien haben einen Resolutionsentwurf eingebracht, den die USA und Deutschland unterstützen. Darin wird der Iran aufgefordert, seine Aktivitäten zur Urananreicherung zu beenden. China und Russland wollen aber Änderungen am Text. Sie befürchten, dass die Resolution der erste Schritt zu Zwangsmaßnahmen gegen den Iran sein könnte.

WASHINGTON: Auch nach Unterzeichnung des Friedensabkommens für Darfur hält der Druck auf die sudanesische Regierung an, einer UN-Mission für die Krisenregion zuzustimmen. US-Präsident George W. Bush forderte den sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir in einem Telefonat nochmals auf, die Entsendung von UN-Soldaten zuzulassen. Präsidentenberater Salah Eddine Ghazi bekräftigte jedoch, der Sudan habe kein Interesse daran, den Darfur-Konflikt zu einem internationalen Thema werden zu lassen.

SEOUL: Südkorea hat mit einem Teilabzug seiner Truppen aus dem Irak begonnen. Bis zum Jahresende sollen 1.000 der 3.200 Soldaten in ihre Heimat zurückkehren. Die südkoreanischen Truppen sind im Nordirak stationiert und vorrangig mit Wiederaufbauprojekten beauftragt.

ROM: Die Wahl des italienischen Staatspräsidenten geht an diesem Dienstag in die zweite Runde. Im ersten Durchgang am Montagabend hatte in der Wahlversammlung das Mitte-Rechts-Lager des scheidenden Regierungschefs Silvio Berlusconi gegen den 80-jährigen Giorgio Napolitano gestimmt. Der Senator auf Lebenszeit und frühere Kommunist war vom Mitte-links-Bündnis des designierten Ministerpräsidenten Romano Prodi in letzter Minute als Kompromisskandidat aufgestellt worden. Damit setzt sich die Machtprobe zwischen Berlusconi und Prodi fort.

KÖLN: Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat sich verhalten optimistisch gezeigt, im Tarifstreit um die Gehälter und Arbeitsbedingungen der 22.000 Uni-Ärzte in Deutschland an diesem Dienstag eine Einigung zu erzielen. Andernfalls würden die Streiks fortgesetzt, sagte der Hauptgeschäftsführer der Ärztegewerkschaft, Armin Ehl, im ZDF. Die Forderung liege jetzt bei mindestens sieben Prozent mehr Geld. Die Ärzte seien bereit, bis zu 48 Stunden in der Woche zu arbeiten. Ursprünglich hatte der Marburger Bund eine Lohnerhöhung von 30 Prozent gefordert. Am Samstag waren die Gespräche kurz vor einer Einigung gescheitert. Die Uni-Ärzte in Deutschland sind seit März im Ausstand.

BERLIN: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat die Kritik von CDU und CSU am geplanten Antidiskriminierungsgesetz zurückgewiesen. Das Gesetz schütze Diskriminierte bei der Verfolgung ihrer Interessen, ohne dass dadurch unnötige Bürokratie entstehe, sagte Zypries. Der Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU), sagte, er gehe davon aus, dass das von der großen Koalition vereinbarte Gesetz die Mehrheit im Bundesrat finden werde. Dagegen erklärte der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU), er werde auf Korrekturen im Bundesrat dringen. Der Regierungsentwurf gehe über eine Umsetzung der EU-Richtlinien hinaus. FDP-Chef Guido Westerwelle und der Zentralverband des Deutschen Handwerks übten nochmals heftige Kritik an dem Vorhaben.

BERLIN: Die Bundesregierung und der Zentralrat der Sinti und Roma haben sich auf die Gestaltung der Gedenkstätte für die in der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma geeinigt. Wie Kulturstaatsminister Bernd Neumann in Berlin mitteilte, soll das Mahnmal in Gestalt eines Brunnens zwischen Reichstag und Brandenburger Tor entstehen. Anders als bisher geplant wird es keine zentrale Inschrift tragen, sondern nur die Vernichtungsorte sowie die Etappen der Verfolgung nennen. Die Ermordung von weit über 100.000 Sinti und Roma gilt neben dem Holocaust an den Juden als der zweite nationalsozialistische Völkermord. - Zugleich wurde bekannt, dass bisher rund 3,5 Millionen Menschen das Holocaust-Mahnmal in Berlin besucht haben. Es war vor einem Jahr eingeweiht worden.

SYDNEY: In einer australischen Goldmine sind zwei verschüttete Bergleute nach 13 Tagen lebend geborgen worden. Die Kumpel waren am 25. April nach einem Steinschlag in rund 1.000 Meter Tiefe eingeschlossen worden. Ein dritter Minenarbeiter starb bei dem Unglück. Die Verschütteten waren erst vor einer Woche geortet worden. Helfer gruben dann einen 16 Meter langen Rettungstunnel.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach einem zumeist sonnigen Tagesbeginn ziehen örtlich Schauer auf. Trocken bleibt es östlich der Elbe. Im Süden ist es überwiegend grau. Es kommt zu Gewitterschauern. Höchstwerte zwischen 13 und 24 Grad.