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Nachrichten

Dienstag, 9. Juni 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundeswirtschaftminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat den angeschlagenen Handelskonzern Arcandor und seine Eigentümer zum Handeln aufgefordert. Die angebotene Kapitalerhöhung um 150 Millionen Euro reiche nicht aus, sagte Guttenberg im deutschen Fernsehen. Um an einen staatlichen Rettungskredit zu kommen, müsse ein Zehn-Punkte-Plan erfüllt werden, der den Chefs bekannt sei. Die Bundesregierung hatte am Montag einen ersten Antrag des Konzerns auf einen Kredit von 437 Millionen Euro abgelehnt. Die Privatbank Sal. Oppenheim und ein Pool um die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz sowie die Vermieter der Karstadt-Warenhäuser seien zu keinem stärkeren Engagement bereit gewesen, hieß es dazu aus dem Bundesfinanzministerium. - Unterdessen kamen die Arcandor-Führungsgremien in Frankfurt zusammen, um das weitere Vorgehen zu beraten.

WIESBADEN: Der deutsche Außenhandel befindet sich wegen der Wirtschaftskrise weiter auf Talfahrt. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, lagen die Exporte im April nach vorläufigen Berechnungen um 28,7 Prozent unter denen des Vorjahresmonats. Die Einfuhren gingen danach um knapp 23 Prozent zurück. Kalender- und saisonbereinigt sanken die Ausfuhren gegenüber März um 4,8, die Importe um 5,8 Prozent. --- Die Außenhandelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 9,4 Milliarden Euro. Im April 2008 hatte der Saldo noch 19 Milliarden Euro betragen.

MONTREAL: Chinas Wachstum könnte nach Ansicht von Weltbank-Chef Robert Zoellick die Weltwirtschaft aus der Rezession führen. Dieses Wachstum im 1. Quartal habe die Erwartungen der Experten übertroffen und China werde "positiv überraschen", sagte Zoellick bei einer Konferenz im kanadischen Montreal. Er lobte zudem die Bemühungen der Pekinger Zentralbank, den Yuan zu einer global gehandelten Währung zu machen. Es sei zwar "gefährlich" Voraussagen zu machen, schränkte Zoellick ein. Er sehe in der Finanzkrise aber zur Zeit keine Notwendigkeit zusätzlicher Anreize.

WASHINGTON/ TURIN: Die Pläne von US-Präsident Barack Obama zur Sanierung der Autoindustrie haben einen empfindlichen Rückschlag erlitten. Der Oberste Gerichtshof der USA stoppte den geplanten Einstieg des italienischen Konzerns Fiat beim insolventen Hersteller Chrysler auf unbestimmte Zeit. Der Fall werde näher geprüft, erklärte eine Richterin. Das Gericht gab damit einem Eilantrag von Chrysler-Aktionären und -Gläubigern statt, die durch einen Verkauf finanzielle Nachteile fürchten. Anders als zuvor angedroht versicherte Fiat jetzt, trotz der Blockade an dem Geschäft festzuhalten, auch über die Frist zum 15. Juni hinaus. --- Die US-Regierung will Chrysler mit Hilfe von Fiat rasch sanieren und aus dem Insolvenzverfahren holen. Vorgesehen ist, dass die Italiener zunächst mit 20 Prozent bei Chrysler einsteigen, mit der Option auf eine spätere Mehrheit.

TEL AVIV: Der US-Sondergesandte George Mitchell unternimmt einen weiteren Anlauf, neue israelisch-palästinensische Verhandlungen durchzusetzen. Zum Auftakt seiner diplomatischen Nahost-Initiative standen in Tel Aviv und Jerusalem Gespräche mit verschiedenen Regierungsmitgliedern auf dem Programm. Am Mittwoch wird er in Ramallah bei Palästinenserpräsident Mahmud Abbas erwartet. Mitchell will diesmal offenbar auch nach Syrien und in den Libanon. --- Als Reaktion auf die Kairoer Rede des Präsidenten Barack Obama rief die Exilführung der radikalislamischen Hamas in Syrien die USA zu direkten Gesprächen auf, lehnte einen Gewaltverzicht aber erneut ab. Dies hatte Obama aber zur Vorbedingung für einen Dialog gemacht.

OSNABRÜCK: Die afghanische Regierung will wegen der zunehmenden Gewalt im Land die Zahl der afghanischen Polizisten und Soldaten von derzeit 160.000 schnellstmöglich auf 400.000 erhöhen. Da sich Afghanistan in der Nähe von den Aktivitätszentren des internationalen Terrorismus befinde, sei eine Aufstockung der Sicherheitskräfte notwendig, sagte der afghanische Außenminister Rangin Dadfar Spanta der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Auch die Zahl der Ausbilder und Trainer aus der EU und Deutschland sei immer noch zu gering. Gleichzeitig bedankte sich Spanta für die Unterstützung aus Deutschland und Europa. Deutschland sei einer der größten Nettozahler, und die Wiederaufbau-Teams der Bundeswehr seien sehr erfolgreich.

HAMBURG: Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat die Manager der gesetzlichen Krankenkassen scharf kritisiert. Manche hätten offenbar den Bezug zur Realität verloren, sagte Schmidt der "Financial Times Deutschland". Forderungen der Kassen nach einem Krisenzuschuss in Milliardenhöhe wies sie als "maßlos" zurück. Trotz der Kritik der Ministerin beharrt der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen weiterhin auf Staatshilfen, um Beitragsausfälle infolge der Wirtschaftskrise auszugleichen. Ende April waren die Einnahmeausfälle der gesetzlichen Krankenversicherung für 2009 auf 2,9 Milliarden Euro geschätzt worden. Der Bund ist verpflichtet, den Fehlbetrag durch ein Darlehen auszugleichen. Bis 2011 sollen die Krankenkassen die Steuergelder aber zurückzahlen.

NEW YORK: Der Ölkonzern Shell hat sich nach einem zehnjährigen Rechtsstreit wegen Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit der Ölförderung in Nigeria zur Zahlung von 15,5 Millionen Dollar bereit erklärt, um einen Prozess vor einem US-Gericht zu vermeiden. In dem Fall geht es um die Hinrichtung des Dichters und Umweltschützers Ken Saro-Wiwa und anderer Aktivisten 1995 in Nigeria. Sie hatten gegen die Ausbeutung des rohstoffreichen Niger-Deltas durch ausländische Firmen protestiert. Nach Auffassung der Hinterbliebenen war Shell in das Vorgehen des damaligen nigerianischen Militärregimes gegen die Umweltschützer verstrickt. Shell hat diesen Vorwurf stets bestritten.

LONDON: Der britische Premierminister Gordon Brown will ungeachtet des massiven innerparteilichen Widerstands im Amt bleiben. Trotz der Spesenaffäre und der historischen Schlappe seiner Labour-Partei bei der Europawahl schaffte es Brown, sich die Rückendeckung der Unterhaus-Fraktion zu sichern. Die Partei-Rebellen hätten kaum Unterstützung erhalten, berichteten Abgeordnete nach der nichtöffentlichen Sitzung in London. Ein Sturz Browns scheint damit zunächst abgewendet. --- Labour hatte bei der Europawahl das schlechtestes Ergebnis bei einer landesweiten Abstimmung seit fast 100 Jahren hinnehmen müssen. Mit nur knapp 16 Prozent der Stimmen fiel Labour hinter den Konservativen und den EU-Gegnern der UK Independence Party (UKIP) auf Platz drei zurück.

FUSSBALL: Der brasilianische Nationalspieler Kaka wechselt vom AC Mailand zu Real Madrid, wie der spanische Club mitteilte. Laut spanischen Medien beträgt die Transfersumme für den Mittelfeldspieler rund 65 Millionen Euro. Kaka wäre damit der zweitteuerste Spieler nach dem französischen Superstar Zinedine Zidane, der 2001 für die Rekordsumme von 76 Millionen Euro von Juventus Turin ebenfalls zu Real gewechselt war.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunächst wechselhaft und gebietsweise Regen oder Gewitter. Später von Westen her vorübergehend Auflockerungen, gefolgt von Regen und Gewittern. Höchstwerte 14 bis 23 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 13°, leichter Regen;

Berlin: 16°, nach Regen;

Dresden: 19°, leicht bewölkt;

Köln/Bonn: 15°, wolkig;

Frankfurt am Main: 14°, leichter Regen und

München: 16°, bedeckt.

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