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Nachrichten

Dienstag, 9. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

DÜSSELDORF: Wegen der versuchten Kofferbombenanschläge auf zwei Regionalzüge in Köln hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht den angeklagten Libanesen zu lebenslanger Haft verurteilt. Mit den fehlgeschlagenen Attentaten vom Sommer 2006 habe sich der heute 24-Jährige des vielfachen Mordversuchs schuldig gemacht, hieß es zur Begründung. Mit der Verhängung der Höchststrafe folgten die Richter der Forderung der Bundesanwaltschaft. Ein Komplize war wegen desselben Delikts bereits vor einem libanesischen Gericht zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Die Entdeckung der Sprengsätze in den Zügen im Kölner Hauptbahnhof hatte eine wochenlange Debatte über den Schutz vor Terroranschlägen in Deutschland ausgelöst. Die beiden als Einzeltäter geltenden Islamisten waren den Sicherheitsbehörden bei der Vorbereitung der Tat nicht aufgefallen.

ATHEN: Nach drei Tagen schwerster Unruhen rüsten sich die griechischen Sicherheitskräfte für eine weitere Eskalation. An diesem Dienstag soll in Athen der 15jährige Schüler beigesetzt werden, der am Samstag durch Schüsse eines Polizisten getötet worden war. Als Reaktion ist es landesweit zu massiven Ausschreitungen gekommen. Auf den Straßen trauere jetzt eine ganze Generation, sagte Sozialistenführer Papandreou und rief zu friedlichen Protesten – so wörtlich – "gegen die Gewalt des Staates" auf. Der konservative Ministerpräsident Karamanlis drohte nach einer Krisensitzung ein hartes Vorgehen gegen Randalierer an. Auch in der Nacht zum Dienstag hatten sich in Athen, Saloniki und anderen Städten Jugendliche Straßenschlachten mit der Polizei geliefert und Geschäfte, Banken und Autos in Brand gesteckt.

WASHINGTON: Der US-Kongress steuert möglicherweise auf eine Einigung über staatliche Finanzhilfen für die amerikanische Automobilindustrie zu. Die Demokraten im Kongress leiteten einen Entwurf an Präsident George W. Bush, wonach Kredite in Höhe von 15 Milliarden Dollar gewährt werden sollen, um der Branche zumindest über die nächsten Monate zu helfen. Die Summe liegt weit unter der Forderung der drei großen Automobilkonzerne Chrysler, Ford und General Motors. Sie hatten einen Bedarf von 34 Milliarden Dollar angemeldet. Das Weiße Haus reagierte erneut zögernd. In dem Entwurf der Demokraten werden umfangreiche Bedingungen an die Konzerne gestellt. So wird eine Umstellung auf spritsparende Modelle und mehr Produktion für den öffentlichen Nahverkehr verlangt sowie eine Begrenzung der Managergehälter.

TOKIO: Japan steckt tiefer in der Rezession als erwartet. Nach Angaben der Regierung in Tokio schrumpfte die Wirtschaft zwischen Juli und September um real 1,8 Prozent statt der zuvor berechneten 0,4 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt sank damit im zweiten Quartal in Folge. In solch einem Fall sprechen Ökonomen von Rezession. Der japanische Elektronikkonzern Sony kündigte an, weltweit 8.000 Arbeitsplätze zu streichen, die Investitionen zurückzuschrauben und sich aus unrentablen Märkten zurückzuziehen.

PRISTINA: Die europäische Polizei- und Justizmission im Kosovo – EULEX – hat offiziell ihre Arbeit aufgenommen. Die Europäische Union soll in der früheren serbischen Provinz schrittweise die Hauptverantwortung von den Vereinten Nationen übernehmen. Ziel von EULEX ist es, eine multi-ethnische Polizei, Justiz und Verwaltung in Kosovo aufzubauen und europäische Standards zu erreichen. Russland und Serbien, die beide die Unabhängigkeit des Kosovo als völkerrechtswidrig ablehnen, haben gegen die Verlagerung der Befugnisse von der UN auf die EU protestiert. An dem größten zivilen Einsatz der EU nehmen zunächst rund 1400 Polizisten, Richter und Verwaltungsexperten teil, darunter auch zahlreiche Deutsche.

PARIS: Der französischen Polizei ist erneut ein schwerer Schlag gegen die baskische Untergrundorganisation ETA gelungen. Nur drei Wochen nach der Festnahme des ETA-Militärchefs wurde dessen mutmaßlicher Nachfolger gefasst. Nach Angaben des französischen Innenministeriums war der Verdächtige Yarza gemeinsam mit zwei Komplizen in den Pyrenäen aufgespürt worden. Die französische Seite der Pyrenäen ist eines der Rückzugsgebiete der Terrororganisation, die für ein von Spanien unabhängiges Baskenland kämpft. Seit Jahresbeginn sind in Frankreich mehr als 30 ETA-Mitglieder verhaftet worden.

HAMBURG: Aus Angst vor Piratenüberfällen vor der Küste Somalias will ein deutsches Kreuzfahrtschiff alle Passagiere an Land bringen und nur mit einer Stammbesatzung den Golf von Aden passieren. Das berichtete der Norddeutsche Rundfunk. Bei dem Schiff handelt es sich demnach um die 'MS Columbus' der Reederei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten. Der Kapitän des von Ägypten kommenden Schiffes werde alle 246 Passagiere im Jemen an Land bringen und sie erst wieder in Oman an Bord nehmen. Die Touristen würden per Flugzeug befördert. Wie es in dem NDR-Bericht weiter heißt, hatte sich Hapag-Lloyd zuvor bei der Bundesregierung vergeblich um einen Geleitschutz bemüht. Die 'MS Columbus' war vor anderthalb Wochen in Genua zu einer Weltreise gestartet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden Regen. Sonst neblig-trüb oder aufgelockert, im Osten und an den Alpen auch sonnig. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen null und sieben Grad.

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