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Nachrichten

Dienstag, 8. September 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Nach der heftigen Kritik an dem von der Bundeswehr angeordneten Luftangriff auf zwei Tanklastwagen in Afghanistan will die Bundesregierung nun das Parlament umfassend informieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt derzeit im Deutschen Bundestag eine Regierungserklärung ab. Zuvor hatte sie im deutschen Fernsehen eine deutliche Verbesserung der Lage in Afghanistan gefordert. Die Regierung in Kabul müsse darauf vorbereitet werden, deutlich mehr Verantwortung zu übernehmen. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung schloss trotz der heftigen Kritik an seiner Informationspolitik einen Rücktritt aus. Der CDU-Minister räumte aber erstmals ein, dass es bei dem Angriff auch zivile Opfer gegeben haben könnte.

KABUL: Bei einem Autobombenanschlag vor dem Militärflughafen der afghanischen Hauptstadt sind mindestens drei Zivilisten getötet und mehrere ausländische Soldaten verletzt worden. Dies teilten US-Militärs und Polizei in Kabul mit. Ziel des Anschlags war laut einem Taliban-Sprecher ein Konvoi der internationalen Streitkräfte.

JERUSALEM: Die Ausweitung des israelischen Siedlungsbaus im Westjordanland ist von palästinensischer Seite in scharfer Form verurteilt worden. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas rief die arabische Welt zu einer geschlossenen Haltung gegen Israel auf. Solange Israel neue jüdische Bauvorhaben in den besetzten Gebieten genehmige, kehrten die Palästinenser nicht an den Verhandlungstisch zurück, ließ Abbas erklären. Die israelische Oppositionschefin Zipi Livni von der Kadima-Partei beklagte, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe sich mit dem Beschluss lediglich innenpolitisch das Überleben seiner Koalition sichern wollen. --- Zu den erteilten Baugenehmigungen gehört die Fortsetzung eines neuen Siedlungsprojektes im Jordantal, das wegen seiner fruchtbaren Böden als Kernland eines künftigen palästinensischen Staates gilt.

PHNOM PENH: Der UN-Koordinator beim Rote-Khmer-Tribunal, Knut Rosandhaug, hat sich gegen jegliche äußere Einmischung in den Völkermord-Prozess in Kambodscha verwahrt. Der Norweger wies damit insbesondere Warnungen des Ministerpräsidenten Hun Sen zurück, dass die Verhaftung weiterer Verdächtiger die nationale Aussöhnung gefährden und einen neuen Bürgerkrieg anfachen könnte. Erst vor wenigen Tagen hatte das Tribunal angekündigt, Anklagen gegen weitere ehemalige Rote Khmer zu prüfen. Damit war ein monatelanger Streit mit internationalen Ermittlungsrichtern beigelegt worden. -- Das mit Unterstützung der Vereinten Nationen eingerichtete Völkermord-Tribunal hat bislang Verfahren gegen fünf noch lebende Führungsmitglieder des Pol-Pot-Regimes eingeleitet.

ERFURT: In Thüringen will die CDU nach den Worten von Sozialministerin Christine Lieberknecht einen personellen Neuanfang, um damit die Voraussetzung für eine Koalition mit der SPD zu schaffen. Die Ära von Dieter Althaus sei mit dessen Rücktritt als Ministerpräsident beendet, sagte Lieberknecht im Deutschland-Radio. Sie war von der stellvertretenden CDU-Vorsitzenden des Landes, Birgit Diezel, als Nachfolgerin vorgeschlagen worden. Diezel reagierte damit auf die überraschende Ankündigung von Althaus, seine Amtsgeschäfte vorübergehend wieder aufzunehmen und sein Landtagsmandat anzunehmen. Die CDU, die bei der Landtagswahl Ende August ihre absolute Mehrheit verlor, führt derzeit Sondierungsgespräche mit der SPD. Diese verhandelt aber auch mit Linkspartei und Grünen.

HANNOVER: Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg hat an den Opel-Mutterkonzern General Motors appelliert, noch vor der Internationalen Automobilausstellung Mitte September eine Klärung über die Zukunft des Rüsselsheimer Autobauers herbeizuführen. Es sei auch im Sinne der Beschäftigten wünschenswert, wenn GM vor der IAA eine klare Orientierung geben würde, sagte Guttenberg der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Der GM-Verwaltungsrat will nach einem Pressebericht die Entscheidung über Opel auf seiner an diesem Dienstag beginnenden Sitzung noch einmal verschieben. Es gebe noch zu viele Unklarheiten, meldet das "Handelsblatt" unter Berufung auf mit den GM-Plänen vertraute Personen. Danach wolle GM Opel mit Geldern aus den USA sowie mit Hilfe einiger EU-Staaten selbst sanieren.

WIESBADEN: Die deutschen Exporte bleiben auf Erholungskurs. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, legten die Ausfuhren im Ferienmonat Juli im Vergleich zum Juni um 2,3 Prozent zu. Im Juni hatte der Anstieg bei gut sechs Prozent gelegen. Wegen der Wirtschaftskrise exportierte die deutsche Wirtschaft allerdings um 18,7 Prozent weniger als im Juli 2008. --- Die Einfuhren lagen im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als 22 Prozent niedriger. Im Vergleich zu Juni stagnierten sie.

BRASILIA: Frankreich und Brasilien haben Rüstungsgeschäfte in Milliardenhöhe vereinbart. Die Brasilianer wollen unter anderem 36 Jagdflugzeuge vom Typ "Rafale" des französischen Herstellers Dassault bestellen. Das teilte Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bei einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Nicolas Sarkozy in Brasília mit. Die Jets sollen mindestens fünf Milliarden Euro kosten. -- Das Geschäft würde den lang ersehnten Durchbruch für die Dassault-Gruppe bedeuten, die das "Rafale"-Modell bisher nirgendwo im Ausland absetzen konnte, auch nicht bei den traditionellen Rüstungskunden.

MEXIKO-STADT: Der mexikanische Präsident Felipe Calderon hat die Schlüsselfigur im Kampf gegen organisiertes Verbrechen und Drogenbanden ausgewechselt. Generalstaatsanwalt Eduardo Medina Mora werde durch den erfahrenen Juristen Arturo Chavez Chavez ersetzt, sagte Calderon ohne Gründe zu nennen. Er dankte Medina lediglich für seine "tapfere Arbeit" im Drogenkrieg. Das Amt des Chefanklägers gilt als der gefährlichste Posten in Mexiko. --- Calderon besetzte auch mehrere Regierungsämter neu.

PEKING: Aus der Volksrepublik China wird ein neues schweres Grubenunglück gemeldet. Nach Angaben der Behörden kamen durch eine Gasexplosion in einem Kohlebergwerk in Pingdingshan in der Provinz Henan mindestens 35 Kumpel ums Leben. Rettungsmannschaften suchten noch nach 44 Vermissten. -- Nach amtlichen Statistiken starben in China im vergangenen Jahr mehr als 3.200 Bergleute bei Minenunglücken.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Fast überall sonnig. Nur an den Küsten mehr Wolken, aber trocken. Höchstwerte zwischen 21 und 30 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 15°, wolkig
Berlin: 14°, fast wolkenlos
Dresden: 14°, wolkenlos
Köln/Bonn: 15°, fast wolkenlos
Frankfurt am Main: 14°, fast wolkenlos
München: 14°, wolkenlos

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