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Nachrichten

Dienstag, 8. Januar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NAIROBI: Der Vorsitzende der Afrikanischen Union, John Kufuor, wird in Kenia erwartet, wo er im Konflikt um den Ausgang der Präsidentenwahl vermitteln will. Geplant sind Gespräche Kufuors mit Staatspräsident Mwai Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga. Dieser hatte erklärt, er werde mit Kibaki nur dann zu einem Versöhnungstreffen zusammenkommen, wenn Kufuor dabei als Vermittler auftrete. Das Treffen soll auf Vorschlag des Präsidenten am Freitag stattfinden. Wegen der Vermittlungsinitiative Kufuors hatte die kenianische Opposition eine für diesen Dienstag geplante Großkundgebung abgesagt. Zugleich bekräftigte sie aber ihre Forderung nach Neuwahlen.

NEW YORK: Deutschland hat als erster Staat Geld in einen neuen UN-Hilfsfonds für die westsudanesische Krisenregion Darfur eingezahlt. Dabei handelt es sich nach Auskunft des deutschen UN-Botschafters Thomas Matussek um Mittel in Höhe von 350.000 Euro. Sie sollen gezielt Gebieten zur Verfügung gestellt werden, in denen die lokalen Führer Sicherheit garantieren können und zugleich auf Dialog setzen. In Darfur sind bei Kämpfen zwischen vorwiegend islamischen Milizen und der schwarzafrikanischen Bevölkerung seit 2003 mehr als 200.000 Menschen getötet worden, über zwei Millionen mussten fliehen.

COLOMBO: Bei einem Anschlag auf seinen Konvoi ist Sri Lankas Minister für Aufbau und Entwicklung, D.M. Dassanayaka, getötet worden. Er und mindestens sechs weitere Menschen waren zunächst in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Colombo gebracht worden. Wenig später starb Dassanayaka an seinen schweren Verletzungen. Auf dem Weg vom Zentrum Colombos zum Flughafen war ein auf der Straße platzierter Sprengsatz ferngezündet worden. Die Polizei vermutet tamilische Rebellen hinter der Tat. In der vergangenen Woche hatte Regierungschef Mahinda Rajapakse das Osloer Friedensabkommen mit den Rebellen aus dem Jahr 2002 offiziell aufgekündigt. Seit 2005 wurde es nicht mehr eingehalten.

BANGKOK: Die Ehefrau des gestürzten thailändischen Regierungschefs Thaksin Shinawatra ist in ihre Heimat zurückgekehrt und direkt verhaftet worden. Gegen eine Kaution von umgerechnet 114.000 Euro wurde sie unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Sie soll sich vor Gericht wegen Korruptionsvorwürfen verantworten. Ihr Mann kündigte an, sich auch bald der Justiz seines Heimatlandes stellen zu wollen. Er war nach seinem Sturz durch das Militär im September 2006 ins Exil gegangen. Die Partei seiner Anhänger gewann im Dezember die Parlamentswahl. Eine Regierungsbildung kam bisher jedoch nicht zustande, weil die vom Militär benannte Wahlkommission einige Ergebnisse wegen angeblicher Fälschung nicht anerkennt.

BERLIN: In Deutschland nimmt der Streit über den richtigen Umgang mit jungen Straftätern an Schärfe zu. Hessens Ministerpräsident Roland Koch warf der SPD vor, in 'ignoranter Sturheit' an ihren Positionen festzuhalten. Die Weigerung der Sozialdemokraten, das Jugendstrafrecht zu verschärfen, stoße auf massives Unverständnis der Bürger, betonte der CDU-Regierungschef. Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck hatte der Union am Montag Rechtspopulismus vorgehalten. Mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen versuche die Union, am rechten Rand der Gesellschaft auf Stimmenfang zu gehen, sagte Beck. Heftige Kritik an Koch übten auch Grüne und Linke. Der Zentralrat der Juden in Deutschland warnte davor, dass die Debatte über Jugendgewalt für ausländerfeindliche Zwecke missbraucht werden könnte.

FRANKFURT AM MAIN: Der Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn kann nach Einschätzung der Lokführer-Gewerkschaft GDL schon bald endgültig gelöst werden. Vor einer neuen Verhandlungsrunde sagte der GDL-Vorsitzende Manfred Schell, er rechne mit einer Einigung noch in dieser Woche. Umstritten war zuletzt noch die Frage, um wieviel Prozent die Einkommen der Lokführer angehoben werden sollen. Ihre zentrale Forderung nach einem eigenständigen Tarifvertrag konnte die Gewerkschaft bereits bei den Tarifgesprächen vergangene Woche durchsetzen. Dadurch konnten neue Lokführerstreiks abgewendet werden.

ROM: Die italienische Regierung will mit radikalen Maßnahmen der Müllkrise in Neapel und Umgebung begegnen. Das kündigte ein Sprecher von Ministerpräsident Romano Prodi nach einem ersten Krisentreffen am Montagabend an. Einzelheiten nannte er nicht. Für diesen Dienstag ist ein weiteres Treffen mit den zuständigen Ministern angesetzt. Am Montag hatten Soldaten damit begonnen, den Unrat zu beseitigen, der sich seit Wochen in den Straßen stapelt. In Neapel kam es an der vor elf Jahren stillgelegten, inzwischen aber wiedereröffneten Deponie Pianura zu Ausschreitungen zwischen Polizisten und Gegnern der Deponie. Die meisten Müll-Deponien in der Region Kampanien sind überfüllt. Eine erste Verbrennungsanlage soll Ende des Jahres in Betrieb gehen.

WASHINGTON: In Dixville Notch, einem kleinen Dorf im US-Bundesstaat New Hampshire, hat traditionell um Mitternacht Ortszeit die zweite Vorwahl im US-Präsidentschaftswahlkampf begonnen. Bei den Demokraten erhielt Senator Barack Obama die meisten Stimmen, bei den Republikanern Senator John McCain. Im Tagesverlauf wird auch in den übrigen Wahlkreisen abgestimmt. Die erste Vorwahl in Iowa hatte Obama bei den Demokraten klar für sich entschieden. Auch in Umfragen liegt er mittlerweile vor seiner Konkurrentin Hillary Clinton. Sie will nach eigenen Angaben aber zumindest bis zum 5. Februar weitermachen. Dann finden in 22 Bundesstaaten Vorwahlen statt.

ANKARA: Die Türkei will für die in Deutschland und anderen europäischen Ländern lebenden Türken das Briefwahlrecht einführen. Auch eine Stimmabgabe über Internet solle künftig möglich sein, beschloss das Kabinett in Ankara. Bisher konnten Auslands-Türken nur sehr eingeschränkt an Wahlen in ihrem Heimatland teilnehmen: Sie mussten in die Türkei reisen und an Grenzübergangsstellen oder Flughäfen ihre Stimmen abgeben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vor allem im Süden Auflockerungen, sonst mehr Wolken, aber kaum Regen. Höchstwerte zwei bis acht Grad.

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