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Nachrichten

Dienstag, 8. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PEKING: Die chinesische Regierung hat die massiven Proteste während des olympischen Fackellaufs als Missachtung des olympischen Geistes verurteilt. Das Außenministerium in Peking pochte zudem darauf, dass die Flamme während der Demonstrationen in Paris nicht gelöscht worden sei. Entsprechende Medienberichte seien falsch, erklärte Ministeriumssprecherin Jiang Yu. Es seien lediglich die Umstände des Laufs vorübergehend geändert worden. Tibet-Aktivisten hatten am Montag in Paris trotz eines Aufgebotes von 3.000 Polizisten den Abbruch des Fackellaufs erzwungen. Die Flamme wurde mehrere Male von der Polizei gelöscht. Nächste Station der Flamme ist San Francisco. Hier kam es bereits jetzt zu einer Protestaktion. Demonstranten kletterten an der Golden Gate Bridge empor und enthüllten dort ein riesiges Transparent mit einem Aufruf für ein freies Tibet.

HONGKONG: Vier Monate vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele sollen die chinesischen Behörden die Einreisebestimmungen für Ausländer verschärft haben. Bis Mitte Oktober würden keine Visa zur mehrfachen Einreise mehr ausgegeben, teilten Mitarbeiter von Reisebüros in Hongkong mit. Bislang war es üblich, auf Antrag ein Visum zu erhalten, das zur wiederholten Einreise innerhalb von drei Jahren berechtigte. Jetzt gebe es nur noch ein Visum, mit dem man innerhalb von drei Monaten zweimal einreisen könne.

SINGAPUR: Unterhändler der USA und Nordkoreas sind zu weiteren Gesprächen über das Atomprogramm Pjöngjangs zusammengekommen. Beide Seiten rechnen bei dem eintägigen Treffen in der US-Botschaft in Singapur allerdings nicht mit einem abschließenden Abkommen. Die US-Regierung kritisiert Verzögerungen bei den versprochenen Angaben Nordkoreas zu seinem Atomprogramm, die Regierung in Nordkorea wiederum macht eine Verzögerung bei den im Gegenzug angekündigten Hilfslieferungen geltend. Nordkorea hatte zugesagt, bis Ende vergangenen Jahres eine vollständige Auflistung seines Nuklearprogramms vorzulegen.

BERLIN: Die Ausbildung libyscher Sicherheitskräfte durch deutsche Kollegen beschäftigt nun auch das Parlament. Am Mittwoch wird sich nach Angaben des Fraktionsgeschäftsführers der CDU/CSU, Norbert Röttgen, das parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags mit dem Thema auf einer Sondersitzung befassen; voraussichtlich am Freitag solle im Bundestag selbst in einer aktuellen Stunde darüber debattiert werden. Die Bundesregierung bestreitet, dass mit einer Ausnahme Bundesbeamte oder Soldaten an der Ausbildung beteiligt gewesen seien. Etwa 30 deutsche Polizisten und Soldaten sollen 2005 und 2006 libysche Kollegen ausgebildet haben. Gegen acht Beamte wurden Disziplinarmaßnahmen eingeleitet. Gegen einen weiteren wird wegen Geheimnisverrats ermittelt.

BERLIN: Das Kabinett hat die außerplanmäßige Anhebung der Renten in diesem Jahr um 1,1 Prozent beschlossen. Auch 2008 soll es eine Erhöhung über die normale Anhebung hinaus geben. Dafür wird der so genannte Riester-Faktor für zwei Jahre ausgesetzt. In den kommenden Jahren werden so Kosten von zwölf Milliarden Euro verursacht. Geplante Senkungen der Rentenbeiträge verzögern sich. Junge Abgeordnete kritisieren die Erhöhung. Der CDU-Abgeordnete Jens Spahn wurde wegen seiner Äußerung, die Entscheidung sei aus wahltaktischen Gründen gefallen, von Senioren-Verbänden und aus den eigenen Reihen scharf angegriffen. Der 'Riester-Faktor' besagt, dass die jährlich im Juli anstehende Rentenerhöhung seit 2004 um einen angenommenen Faktor gedämpft wird, den jeder Arbeitnehmer in den Aufbau einer privaten Rentenversicherung investieren würde.

TEHERAN: Der Iran hat nach eigenen Angaben mit der Montage von 6.000 Zentrifugen eines modernen Typs begonnen. Die Maschinen würden in der Uran-Anreicherungsanlage Natans installiert, kündigte Präsident Mahmud Ahmadinedschad nach einer Meldung des staatlichen Rundfunks an. Der Iran begeht an diesem Dienstag den so genannten "Nationalen Tag der Atomtechnik". Vergangenes Jahr hatte Ahmadinedschad an diesem Tag verkündet, sein Land habe mit der Uran-Anreicherung in industriellem Maßstab begonnen. Mit den neueren Modellen könnte der Iran zwei- bis dreimal so schnell Uran anreichern. Die Anreicherungstechnik steht im Zentrum des Atomstreits mit dem Westen. Sie kann auch zum Bau von Atomwaffen eingesetzt werden.

JERUSALEM: Israelische Behörden haben den englischsprachigen Musiksender RAM FM geschlossen, der sich für eine Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern einsetzt. Mehrere Mitarbeiter wurden festgenommen. Die Polizei und das Kommunikationsministerium erklärten nach Angaben des israelischen Rundfunks, der Sender habe ohne Lizenz gesendet. Der Sender selbst teilte mit, er operiere innerhalb des gesetzlichen Rahmens. Der Sendebetrieb gehe jetzt von Ramallah im Westjordanland weiter. Das Modell für die seit einem Jahr sendende Station ist ein Rundfunksender in Südafrika, der in der 80-Jahren mit dem Ziel einer Aussöhnung von Schwarzen und Weißen entstanden war

KABUL: Bei Kämpfen während eines Polizeieinsatzes zur Vernichtung von Mohnfeldern im Süden Afghanistans sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Nach Behördenangaben wurden die Polizeieinheiten während des Einsatzes im Bezirk Maiwand von radikal-islamischen Taliban angegriffen. Bei den Toten soll es sich um sieben Polizisten und fünf Taliban handeln. Im Süden Afghanistans sind im Vorjahr Rekordmengen an Opium hergestellt worden. Die afghanische Regierung versucht nunmehr, die Mohnfelder noch vor der Ernte im Sommer zu zerstören.

HARARE: Eineinhalb Wochen nach der Präsidentschaftswahl in Simbabwe - deren Ergebnis immer noch nicht bekannt ist - nehmen die Spannungen in dem afrikanischen Krisenstaat weiter zu. Radikale Anhänger von Präsident Robert Mugabe besetzten nach Angaben von Farmern weitere Höfe weißer Landwirte. Die Farmer seien beschuldigt worden, die Opposition zu unterstützen. Gleichzeitig nahm die Polizei sieben Mitarbeiter der Wahlkommission fest. Ihnen werde Wahlfälschung zu lasten von Mugabe vorgeworfen, erklärte ein Polizeisprecher.

WASHINGTON: Der Internationale Währungsfonds plant, mehr als 400 Tonnen Gold für rund elf Milliarden Dollar zu verkaufen. Dies teilte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn nach einer Sitzung des Verwaltungsrates des Fonds in Washington mit. Ein Teil des Geldes solle dem IWF zugute kommen, der mit einem wachsenden Defizit zu kämpfen hat. - Für den Verkauf des Goldes ist allerdings die Zustimmung von 85 Prozent der IWF-Mitgliedsstaaten erforderlich. - Am Wochenende findet in Washington die gemeinsame Frühjahrstagung von IWF und Weltbank statt.

LONDON: Zehneinhalb Jahre nach dem Tod der britischen Prinzessin Diana hat ein Londoner Geschworenen-Gericht allen Mord- und Verschwörungstheorien eine klare Absage erteilt. Nach sechsmonatiger Verhandlung stellte das Gericht fest, dass der Unfalltod Dianas und ihres damaligen Begleiters Dodi al Fayed auf Fahrlässigkeit ihres angetrunkenen Fahrers und der sie verfolgenden Fotografen zurückzuführen sei. Dianas Söhne, die Prinzen William und Harry, erklärten, sie stimmten dem Untersuchungsergebnis zu.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bis stark bewölkt, gebietsweise noch Regen. Richtung Nordsee heiter. Tageswerte zwischen sechs und elf Grad.

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