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Nachrichten

Dienstag, 7. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

LUXEMBURG: Die Finanzminister der 27 EU-Staaten sind in Luxemburg zusammengekommen, um über Grundsätze bei der Rettung angeschlagener Banken zu beraten. Mit Blick auf die Finanzkrise hatten sich am Montag bereits die Minister der 15 Euroländer auf solche Regeln verständigt. Demnach sollen etwa Staaten, die Banken mit Milliardenbürgschaften oder Krediten vor dem Zusammenbruch retten, Einfluss auf das Management und die Besoldung führender Mitarbeiter bekommen. Die Länder der Euro-Zone machten klar, dass sie größere Bankenpleiten unbedingt verhindern wollen. EU-Währungskommissar Joaquín Almunia kündigte unterdessen an, dass der Mindeststandard, wonach Spareinlagen bis 20.000 Euro geschützt sein müssen, europaweit angehoben werden soll. Im Gespräch ist angeblich eine Verfünffachung auf 100.000 Euro.

TOKIO/FRANKFURT AM MAIN: Die durch die Finanzkrise ausgelöste Talfahrt an den internationalen Börsen geht weiter. In Asien brachen die Kurse an diesem Dienstag deutlich ein. Der japanische Nikkei-Index schloss mit einem Verlust von gut drei Prozent. Er war im Handelsverlauf zeitweise auf den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahren gefallen. Die japanische Zentralbank pumpte weitere umgerechnet sieben Milliarden Euro in den Geldmarkt, um für Stabilität an den Finanzmärkten zu sorgen. An der Frankfurter Börse drehte der Deutsche Aktienindex DAX nach einer leichten Erholung zu Handelsbeginn wieder ins Minus. Der DAX war bereits am Montag um mehr als sieben Prozent auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen.

BERLIN: Die Finanzmarktkrise lässt auch den Absatz der Autobauer einbrechen. Ein Sprecher des Opel-Konzerns bestätigte, dass die Bänder im Bochumer Werk mit 5.000 Mitarbeitern bereits seit voriger Woche stillstehen. Die Produktion soll in der nächsten Woche wieder aufgenommen werden. Die Beschäftigten wurden angewiesen, Überstunden auf ihren Arbeitszeitkonten abzubauen. Das Werk in Eisenach mit 1.800 Mitarbeitern wird von Montag an für drei Wochen geschlossen. - Die VW-Tochterfirmen Seat und Skoda drosseln ihre Produktion in Spanien und in Prag. Auch Mercedes-Benz und BMW kündigten an, den Fahrzeugbau zurückzufahren.

BERLIN: Das Kabinett hat die Verlängerung des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan um 14 Monate beschlossen. Das neue Mandat sieht zudem die Aufstockung des deutschen Kontingents um 1.000 Soldaten auf dann 4.500 vor. Noch an diesem Dienstag berät der Bundestag in erster Lesung über den Einsatz in der NATO-geführten Schutztruppe ISAF. Endgültig entscheiden die Abgeordneten über das Mandat Mitte Oktober. Eine Zustimmung der Koalitionsfraktionen Union und SPD gilt als sicher.

BANGKOK: In Thailand ist Vize-Regierungschef Chavalit Yongchaiyudh nach schweren blutigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften zurückgetreten. Die Polizei war mit Tränengasgeschossen und Schlagstöcken gegen mehrere tausend Demonstranten vorgegangen, die Barrikaden errichteten und das Parlament in Bangkok abriegelten. Dabei wurden nach jüngsten Berichten fast 120 Anhänger der Opposition verletzt, viele von ihnen schwer. Chavalit sagte, er sei mit seiner Mission gescheitert, eine Übereinkunft zwischen den seit Wochen protestierenden Demonstranten und der Regierung zu finden.

ANKARA: Die türkische Luftwaffe hat erneut Angriffe auf Stützpunkte kurdischer Rebellen geflogen. Insgesamt seien 21 Ziele im Nordirak und im Südosten der Türkei bombardiert worden, teilten die Streitkräfte in Ankara mit. Mit den Angriffen reagiert die Armee auf einen Überfall der kurdischen Untergrundorganisation PKK auf einen türkischen Grenzposten. Dabei waren vor einigen Tagen 17 Soldaten und mehr als 20 Rebellen getötet worden. Das türkische Parlament stimmt am Mittwoch darüber ab, ob die am 17. Oktober auslaufende Ermächtigung zu Luftangriffen im Irak um ein Jahr verlängert wird.

MOSKAU: Der scheidende israelische Regierungschef Ehud Olmert hält sich zu einem Arbeitsbesuch in der russischen Hauptstadt auf. Olmert wolle seine Gesprächspartner in Moskau vor allem zu einem Verzicht auf Waffengeschäfte mit Syrien und dem Iran bewegen, berichtet die Nachrichtenagentur Itar-Tass. Der russische Präsident Dmitri Medwedew will nach Angaben aus Diplomatenkreisen Olmert gegenüber vor allem die humanitäre Lage der Palästinenser im Gaza-Streifen thematisieren.

HARRISBURG: Der amerikanische Süßwarenkonzern Mars hat für 23 Milliarden Dollar den Kaugummi-Hersteller Wrigley übernommen. Damit ist Mars der größte Süßwarenproduzent der Welt. - Wrigley war zuvor mehr als 100 Jahre lang von der Gründerfamilie kontrolliert worden.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi haben sich für einen Einstieg der Deutschen Lufthansa bei der notleidenden italienischen Fluggesellschaft Alitalia ausgesprochen. Dies wäre im Interesse beider Länder, sagte Berlusconi nach einem Treffen mit Merkel in Berlin. Neben der Lufthansa hat auch Air France-KLM Interesse an Alitalia bekundet.

ZUM SPORT: Der deutsche Radprofi Stefan Schumacher steht unter Doping-Verdacht. Bei dem 27-Jährigen sei die Doping-Substanz Cera nachgewiesen worden, teilte sein 'Team Gerolsteiner' mit. Schumacher wurde daraufhin mit sofortiger Wirkung suspendiert. Er selbst bestreitet jegliches Doping. Schumacher hatte bei der diesjährigen Tour de France zwei Tage lang das Gelbe Trikot des Spitzenreiters getragen. - Der Bund Deutscher Radfahrer kündigte an, ein sportgerichtliches Verfahren gegen Schumacher einzuleiten. Ziel sei eine mindestens zweijährige Sperre.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend heiter bis wolkig, vor allem in der Westhälfte örtlich Regen. Längere Aufheiterungen im Süden und in Vorpommern. Höchstwerte 15 bis 21 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 11 Grad, stark bewölkt;
Berlin: 10 Grad, wolkig;
Dresden: 10 Grad, dunstig;
Köln/Bonn: 12 Grad, nach Regen;
Frankfurt am Main: 13 Grad, nach Regen
München: 12 Grad, Regen

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