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Nachrichten

Dienstag, 7. November 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

GAZA-STADT: Bei einem neuen Einsatz der israelischen Armee im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben fünf militante Palästinenser getötet worden. Zu dem Einsatz kam es in einer Ortschaft nördlich von Gaza-Stadt. Kurz zuvor hatte die israelische Armee die Beendigung ihrer knapp einwöchigen Offensive in der benachbarten Ortschaft Beit Hanun bekannt gegeben. Während dieses Einsatzes waren mehr als 50 Palästinenser getötet worden. Ziel der Offensive war, Raketenangriffe auf israelisches Gebiet zu unterbinden. Bei neuen Kämpfen wurden in Gaza-Stadt nach Augenzeugenberichten zwei Palästinenser getötet.

BAGDAD: Zwei Tage nach dem Todesurteil gegen ihn ist der frühere irakische Machthaber Saddam Hussein wieder vor Gericht erschienen. Er muss sich in einem zweiten Verfahren wegen des Vorwurfs des Völkermords an Kurden in den 80er Jahren verantworten. Dort waren bei mehreren Angriffen bis zu 100.000 Menschen getötet worden. Auch hier droht Saddam die Todesstrafe. Bei dem ersten Verfahren ging es um ein Massaker an Schiiten. In Bagdad selbst wurde die unmittelbar vor dem Urteilsspruch verhängte Ausgangsperre wieder aufgehoben. Sie war aus Furcht vor Unruhen verhängt worden. Die verbotene Baath- Partei Saddam Husseins drohte unterdessen mit Anschlägen auf die besonders gesicherte grüne Zone im Zentrum Bagdads, sollte das Todesurteil vollstreckt werden. Zuvor ist jedoch noch ein Berufungsverfahren anhängig.

BERLIN: Wenige Wochen vor Beginn der deutschen EU- Ratspräsidentschaft herrscht in der großen Koalition Uneinigkeit über die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. CSU-Chef Edmund Stoiber forderte, die laufenden Verhandlungen einzufrieren. Die bisherige Nicht-Anerkennung des EU-Mitgliedes Zypern durch die Türkei sei inakzeptabel und vertragswidrig, so Stoiber. Dagegen verlangte Außenminister Frank-Walter Steinmeier -SPD- die konsequente Fortsetzung der Verhandlungen.

BRÜSSEL: Die Finanzminister der Europäischen Währungsunion haben der Bundesregierung eine solide Haushaltspolitik bescheinigt. Deutschland befolge die Vorschrift des Stabilitätspaktes, während eines Aufschwungs für schlechte Zeiten vorzusorgen, sagte der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker, in Brüssel. Die Kommission will wegen der guten Entwicklung der Staatsfinanzen im kommenden Jahr ein Ende des Defizitverfahrens gegen Deutschland empfehlen. In ihrer Herbstprognose geht die Kommission von einem weiterhin soliden Aufschwung aus.

BERLIN: Die große Koalition will die Kindermitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung bereits von 2007 an über Steuern teilfinanzieren. Allerdings hätten die Haushaltsexperten noch keine Konzepte für die Umsetzung vorgelegt, sagte der SPD-Vorsitzende Kurt Beck in einem Gespräch der Koalitionsspitze im Berliner Kanzleramt. Dabei geht es um 1,5 Milliarden Euro für die Krankenkassen. Die grundsätzliche Entscheidung war bereits getroffen worden, nachdem bekannt wurde, dass beträchtliche Steuermehreinnahmen in diesem Jahr zu erwarten sind. Die Zeit für eine Entscheidung drängt, da schon an diesem Donnerstag der Haushaltsausschuss den Etat für 2007 festlegen will.

PARIS: Der in die Krise geratene europäische Flugzeugbauer Airbus reduziert die Zahl seiner Zulieferer von bislang 3.000 auf rund 500. Das teilte der Flugzeughersteller in Paris mit und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Die Kürzung ist Bestandteil des Sparprogramms, mit dem die Milliardenverluste durch die Verzögerungen bei der Auslieferung des Super-Airbus A-380 aufgefangen werden sollen. Erwartet wird zudem ein massiver Stellenabbau bei Airbus.

TOKIO: Im Norden Japans sind bei einem Tornado mindestens neun Menschen ums Leben gekommen und zwölf verletzt worden. Der Wirbelsturm erfasste ein Neubaugebiet in der Stadt Saroma, rund tausend Kilometer nordöstlich von Tokio. Unter den Trümmern von zehn Häusern wurden nach Angaben der Feuerwehr mindestens 20 Bewohner verschüttet.

DUSCHANBE: In der früheren Sowjetrepublik Tadschikistan hat Amtsinhaber Emomali Rachmonow die Präsidentenwahl erwartungsgemäß gewonnen. Wie die Wahlkommission mitteilte, entfielen gut 76 Prozent der Stimmen auf ihn. Der seit 1992 autoritär regierende Rachmonow galt als haushoher Favorit, da die Opposition die Wahl aus Protest gegen Behinderungen ihrer Arbeit boykottierte. Bei der Stimmabgabe wies Rachmonow Bedenken westlicher Beobachter zurück, die Wahl sei nicht demokratisch. Er räumte jedoch ein, dass die Abstimmung westlichen Standards nicht genüge.

PARIS: In der französischen Hafenstadt Le Havre ist ein Schiff mit einer ersten Ladung des Giftmülls eingetroffen, der in der Elfenbeinküste zum Tod von zehn Menschen geführt hatte. Die etwa 3.000 Tonnen Giftmüll sollen nun per Zug zu einer Verbrennungsanlage südlich von Lyon gebracht werden. Die giftigen Abfälle waren im Auftrag eines niederländischen Konzerns im August am Rande Abidjans abgeladen worden. Zehn Menschen starben, etwa 100.000 mussten behandelt werden. Der Giftmüllskandal hatte in Abidjan teils gewalttätige Proteste ausgelöst und zum Rücktritt der Regierung geführt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselhaft. Dabei im Westen längere heitere Abschnitte, im Süden zeitweise neblig. Höchstwerte zwischen zehn und 15 Grad Celsius.

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