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Nachrichten

Dienstag, 6. Mai 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

RANGUN: Nach dem verheerenden Zyklon 'Nargis' in Birma geht das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen von einer Million Obdachloser in dem südost-asiatischen Land aus. Einige Ortschaften seien dem Boden gleich gemacht, sagte ein Sprecher. Zuvor hatten Experten versucht, sich in den am schlimmsten betroffenen Regionen im tiefergelegenen Irrawaddy-Delta einen Überblick zu verschaffen. Sie bezeichneten die Lieferung von Hilfsgütern ins Katastrophengebiet als schwere Herausforderung. Große Sorge bereitet den Helfern die Unterbringung der Obdachlosen und ihre Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Die Militärjunta korrigierte nochmals die Opfer-Bilanz und spricht jetzt von mehr als 15.000 Toten und 30.000 Vermissten. Ferner teilte sie mit, dass die für Samstag in Birma geplante Volksbefragung zur neuen Verfassung in den schwer verwüsteten Regionen auf den 24. Mai verschoben wird.

BERLIN: Die Unionsfraktion im Bundestag will an diesem Dienstag ihr umstrittenes Sicherheitskonzept beschließen. Es sieht unter anderem die Einrichtung eines Nationalen Sicherheitsrats nach dem Vorbild der USA vor. Das Gremium soll im Kanzleramt angesiedelt sein und die Arbeit mehrerer Ministerien in Sicherheitsfragen koordinieren. In dem Unionspapier wird die Trennung zwischen innerer und äußerer Sicherheit für überholt erklärt. Der Parlamentsvorbehalt für Auslandseinsätze der Bundeswehr soll dem Konzept zufolge eingeschränkt werden. Der Koalitionspartner SPD lehnt die Pläne ab. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verwies auf die schlechten Erfahrungen in den USA. Der US-Sicherheitsrat habe 2003 jeden Widerspruch gegen den Irak-Krieg ignoriert. Die Tradition einer zivilen Außenpolitik sei in Deutschland auch aus historischen Gründen im Grundgesetz verankert, betonte Steinmeier.

BERLIN: Die SPD will auf die von der CSU vorgeschlagenen Steuersenkungen mit einem eigenen Konzept reagieren. Der Plan soll laut Parteichef Kurt Beck bereits in drei Wochen beim SPD-Zukunftskongress in Nürnberg vorgestellt werden. Fraktionsvize Joachim Poß dämpfte unterdessen die Hoffnung auf rasche Steuersenkungen. Poß sagte im deutschen Fernsehen, die große Koalition habe sich darauf verständigt, bis 2011 einen ausgeglichenen Bundeshaushalt vorzulegen. Dieses Ziel sei vorrangig und schon ohne Steuersenkungen schwer genug zu erreichen. Die CSU hatte am Montag ein Konzept verabschiedet, wonach die Steuerzahler bis 2012 um 28 Milliarden Euro entlastet werden sollen. SPD und Opposition kritisierten das Vorhaben als unseriös.

OSNABRÜCK: Gut eineinhalb Jahre nach dem Unglück auf der Transrapid-Teststrecke im Emsland mit 23 Toten hat der Prozess gegen zwei ehemalige Betriebsleiter begonnen. Die 50 und 67 Jahre alten Ingenieure müssen sich vor dem Landgericht Osnabrück wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung verantworten. Die Anklage wirft ihnen vor, durch Mängel in den Betriebsvorschriften den schweren Unfall ermöglicht zu haben. Auf der Strecke war im September 2006 ein Transrapid-Zug mit hoher Geschwindigkeit auf ein Wartungsfahrzeug geprallt.

JERUSALEM: Israels Regierungschef Ehud Olmert und Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas sind sich in zentralen Streitfragen des Nahost-Konflikts näher gekommen. Ein Vertreter der israelischen Regierung sprach nach dem Treffen der beiden Politiker in Jerusalem von deutlichen Fortschritten. Voran komme man insbesondere bei der Diskussion über den Grenzverlauf eines künftigen Palästinenserstaates sowie beim Thema Sicherheit. In den vergangenen Tagen hatte US-Außenministerin Condoleezza Rice ein weiteres Mal zwischen beiden Seiten vermittelt. - Wegen der bevorstehenden Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Israels riegelte die Armee das palästinensische Westjordanland ab. Verteidigungsminister Ehud Barak begründete den Schritt mit Warnungen vor möglichen Terroranschlägen.

INDIANAPOLIS: Im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten in den USA treten die Senatoren Hillary Clinton und Barack Obama an diesem Dienstag in Vorwahlen in Indiana und North Carolina gegeneinander an. Laut Umfragen führt Obama deutlich in North Carolina, in Indiana zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Es sind die letzten Abstimmungen in bevölkerungsreichen Bundesstaaten. Clinton will auch im Fall einer Doppelniederlage weitermachen. Beide Bewerber konzentrierten sich in ihren letzten Auftritten auf Wähler aus der Arbeiterschicht.

TOKIO: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ist der chinesische Präsident Hu Jintao zu einem fünftägigen Besuch in Japan eingetroffen. Es ist der erste Aufenthalt eines chinesischen Staats- und Parteichefs seit zehn Jahren. In Gesprächen Hus mit dem japanischen Regierungschef Yasuo Fukuda geht es vor allem darum, das gegenseitige politische Vertrauen zu fördern und die Kooperation zwischen beiden Ländern voranzubringen. Umstrittene Themen wie der Umgang mit Japans Kriegsvergangenheit oder der Territorialstreit um reiche Öl- und Gasvorkommen im Ostchinesischen Meer dürften eher nachrangig behandelt werden.

LYON: Die internationale Polizeiorganisation Interpol fahndet zum zweiten Mal öffentlich weltweit nach einem Mann, der Jungen aus Südostasien sexuell missbraucht haben soll. Bilder der Taten wurden im Internet verbreitet. Interpol-Generalsekretär Ronald Noble teilte mit, trotz zweijähriger Untersuchungen sei es nicht gelungen, die Identität des Mannes, seine Nationalität oder seinen Aufenthaltsort zu ermitteln. Deshalb gehe man an die Öffentlichkeit. Der Gesuchte sei eine Gefahr für Kinder. - Bei der ersten weltweiten Fahndung nach einem mutmaßlichen Pädophilen im vorigen Oktober konnte der Verdächtige kurz darauf festgenommen werden.

ZÜRICH: Wegen der US-Immobilienkrise ist die Schweizer Großbank UBS im ersten Quartal des Jahres tief in die roten Zahlen gerutscht und hat einen Stellenabbau angekündigt. Der Verlust lag nach Angaben des Geldinstituts bei umgerechnet sieben Milliarden Euro. Als Konsequenz streicht die UBS im Investment Banking noch in diesem Jahr 2.600 Arbeitsplätze. Im kommenden Jahr werden voraussichtlich weitere 3.000 Stellen wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen würden sich nicht vermeiden lassen, sagte ein Sprecher. Derzeit beschäftigt die größte Bank der Schweiz noch 84.000 Menschen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Fast überall sonnig und sommerlich warm. Im Osten sowie im Rhein-Main-Gebiet und Bayern örtlich Durchzug lockerer Wolkenfelder. Höchstwerte 17 bis 25 Grad Celsius.

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