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Nachrichten

Dienstag, 4. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Nach dem längsten und teuersten Wahlkampf der US-Geschichte sind die Bürger der Vereinigten Staaten an diesem Dienstag aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. In jüngsten Umfragen führte der Kandidat der Demokraten, Barack Obama, vor seinem republikanischen Rivalen John McCain. Der 47-jährige Senator Obama hat damit gute Chancen, erster schwarzer Präsident der USA zu werden. Amtsinhaber George W. Bush von den Republikanern darf gemäß Verfassung nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Die ersten Wahllokale öffneten traditionell bereits um Mitternacht Ortszeit in zwei kleinen Ortschaften im Bundesstaat New Hampshire. Landesweit wird mit einer Rekordwahlbeteiligung gerechnet. Insgesamt ließen sich 153 Millionen US-Bürger in die Wählerlisten eintragen, so viele wie noch nie. Neben dem Präsidenten wird auch das US-Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt.

ANCHORAGE: Die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin ist in einem neuen Untersuchungsbericht vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs als Gouverneurin von Alaska freigesprochen worden. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass Palin bei der Entlassung von Sicherheitschef Walt Monegan gegen das Gesetz verstoßen habe, erklärte die Personalkommission des Staates Alaska. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss war im Oktober hingegen zu dem Ergebnis gekommen, dass Palin bei der Entlassung Monegans auch persönliche Interessen verfolgt habe. Der Sicherheitschef hatte sich geweigert, einen Polizisten vom Dienst zu suspendieren, der sich von Palins Schwester hatte scheiden lassen.

TAIPEH: Als Zeichen ihrer Annäherung haben China und Taiwan eine Reihe von Wirtschaftsabkommen unterzeichnet. Die Vereinbarungen sehen unter anderem vor, dass künftig deutlich mehr Passagier- und Frachtflugzeuge zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland verkehren sollen. Außerdem wollen beide Länder ihre Zusammenarbeit im Postwesen und bei der Lebensmittelsicherheit intensivieren. Anlässlich der Unterzeichnung der Abkommen war eigens der chinesische Chefunterhändler Chen Yunlin nach Taipeh gereist. Chen ist der bisher ranghöchste Vertreter der Volksrepublik, der nach Taiwan entsandt wurde. Die Regierung in Peking betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz.

WIESBADEN: Nach der geplatzten Machtübernahme von SPD und Grünen mit Hilfe der Linkspartei suchen die hessischen Parteien nach Auswegen aus der Krise. Der Landesvorstand der Grünen sprach sich für baldige Neuwahlen aus. Innenminister Volker Bouffier (CDU) verlangte, bis zur nächsten Landtagssitzung am 18. November zu klären, ob eine neue Regierungsbildung versucht oder vorgezogene Neuwahlen angesetzt werden sollten. Nach seinen Worten würde die hessische CDU erneut mit dem amtierenden Ministerpräsidenten Roland Koch in eine Wahl gehen. FDP-Landeschef Jörg-Uwe Hahn kündigte an, dass seine Partei im Falle von Neuwahlen keine Koalitionsaussage machen werde. Bei der letzten Abstimmung hatten sich die Liberalen noch für ein Regierungsbündnis mit der CDU ausgesprochen.

BERLIN: Der Bundestag will an diesem Dienstag eine Erklärung zum Kampf gegen Antisemitismus beschließen. Anlass ist der 70. Jahrestag der Pogromnacht vom 9. November 1938. Offen ist derzeit noch, ob es zu einem gemeinsamen Beschluss aller Fraktionen einschließlich der Linksfraktion kommen wird. CDU und CSU lehnen eine Einbindung der Linkspartei ab, weil es in ihr antisemitische und Israel-feindliche Kräfte gebe. In dem von den anderen Parteien gebilligten Textentwurf wird unter anderem vorgeschlagen, ein Expertengremium zu schaffen, das regelmäßig Berichte über den Antisemitismus in Deutschland erstellen soll. In der sogenannten Reichskristallnacht wurden hunderte Juden ermordet sowie mindestens 7.000 Synagogen, jüdische Gemeindeeinrichtungen und Geschäfte zerstört.

MÜNCHEN: Siemens steigt aus der Produktion von Computern aus. Der Technologie-Konzern verkauft seinen 50-Prozent-Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Fujitsu Siemens Computers für 450 Millionen Euro an den japanischen Partner, wie in München mitgeteilt wurde. Siemens wolle sich künftig auf die Gebiete Industrie, Energie und den Gesundheitssektor konzentrieren. Siemens und Fujitsu hatten ihr Gemeinschaftsunternehmen vor neun Jahren gegründet. Weltweit arbeiten mehr als 10.000 Beschäftigte für das Joint Venture. Nach einem Bericht der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' sollen nun 1.000 Stellen gestrichen werden, 500 davon in Deutschland.

OLDENBURG: Sieben Monate nach dem tödlichen Wurf mit einem Holzklotz von einer Autobahnbrücke hat vor dem Landgericht Oldenburg der Prozess begonnen. Angeklagt wegen Mordes ist ein 30 Jahre alter Drogensüchtiger. Er soll am Ostersonntag den sechs Kilogramm schweren Klotz an der A 29 nahe Oldenburg gezielt auf ein Auto geworfen haben. Dabei wurde eine 33-jährige Frau vor den Augen ihres Mannes und ihrer beiden kleinen Kinder getötet. Der Angeklagte hatte die Tat zunächst zugegeben, später jedoch sein Geständnis widerrufen. Wegen anonymer Morddrohungen ist der Zuschauerraum im Gerichtssaal durch eine Sicherheitsglaswand abgetrennt.

SAN FRANCISCO: Genetische Untersuchungen haben den Tod des US-Abenteurers Steve Fossett bestätigt. Die DNA der nahe seines Flugzeugwracks im Oktober gefundenen Knochen stimme mit der DNA des Millionärs überein, teilten die Behörden in Kalifornien mit. Fossett war im September 2007 mit seinem Kleinflugzeug in Nevada gestartet und galt lange Zeit als verschollen. - Der Abenteurer war für seine waghalsigen Unternehmungen bekannt. 2002 hatte er als erster Mensch die Erde mit einem Heißluftballon umrundet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend bewölkt und neblig, gebietsweise Nieselregen. Im Süden nach Hochnebelauflösung vereinzelt heiter. Tageshöchstwerte zehn bis 16 Grad.

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