1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Dienstag, 4. April 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

BERLIN: Bundesregierung und Wirtschaft wollen mit Milliarden-Investitionen den Anstieg der Strompreise bremsen und die Abhängigkeit von Energie-Importen senken. Das ist das Ergebnis des ersten Energiegipfels am Montagabend in Berlin. Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel mitteilte, wollen die Stromerzeuger in den nächsten sechs Jahren insgesamt 70 Milliarden Euro investieren. Rund 30 Milliarden sollen in die konventionelle Stromerzeugung fließen, weitere 40 Milliarden in erneuerbare Energien. Umstritten blieb der vereinbarte Ausstieg aus der Atomenergie. Wie diese ersetzt werden könne, müsse noch geprüft werden, hieß es. Bis 2007 will die Kanzlerin ein Energie-Gesamtkonzept vorlegen.

DRESDEN: In den ostdeutschen Hochwassergebieten erwarten die Bürger mit Sorge den Höchststand der Elbe. In Sachsen dürften die höchsten Pegel an diesem Dienstag gemessen werden. Als besonders gefährdet gilt der Dresdner Stadtteil Gohlis. Hunderte Helfer versuchten dort auch in der vergangenen Nacht, einen Damm zu verstärken. Die Stadtverwaltung forderte weitere Einwohner auf, sich in Sicherheit zu bringen. Am Montag war auch in Sachsen-Anhalt die höchste Alarmstufe ausgelöst worden. Dramatisch ist die Hochwasserlage in Tschechien, wo mittlerweile in sieben der 14 Regionen der Notstand ausgerufen wurde.

ULM: Im Tarifstreit der Klinikärzte will die Mediziner-Gewerkschaft 'Marburger Bund' den Druck auf die Arbeitgeber weiter verstärken. Zu einer zentralen Protest-Kundgebung in Ulm werden an diesem Dienstag tausende Ärzte aus ganz Deutschland erwartet. Gestreikt wird nach Gewerkschafts-Angaben mittlerweile an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern in 23 Städten. Die Klinikärzte fordern um 30 Prozent höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder haben bisher kein Ergebnis gebracht.

CELLE: Wegen des Sprengstoff-Anschlags auf eine britische Kaserne in Osnabrück 1989 ist ein ehemaliger irischer Terrorist zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Die Richter des Oberlandesgerichts Celle sahen es als erwiesen an, dass der Angeklagte an dem Attentat beteiligt war. Der 45-Jährige, der einer Abspaltung der nordirischen Untergrundorganisation IRA angehörte, hatte sich freiwillig den deutschen Behörden gestellt und ein Geständnis abgelegt. Bei dem Anschlag vor 17 Jahren war lediglich Sachschaden entstanden, verletzt wurde niemand.

WASHINGTON: Im einzigen US-Prozess um die Terror-Anschläge vom 11. September 2001 hat die Staatsanwaltschaft einen Erfolg erzielt. Eine Geschworenen-Jury am Bundesgericht im amerikanischen Alexandria entschied, dass der angeklagte Franzose Zacarias Moussaoui auch zum Tode verurteilt werden könnte. Der gebürtige Marokkaner habe Informationen über die Planung der Anschläge verschwiegen und damit den Tod von 3.000 Menschen zu verantworten. Nun muss die Jury entscheiden, ob der 37-Jährige tatsächlich hingerichtet wird oder eine lebenslange Haftstrafe erhält.

WASHINGTON: Das US-Verteidigungsministerium hat nach jahrelangem Widerstand gegen die Freigabe von Akten über Insassen des Gefangenenlagers Guantanamo einen Kurswechsel eingeschlagen. Es veröffentlichte jetzt Material erstmals freiwillig. Unter anderem werden darin Verhöre von Insassen dokumentiert. Namen werden aber nicht genannt. Insgesamt halten die USA nach eigenen Angaben 490 Menschen in dem Lager auf Kuba fest. Nur zehn der Guantanamo-Gefangenen sind bislang offiziell angeklagt worden.

BANGKOK: Die Opposition in Thailand will ihre Masenproteste beenden und Neuwahlen abhalten, sollte der umstrittene Ministerpräsident Thaksin Shinawatra zurücktreten. Diesen Schritt hatte Thaksin angesichts zahlreicher Proteststimmen bei der Parlamentswahl nicht ausgeschlossen. Der Regierungschef erklärte zwar, seine Partei 'Thai Rak Thai' habe nach Teilergebnissen mehr als 50 Prozent der Stimmen erzielt. Dennoch schlug er die Gründung eines unabhängigen Komitees vor, das über eine Lösung der Krise und über seine eigene politische Zukunft entscheiden solle. Die Opposition hatte die Bevölkerung zum Boykott der Wahl am vergangenen Sonntag aufgerufen. Nach offiziellen Angaben wurde bisher erst die Hälfte der 400 Wahlkreise ausgezählt.

CARACAS: Venezuela hat zwei europäischen Erdöl-Firmen die Förderlizenz entzogen. Das Energie-Ministerium in Caracas teilte mit, der französische Konzern Total und die italienische ENI hätten sich geweigert, die vorgeschriebenen Assoziierungsverträge mit der staatlichen Gesellschaft 'Petroleos de Venezuela' zu unterzeichnen. Diese werde nun die Kontrolle über die von den europäischen Unternehmen erschlossenen Ölfelder übernehmen.

BERLIN: In der Diskussion über die umstrittene Staatsbürgschaft für die deutsch-russische Ostsee-Pipeline hat der Bund der Steuerzahler eine lückenlose Aufklärung der Hintergründe verlangt. Verbandspräsident Karl-Heinz Däke forderte die Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses, auch wenn der Kredit nicht in Anspruch genommen werde. Es sei völlig unverständlich, dass bei einer Staatsbürgschaft von einer Milliarde Euro weder der damalige Kanzler Gerhard Schröder noch sein Finanzminister darüber informiert gewesen seien. Ein derartig verantwortungsloser Umgang mit Steuergeldern sei beispiellos, sagte Däke. Altkanzler Schröder steht in der Kritik, weil er mittlerweile Aufsichtsratsvorsitzender der Pipeline-Betreibergesellschaft ist.

ZUM SPORT: Fußball-Bundesligist MSV Duisburg hat seinen Trainer Jürgen Kohler beurlaubt. Damit reagierte die Vereinsführung auf die sportliche Talfahrt des MSV. Nach fünf Spielen in Folge ohne Sieg ist der Klub akut abstiegsgefährdet. Kohler hatte den Cheftrainer- Posten in Duisburg erst im Dezember angetreten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselhaft mit Schauern und etwas Sonne. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen fünf und zehn Grad, im Südwesten bis 14 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 3 Grad, nach Schauer;
Berlin: 4 Grad, stark bewölkt;
Dresden
und Köln/Bonn: 5 Grad, wolkig;
Frankfurt am Main: 6 Grad, nach Schauer und
München: 5 Grad, leicht bewölkt.