1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Dienstag, 31. Oktober 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

LÜBECK: Nach der Veröffentlichung makabrer Totenschädel-Fotos gibt es erste Geständnisse. Drei Soldaten einer Bundeswehr-Kaserne im schleswig-holsteinischen Bad Segeberg hätten ihre Beteiligung zugegeben, sagte General Christof Munzlinger den 'Lübecker Nachrichten'. Weiter heißt es, die Verantwortlichen hätten sich bei ihrer Vernehmung reumütig gezeigt und den Fall rückhaltlos eingestanden. Insgesamt wird gegen 20 aktive und ehemalige Soldaten ermittelt. Deutsche Medien hatten in der vergangenen Woche Bilder veröffentlicht, auf denen Bundeswehrsoldaten in Afghanistan mit Totenschädeln posieren.

ASTANA: Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat die ehemaligen Sowjetrepubliken in Zentralasien zu verstärkten politischen Reformen aufgerufen. Dem Umbau der Wirtschaft müsse auch eine Öffnung hin zu mehr Rechtsstaatlichkeit folgen, forderte Steimeier zum Auftakt seiner Reise in die Region. Er begrüße die Schritte, die Kasachstan bereits eingeleitet habe, sagte Steinmeier in der Hauptstadt Astana. Sein Kollege Kassymstorat Takajew hob die Bedeutung Deutschlands für die Beziehungen zur Europäischen Union hervor. Der Bundesrepublik komme dabei eine Schlüsselrolle zu. In den kommenden Tagen besucht Steinmeier auch Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenien und Kirgisien.

WIEN: Einen Monat nach der Parlamentswahl in Österreich hat der scheidende konservative Kanzler Wolfgang Schüssel die Koalitionsverhandlungen mit den Sozialdemokraten abgebrochen. Die Voraussetzung für vertrauensvolle Gespräche sei in Frage gestellt, begründete Schüssel die Entscheidung der Volkspartei ÖVP. Zuvor hatte die SPÖ im Nationalrat in Wien mit Unterstützung der oppositionellen Grünen und der rechtsgerichteten FPÖ die Einrichtung von zwei Untersuchungsausschüssen durchgesetzt. Insbesondere geht es um den von der amtierenden Regierung vereinbarten Kauf von 18 Eurofightern für zwei Milliarden Euro. Die SPÖ unter Parteichef Alfred Gusenbauer kritisiert das Geschäft als zu teuer.

ISLAMABAD: Nach dem folgenschweren Luftangriff auf eine Koranschule in Pakistan haben Islamisten zu landesweiten Protesten aufgerufen. In Khar im Nordwesten des Landes versammelten sich auch an diesem Dienstag tausende aufgebrachte Stammesangehörige und skandierten Parolen wie 'Tod den USA' und 'Tod für Pakistans Präsidenten Pervez Musharraf'. Bei dem Anti-Terror-Einsatz der pakistanischen Armee waren am Montag bis zu 80 Menschen getötet worden. Nach Militär-Angaben diente die Koranschule nahe der afghanischen Grenze als Trainingslager für Terroristen. Anwohner berichten hingegen, bei den Getöteten handele es sich um Zivilisten.

KABUL: Bei einem Bombenanschlag im Osten Afghanistans sind zwei NATO-Soldaten getötet und zwei weitere verletzt worden. Der Sprengsatz detonierte am Straßenrand in der Provinz Nuristan, als ein Konvoi der NATO-geführten internationalen Friedenstruppe vorbeifuhr. Im Süden Afghanistans setzten ISAF-Verbände ihre Offensive gegen die Taliban fort und töteten nach eigenen Angaben zwölf Aufständische. Am Montag waren in schweren Gefechten mit den Taliban in der Provinz Kandahar mindestens 55 Rebellen und ein NATO-Soldat getötet worden.

JERUSALEM: Israels Ministerpräsident Ehud Olmert kann sich künftig auf eine breitere Mehrheit im Parlament stützen. Nach dem Kabinett billigte auch die Knesset mehrheitlich die Erweiterung des Regierungsbündnisses um die ultrarechte Partei 'Israel Beitenu'. Deren Vorsitzender Avigdor Lieberman soll als Vize-Regierungschef und Minister für die 'Abwehr strategischer Bedrohungen' zuständig sein. Olmerts Koalition gehören nun 78 der 120 Parlamentarier an, elf mehr als bisher. Aus Protest gegen die Regierungsbeteiligung Liebermans erklärte Kulturminister Ofir Pines-Pas von der Arbeitspartei seinen Rücktritt.

CARACAS: Im Tauziehen um den künftigen Vertreter Lateinamerikas im Weltsicherheitsrat hat Venezuela Kompromissbereitschaft signalisiert. Die Regierung in Caracas sei auch für andere Bewerber offen, sagte Vizepräsident Jose Vicente Rangel. Zuletzt wurde die Dominikanische Republik als möglicher Kompromisskandidat genannt. In mehr als 40 Wahlgängen in der UN-Vollversammlung war es weder Venezuela noch Guatemala gelungen, die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit zu erzielen. Für diesen Dienstag sind weitere Abstimmungen angesetzt.

MEXIKO-STADT: Nach den blutigen Unruhen im Bundesstaat Oaxaca hat das mexikanische Parlament den umstrittenen Gouverneur Ulises Ruiz zum Rücktritt aufgefordert. Damit soll der Weg zu einer Lösung des monatelangen Konfliktes geebnet werden. Dem Gouverneur wird Korruption und die Einschüchterung politischer Gegner vorgeworfen. Bei Protesten gegen Ruiz waren in den vergangenen Tagen mindestens drei Menschen getötet worden.

BERLIN: Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat der Bundesagentur für Arbeit vorgeworfen, sie gebe nicht die vollständige Zahl der fehlenden Lehrstellen an, obwohl dies technisch möglich wäre. Die tatsächliche Zahl der Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, liege um rund 100.000 höher als die von der Bundesagentur offiziell angebenen 50.000, berichtet die 'Financial Times Deutschland'. Das Blatt beruft sich auf ein Schreiben der DGB-Vizevorsitzenden Ingrid
Sehrbrock an den Chef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise.

WIESBADEN: Die deutschen Einzelhändler haben im September überraschend weniger verkauft als im August. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ging der Umsatz um 1,7 Prozent zurück. Volkswirte hatten hingegen mit einem Zuwachs gerechnet, weil Kunden wegen der geplanten Mehrwertsteuererhöhung ihre Einkäufe vorziehen könnten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Mitte und im Süden noch teils heiter, im Tagesverlauf von Nordwesten her Schauer. Temperaturen 12 bis 19 Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 12 Grad, bedeckt;
Berlin: 11 Grad, stark bewölkt;
Dresden sowie Köln/Bonn: 10 Grad, wolkig;
Frankfurt am Main: 6 Grad, Nebel und
München: 7 Grad, fast wolkenlos.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 31.10.2006
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/9Jsn
  • Datum 31.10.2006
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/9Jsn