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Nachrichten

Dienstag, 31. März 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NÜRNBERG: Die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt ist im März angesichts der Wirtschaftskrise ausgeblieben. Die Zahl der Erwerbslosen sei im Vergleich zum Februar um 34.000 auf drei Millionen 586.000 gestiegen, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 8,6 Prozent. Der Vorstandsvorsitzende der Nürnberger Agentur, Frank-Jürgen Weise, betonte, durch Kurzarbeit sei ein noch stärkerer Anstieg der Arbeitslosenzahl verhindert worden.

BERLIN: Nach dem angekündigten Rücktritt von Bahnchef Hartmut Mehdorn will die Bundesregierung rasch einen Nachfolger finden. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee sagte, der neue Chef müsse die Unternehmenskultur verbessern. Am Abend beraten in Berlin die Spitzen der Großen Koalition über eine Nachfolgeregelung. An dem Treffen nehmen Kanzlerin Angela Merkel, Vize-Kanzler Frank-Walter Steinmeier und mehrere Minister teil. Mehdorn hatte am Vortag seinen Rücktritt angeboten. Er übernahm die Verantwortung für die Bespitzelung Zehntausender Mitarbeiter und das Filtern von E-Mails. Eine persönliche Schuld streitet der 66-jährige Vorstandschef des Staatskonzerns aber weiter ab.

BERLIN: Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich gedämpft optimistisch zur Suche nach Investoren für den Autobauer Opel gezeigt. Es gebe Interessenten und diese könnten zu Investoren werden, sagte Guttenberg der ARD. Der Bundeswirtschaftsminister betonte erneut, es müsse ein tragfähiges Zukunftsmodell für das Unternehmen geben, ein Abschottungskonzept im Verhältnis zum Mutterkonzern General Motors und eine Klärung der Frage, wer Zugriff auf Patente erhalte. Am Vormittag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel bei Opel in Rüsselsheim erwartet. Die 3.000 Mitarbeiter, vor denen Merkel sprechen will, erhoffen sich eine Zusage zum Erhalt der Traditionsfirma. Opel verlangt europaweit Bürgschaften von 3,3 Milliarden Euro, den Großteil von der Bundesregierung.

DETROIT/ TURIN: Der ums Überleben kämpfende US-Autobauer Chrysler hat sich mit dem italienischen Fiat-Konzern auf die Rahmenbedingungen für die angestrebte Allianz geeinigt. Wie Chrysler mitteilte, hat die Vereinbarung die Unterstützung des US-Finanzministeriums. Die Einzelheiten des Vertrags müssten aber noch ausgehandelt werden. US-Präsident Barack Obama hatte Chrysler rund einen Monat Zeit gegeben, um die Allianz unter Dach und Fach zu bringen. Der Einstieg von Fiat soll Chrysler mit dringend benötigten kleinen Modellen und Sprit sparenden Technologien versorgen.

PHNOM PENH: Im ersten Prozess zur Aufarbeitung des Pol Pot-Regimes in Kambodscha hat der Chef-Folterer der Roten Khmer seine Verantwortung für die ihm vorgeworfenen Verbrechen eingestanden. Der 66-jährige Kaing Guek Eav, genannt Duch, bat vor dem Sondertribunal in Phnom Penh zudem seine Opfer um Verzeihung. Ihm werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen, Folter und Mord zur Last gelegt. Die Anklage präsentierte erstmals Videos und Fotos, die Vietnamesen 1979 wenige Tage nach ihrem Einmarsch in Phnom Penh im Foltergefängnis Toul Sleng gemacht hatten. – Die Roten Khmer herrschten in Kambodscha von 1975 bis 1979. Schätzungsweise bis zu zwei Millionen Menschen verhungerten in dieser Zeit, starben an Krankheiten oder wurden Opfer von Exekutionen oder Folter.

ROM/ TRIPOLIS: Vor der Küste Libyens sind beim Untergang eines oder mehrerer Flüchtlingsschiffe mehrere hundert Menschen ertrunken. In italienischen Medienberichten hieß es, 21 Überlebende und 23 Tote seien geborgen worden. Die Internationale Organisation für Migration teilte mit, allein beim Untergang eines Schiffes seien mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen. Nach Informationen von Diplomaten in Libyen könnten auch zwei oder drei weitere Schiffe mit Flüchtlingen gesunken sein. Es wird vermutet, dass die afrikanischen Flüchtlinge bei stürmischem Wetter von Libyen nach Italien gelangen wollten. - Am Montag hatten 400 afrikanische Flüchtlinge auf einem 20 Meter langen Boot Sizilien erreicht.

DEN HAAG: Rund 90 Staaten haben hochrangige Politiker zu einer UN-Konferenz in Den Haag entsandt, die zur Stunde beginnt. Bei dem Treffen wollen die USA ihre neue Strategie zur Überwindung des Konflikts in Afghanistan erläutern. US-Außenministerin Hillary Clinton begrüßte, dass auch Afghanistans Nachbarland Iran die Einladung zu der Konferenz unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen angenommen habe. Dies zeige, dass die Regierung in Teheran eine Rolle bei der Überwindung des Afghanistan-Konflikts spielen könne, sagte Clinton. Der afghanische Präsident Hamid Karsai erklärte, er habe große Erwartungen an die Konferenz. Deutschland erhofft sich nach den Worten von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wichtige Impulse für ein intensiveres internationales Engagement in Afghanistan.

BERLIN: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat die rechtsextreme Organisation "Heimattreue Deutsche Jugend" (HDJ) verboten. In Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen liefen Durchsuchungsaktionen gegen Funktionäre der HDJ. Laut Innenministerium hatte die bundesweit agierende rechtsextremistische Organisation Jugendarbeit missbraucht, um Kinder und Jugendliche zu Nationalsozialisten zu erziehen.

KÖLN: Einen Monat nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs haben die Justizbehörden eine umfangreiche Razzia gestartet. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, bundesweit würden 40 Objekte durchsucht. Darunter seien die Zentrale der Kölner Verkehrs- Betriebe sowie Büros von Bau- und Ingenieurfirmen.

BONN: In Bonn beginnt heute die Unesco-Konferenz "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Bis Freitag diskutieren rund 700 Regierungsvertreter und Experten aus 150 Ländern über die künftigen Schwerpunkte internationaler Bildungspolitik. Die Deutsche Welle ist auf der UNESCO-Konferenz als Medienpartner präsent.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist sonnig, nur in Schleswig-Holstein und südlich der Donau leicht bewölkt. Es wird frühlingshaft mild mit Tageswerten zwischen neun und 15 Grad.

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