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Nachrichten

Dienstag, 31. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

NÜRNBERG: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar um 408.000 auf fünf Millionen 12.000 gestiegen. Wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte, erhöhte sich die Arbeitslosenquote damit um einen Punkt auf 12,1 Prozent. Ursachen der ungünstigen Entwicklung seien der Kälteeinbruch und ein überdurchschnittlicher Zuwachs älterer Arbeitsloser, hieß es.

BERLIN: Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU hat den Vorstoß von Bundesarbeitsminister Franz Müntefering für eine schnellere Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre begrüßt. Dies sei ein Schritt auf dem richtigen Weg, sagte der Vorsitzende der Vereinigung, Josef Schlarmann, im Zweiten Deutschen Fernsehen. Beim Deutschen Gewerkschaftsbund waren Münteferings Pläne dagegen auf Ablehnung gestoßen. Nach einem Treffen des SPD-Gewerkschaftsrates in Berlin sagte DGB-Chef Michael Sommer, man sei sich aber einig gewesen, dass die Beschäftigungungsmöglichkeiten für Menschen über 50 dringend verbessert werden müssten.

WIESBADEN: Das Weihnachtsgeschäft ist für den deutschen Einzelhandel schlecht gelaufen. Im Dezember 2005 habe der Handel 1,2 Prozent weniger umgesetzt als im Dezember 2004, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nach vorläufigen Ergebnissen mit. Im Vergleich zum November habe das Minus sogar 1,4 Prozent betragen.

LONDON/ TEHERAN: Auch Russland und China haben jetzt zugestimmt, im Atomkonflikt mit dem Iran den Weltsicherheitsrat anzurufen. Bevor das höchste Gremium der UN über konkrete Maßnahmen entscheide, werde man aber einen Bericht der Internationalen Atomenergie-Behörde im März abwarten, erklärten die Außenminister der fünf Veto-Mächte in London. US-Diplomaten sprachen von der "mächtigsten Botschaft an den Iran", auf die man habe hoffen können. Irans Atom-Unterhändler und -Experten sagten, die Londoner Entscheidung widerspreche den Regeln der UN- Atombehörde. Die Nuklearforschungen würden fortgesetzt, führten aber nicht zu einer Urananreicherung in industriellem Ausmaß.

LONDON: Die USA, Russland und die Vereinten Nationen unterstützen die Position der Europäischen Union gegenüber der palästinensischen Hamas-Bewegung und machen ihre Finanzhilfe von einem Gewaltverzicht der radikalislamischen Bewegung abhängig. Die Hamas müsse das Existenzrecht Israels und bestehende Vereinbarungen anerkennen, sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan nach einem Treffen mit US- Außenministerin Condoleeza Rice und hochrangigen Diplomaten der EU sowie Russlands. Sprecher der Hamas wiesen die Forderungen des so genannten Nahost-Quartetts zurück.

RAMALLAH: Tausende radikale jüdische Siedler haben sich im nördlichen Westjordanland verschanzt, um die Räumung einer illegalen Siedlung zu verhindern. Mindestens 3.000 Aktivisten stünden in Amona nahe Ramallah rund 7.000 Polizisten und Soldaten gegenüber, berichtete das israelische Militärradio. Die aus neun Häusern bestehende Siedlung könnte im Laufe des Tages geräumt werden. Der einflussreiche Rat der Siedler hatte zum Widerstand aufgerufen.

LONDON: In Anwesenheit des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai und von UN-Generalsekretär Kofi Annan berät in der britischen Hauptstadt eine zweitägige Konferenz über den weiteren Aufbau Afghanistans. Delegationen von 70 Staaten und internationalen Organisationen sprechen dabei über ein Hilfsprogramm in einer Größenordnung von drei Milliarden Dollar pro Jahr. - In Berlin erklärte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, Afghanistan werde noch zehn Jahre auf Unterstützung angewiesen sein. Die Zentralregierung in Kabul müsse nach den Wahlen im vergangenen Jahr nun mehr Verantwortung in den Provinzen übernehmen. Deutschland trägt jährlich 80 Millionen Euro zum Aufbau bei.

SARAJEWO: Als neuer "Hoher Repräsentant" der internationalen Gemeinschaft für Bosnien-Herzegowina hat der Deutsche Christian Schwarz-Schilling eine engere Kooperation mit den Behörden des Balkanstaats angekündigt. Er wolle weniger Gesetze erlassen und weniger Politiker absetzen als sein Vorgänger, der Brite Paddy Ashdown, sagte er in Sarajweo. Die umfassenden Machtbefugnisse eines Bosnien-Beauftragten seien "zu schnell und bequem" eingesetzt worden, sagte der 75jährige CDU-Politiker der "Süddeutschen Zeitung". Dies sei oft unvereinbar mit den Menschenrechten. Man wolle zudem, dass die Bosnier mehr Eigenverantwortung übernehmen.

SANTIAGO: Die designierte chilenische Präsidentin Michelle Bachelet hat ihr Kabinett vorgestellt. Die Hälfte der Ministerposten ging gemäß ihres Wahlversprechens an Frauen. So wird die Ingenieurin Viviane Blanlot Verteidigungsministerin, das Ressort für Wirtschaft übernimmt Ingrid Antonijevic. Das für die Reformpolitik wichtige Finanzministerium wird vom Harvard-Professor Andres Velasco geleitet.

HOUSTON: Vier Jahre nach dem spektakulären Zusammenbruch des US- Energiekonzerns Enron hat das Verfahren gegen die beiden ehemaligen Chefs des Unternehmens begonnen. Der Prozess gegen Ken Lay und Jeffrey Skilling vor einem Bundesgericht im texanischen Houston wurde mit der Auswahl der Geschworenen eröffnet. Den beiden werden Betrug und Verschwörung in zusammen mehr als drei Dutzend Anklagepunkten vorgeworfen. Sie sollen Investoren belogen und sich selbst bereichert haben. Enron war Ende 2001 in einem gigantischen Bilanzfälschungsskandal untergegangen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Nordosten wolkig mit Auflockerungen, in den Mittelgebirgen stark bewölkt. Vereinzelt Nieselregen, sonst überwiegend heiter und trocken. Temperaturen zwischen minus zwei und plus sechs Grad Celsius.