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Nachrichten

Dienstag, 30. Januar 2007

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

JERUSALEM: Israel will auf den Selbstmord-Anschlag von Eilat nicht mit größeren Militäraktionen reagieren. Entgegen der Empfehlung der Armee habe dies die israelische Führung entschieden, berichtet der Rundfunk des Landes. Man wolle die Waffenruhe im Gazastreifen nicht gefährden. In der Nacht zum Dienstag hatte die israelische Luftwaffe einen Tunnel angegriffen, durch den angeblich palästinensische Extremisten vom Gazastreifen nach Israel geschleust werden sollten. - Bei dem Attentat in Eilat waren am Montag drei Israelis getötet worden. Es war der erste palästinensische Selbstmord-Anschlag auf israelischem Gebiet seit neun Monaten.

GAZA-STADT: Nach tagelangen blutigen Gefechten zwischen Anhängern der rivalisierenden Palästinensergruppen Fatah und Hamas haben sich beide Seiten erneut auf eine Feuerpause verständigt. Eine entsprechende Vereinbarung trat am Dienstagmorgen in Kraft. Die Feuerpause wurde bei einem Krisentreffen in Gaza-Stadt vereinbart, an dem auch Ministerpräsident Ismail Hanija von der Hamas und ein Vertreter von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas teilnahmen. Früher vereinbarte Feuerpausen hatten sich stets als brüchig erwiesen.

BERLIN: NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hat an die Staatengemeinschaft appelliert, ihr Engagement in Afghanistan zu verstärken. Benötigt würden mehr Truppen und mehr Finanzhilfen, sagte de Hoop Scheffer in Berlin, wo an diesem Dienstag eine internationale Afghanistan-Konferenz beginnt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sprach sich für eine Stärkung des zivilen Wiederaufbaus in dem vom Bürgerkrieg zerstörten Land aus. Zivile Entwicklung und militärische Präsenz dürften kein Widerspruch sein, erklärte Steinmeier. Die Europäische Union stellte Afghanistan weitere Hilfen im Umfang von 600 Millionen Euro in Aussicht.

WASHINGTON: Mit scharfen Worten hat US-Präsident George W. Bush Syrien, den Iran und die radikalislamische Hisbollah vor weiteren Versuchen gewarnt, die Lage im Libanon zu destabilisieren. Während die Freunde des Libanon versuchten, die Regierung in Beirut beim Aufbau eines freien, souveränen und wohlhabenden Staates zu unterstützen, sorgten die Führungen in Damaskus und Teheran sowie die mit ihnen verbündete Schiiten-Miliz für "Chaos", erklärte Bush in Washington. Er warnte, die Verantwortlichen würden dafür zur Rechenschaft gezogen. In der vergangenen Woche waren in Beirut bei Straßenkämpfen zwischen Anhängern und Gegnern von Ministerpräsident Fuad Siniora sieben Menschen getötet und mehr als 150 verletzt worden.

PEKING: Der chinesische Präsident Hu Jintao ist zu einer fast zweiwöchigen Afrika-Reise aufgebrochen, die ihn zunächst nach Kamerun führen wird. Insgesamt wird Hu in acht Ländern Station machen, darunter der Sudan. China hat seine Wirtschaftsbeziehungen zu afrikanischen Ländern in den vergangenen Jahren beträchtlich ausgebaut und ist besonders an Rohstoffen für seine boomende Wirtschaft interessiert. Die Vereinten Nationen haben die Volksrepublik aufgefordert, ihren Einfluss als einer der größten Abnehmer sudanesischen Öls geltend zu machen. Die UN wollen erreichen, dass die Regierung in Khartum die Stationierung von Blauhelm-Soldaten in der Krisenregion Darfur akzeptiert.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon strebt eine rasche Reform der UN-Bürokratie in den beiden wichtigen Bereichen Friedenssicherung und Abrüstung an. Ban legte den 192 Mitgliedsstaaten erste Pläne dazu jetzt offiziell vor. Als Reaktion auf die zunehmend komplexeren Aufgaben will er die Abteilung zur Friedenssicherung in zwei Sektionen unterteilen - in eine Abteilung für Friedensmissionen sowie eine Logistik-Abteilung. Derzeit sind rund 100.000 Blauhelmsoldaten bei 18 Missionen weltweit im Einsatz.

BERLIN: Die Spitzen der großen Koalition haben den Kompromiss zum Ausstieg aus der Steinkohle-Förderung in Deutschland bestätigt. Wie Wirtschaftsminister Michael Glos und SPD-Chef Kurt Beck nach Beratungen des Koalitionsausschusses in Berlin mitteilten, soll der subventionierte Steinkohle-Bergbau 2018 auslaufen. Fünf Jahre vorher soll der Ausstiegs-Beschluss allerdings nochmals überprüft werden. Betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben, versicherten Beck und Glos. - In acht deutschen Zechen sind derzeit noch etwa 34.000 Bergleute beschäftigt. Jährlich fließen rund zweieinhalb Milliarden Euro an Subventionen in den Steinkohle-Bergbau.

BERLIN: Im Koalitionsstreit über die Einführung von Mindestlöhnen ist noch keine Einigung in Sicht. Die Spitzen von Union und SPD verständigten sich darauf, erst im März weiter über eine Neuordnung des Niedriglohnsektors zu beraten. Inhaltliche Annäherungen gab es im Koalitionsausschuss nicht, auch Beschlüsse wurden nicht gefasst. Für die Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen in mehreren Branchen plädiert vor allem SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering. CDU und CSU lehnen seine Pläne ab, weil sie den Verlust von Arbeitsplätzen befürchten.

HAMBURG: Der Betriebsrat des Flugzeugherstellers Airbus befürchtet den Abbau von bis zu 8.000 Stellen an den deutschen Standorten des Konzerns. Im Zuge eines Sanierungsprogramms seien allein in Hamburg bis zu 4.000 Arbeitsplätze in Gefahr, heißt es in einem Flugblatt des Betriebsrates. Insgesamt sind bei Airbus in Deutschland rund 23.000 Mitarbeiter beschäftigt. Mit dem Sanierungsprogramm will Airbus in den nächsten Jahren Milliardensummen einsparen. - Die IG Metall rief für Freitag zu Protestkundgebungen in mehreren Airbus-Werken auf.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, vor allem im Nordosten regnerisch. Nach Süden hin Auflockerungen. Höchstwerte zwei bis neun Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 30.01.2007
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  • Permalink http://p.dw.com/p/9mUl
  • Datum 30.01.2007
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