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Nachrichten

Dienstag, 30. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

GAZA-STADT: Nach den massiven Luftangriffen auf Ziele der radikal-islamischen Hamas hat die israelische Armee die Vorbereitungen für eine mögliche Bodenoffensive im Gazastreifen abgeschlossen. Die Soldaten hätten ihre Stellungen bezogen und seien zum Einmarsch in das Palästinensergebiet bereit, sagte eine Militärsprecherin. Vize-Verteidigungsminister Matan Vilnai betonte, die Armee sei darauf vorbereitet, notfalls mehrere Wochen lang zu kämpfen. Nach palästinensischen Angaben wurden bei den Luftangriffen seit Samstag fast 400 Menschen getötet. Auf israelischer Seite starben durch Raketenangriffe militanter Palästinenser bisher mindestens vier Menschen.

NEW YORK/PARIS: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Regierungen in aller Welt vorgeworfen, sich nicht energisch genug für ein Ende der Gewalt im Gazastreifen einzusetzen. Um eine friedliche Lösung des Nahost-Konflikts zu ermöglichen, müssten die regionalen und internationalen Partner mehr tun, erklärte Ban. Die israelischen Luftangriffe kritisierte er erneut als 'unverhältnismäßig'. Noch an diesem Dienstag wollen die Außenminister der EU-Staaten zu einer Sondersitzung in Paris zusammenkommen, um über die Lage zu beraten. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier warnte davor, die Gewalt im Gazastreifen könnte den gesamten Nahen Osten destabilisieren.

DHAKA: Bei der Parlamentswahl in Bangladesch hat die Awami-Liga der früheren Ministerpräsidentin Sheikh Hasina Wajed einen klaren Sieg errungen. Wie die staatliche Wahlkommission mitteilte, konnten sich die linksgerichtete Liga und die mit ihr verbündeten Parteien mehr als 260 der insgesamt 300 Sitze im Parlament sichern. Hasinas Rivalin Khaleda Zia kam mit ihrer Nationalpartei lediglich auf 32 Sitze. Während internationale Beobachter von einem weitgehend reibungslosen Verlauf der Wahl berichteten, sprach die unterlegene Nationalpartei von 'massiven Unregelmäßigkeiten'.

BANGKOK: In Thailand haben tausende Anhänger des gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra den neuen Regierungschef Abhisit Vejjajiva dazu gezwungen, seine Antrittsrede im Außenministerium anstatt im Parlament zu halten. Die Demonstranten belagern bereits den zweiten Tag in Folge das Parlamentsgebäude in Bangkok und fordern den Rücktritt Abhisits. Die Anhänger von Ex-Premier Thaksin bezeichnen sich als Mitglieder der sogenannten 'Demokratischen Allianz gegen Diktatur'. Dabei handelt es sich um eine Gegenbewegung zur so genannten 'Volksallianz für Demokratie', die wochenlang gegen die Regierung von Thaksin-Schwager Somchai Wongsawat protestiert und Ende November auch die Flughäfen von Bangkok besetzt hatte.

BERLIN: Angesichts der Wirtschaftskrise hat EU-Kommissar Günter Verheugen die Mitgliedsstaaten zur Einhaltung des Euro-Stabilitätspaktes ermahnt. Diesen Stabilitätspakt könne man nicht beliebig je nach Wirtschaftslage interpretieren, sagte Verheugen in einem Interview. Eine zu starke Verschuldung werde sich immer rächen. Unterdessen hat die Bundesregierung die Absicht bekräftigt, noch im Januar ein zweites Konjunkturprogramm aufzulegen. Von den Stützungsmaßnahmen solle dann gezielt auch die Automobilindustrie profitieren, erklärte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin.

WIESBADEN: In Deutschland hat der Bund auch im zu Ende gehenden Jahr die meisten Schulden gemacht, während die Länder und Gemeinden in ihren Kassen zunächst Überschüsse erzielten. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, ist in den ersten drei Quartalen 2008 im Bundeshaushalt ein Defizit von 22,6 Milliarden Euro aufgelaufen. Bei den Ländern gab es im selben Zeitraum Überschüsse von 4,8 Milliarden Euro und bei den Gemeinden ein Plus von 5,6 Milliarden Euro.

ACCRA: In Ghana hat sich Oppositionsführer John Atta Mills zum Sieger der Stichwahl um das Präsidentenamt erklärt. Laut Medienberichten errang Atta Mills mehr Stimmen als der Kandidat der Regierungspartei, Nana Akufo-Addo. Angesichts des knappen Wahlausgangs ist allerdings unklar, ob das offizielle Ergebnis wie geplant an diesem Dienstag verkündet werden kann. Beide Seiten warfen sich gegenseitig Manipulationen vor. Der amtierende Staatspräsident John Kufuor durfte nach zwei Amtszeiten nicht wieder antreten.

LISSABON: Eine Grippewelle hält Portugal fest im Griff. Innerhalb von drei Tagen erkrankten nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Lissabon landesweit fast 100.000 Menschen an der so genannten Influenza. Nach örtlichen Medienberichten waren viele Krankenhäuser durch den Ansturm der Patienten überfordert. Die Behörden gaben die Erlaubnis, nicht dringende Operationen vorerst zu verschieben. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin werden derzeit auch immer mehr Deutsche von Grippeviren heimgesucht.

LOS ANGELES: Der US-Jazz-Trompeter Freddie Hubbard ist tot. Er erlag 70-jährig in einem Krankenhaus in Los Angeles den Folgen eines Herzinfarktes. Hubbard, der mit seinem melodischen Stil eine ganze Generation von Trompetern beeinflusste, trat während seiner langen Karriere immer wieder mit Musikgrößen wie John Coltraine, Theleonius Monk, Art Blakey oder Herbie Hankock auf. 1972 wurde er für sein Album 'First Light' mit einem Grammy ausgezeichnet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Es bleibt winterlich kalt und zumeist trocken. Höchstwerte zwischen minus sechs und plus drei Grad.

Am Morgen meldeten
Hamburg: minus fünf Grad, dunstig;
Berlin: minus sieben Grad, dunstig;
Dresden: minus drei Grad, wolkenlos;
Köln/Bonn: minus sechs Grad, wolkenlos;
Frankfurt am Main: minus sieben Grad, wolkenlos und
München: minus acht Grad, dunstig.

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