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Nachrichten

Dienstag, 3. November 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PRAG: Das tschechische Verfassungsgericht hat den Lissabon-Vertrag der Europäischen Union für vereinbar mit nationalem Recht erklärt. Damit ist der Weg für ein europaweites Inkrafttreten des Grundlagenabkommens frei. Tschechien hat als einziger der 27 EU-Staaten den Reformvertrag noch nicht gebilligt. Präsident Vaclav Klaus signalisierte zuletzt, die Ratifikationsurkunde zu unterzeichnen, wenn das Gericht den Vertrag gutheißt. Gegen diesen hatten insgesamt 17 EU-kritische Senatsabgeordnete geklagt, weil sie die Souveränität Tschechiens zu stark beschränkt sahen.

BERLIN: Der neue CSU-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat erstmals "kriegsähnliche Zustände" in Teilen Afghanistans eingeräumt. Sein Vorgänger Franz-Josef Jung hatte diesen Begriff im Zusammenhang mit dem Bundeswehr-Einsatz am Hindukusch aus rechtlichen Gründen strikt vermieden. Zumindest in der Empfindung nicht nur der deutschen Soldaten führten die radikal-moslemischen Taliban einen Krieg gegen die internationale Gemeinschaft, sagte Guttenberg jetzt der "Bild"-Zeitung. Aus den Reihen der FDP wurde inzwischen bestätigt, dass die neue Bundesregierung die Zahl der Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan zunächst unverändert lassen will. Über eine international verlangte Aufstockung werde erst nach einer Konferenz Anfang nächsten Jahres entschieden.

KABUL: Der im Amt bestätigte afghanische Präsident Hamid Karsai hat die Bildung einer Regierung der "nationalen Einheit" angekündigt. Sein neues Kabinett werde Vertreter aller ethnischen Gruppen und politischen Lager des Landes umfassen, sagte Karsai in Kabul. Ob der Regierung auch sein politischer Rivale, Ex-Außenminister Abdullah Abdullah, angehören wird, ließ der Staatschef allerdings offen. Er sicherte ferner einen verschärften Kampf gegen die Korruption in Regierung und Verwaltung zu. Dazu hatte ihn US-Präsident Barack Obama ausdrücklich aufgefordert.

PJÖNGJANG: Nordkorea hat nach eigenen Angaben die Aufbereitung abgebrannter Kernbrennstäbe abgeschlossen, wodurch Plutonium für Atomwaffen erzeugt werden kann. Nach Meldungen der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA wurden in der Atomanlage Yongbyon insgesamt 8000 Brennstäbe aufbereitet. Damit verfügt der kommunistische Staat nach Experteneinschätzung über genügend Plutonium, um mindestens eine Atombombe bauen zu können.

MOSKAU: Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin hat die Europäische Union aufgefordert, die Ukraine beim Transit von russischem Gas Richtung Westen finanziell zu unterstützen. Dafür müsse die EU umgerechnet mindestens eine Milliarde Dollar geben, sagte Putin nach einem Treffen mit dem dänischen Regierungschef Lars Rasmussen in Moskau. Russland seinerseits habe der Ukraine bereits 2,5 Milliarden Dollar für den Gastransit gezahlt. Putin warnte erneut vor möglichen Engpässen bei der Gasversorgung der europäischen Verbraucher. Grund seien die Zahlungsprobleme der Ukraine, die das wichtigste Transitland für die Lieferungen ist. - Nach Berichten russischer Medien muss das Nachbarland allein für Oktober noch etwa 500 Millionen Dollar überweisen.

DEN HAAG: Der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic will an diesem Dienstag erstmals seit Beginn seines Prozesses vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal erscheinen. Dies teilten Karadzics Rechtsberater mit. Der 64-Jährige hatte das Verfahren bislang mit der Begründung boykottiert, ihm sei nicht genügend Zeit für das Aktenstudium gegeben worden. Karadzic wird unter anderem vorgeworfen, die Massaker an bis zu 8000 muslimischen Männern und Jungen 1995 in Srebrenica angeordnet zu haben.

WASHINGTON: Knapp eine Woche nach Beginn ihrer zweiten Amtszeit ist Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gesprächen in die USA geflogen. In Washington wird die Kanzlerin an diesem Dienstag eine Rede vor beiden Häusern des Kongresses halten. Als einziger Kanzler hatte diese Ehre vor ihr Konrad Adenauer 1957. Merkel will 20 Jahre nach dem Mauerfall den USA auch für die Unterstützung bei der deutschen Wiedervereinigung danken. Zuvor kommt die Kanzlerin im Weißen Haus mit Präsident Barack Obama zusammen. Bei dem Meinungsaustausch geht es vor allem um den Klimaschutz, die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie um internationale Krisenherde wie Afghanistan und den Nahen Osten.

BERLIN: Die finanziellen Spielräume für Steuersenkungen könnten geringer ausfallen als von Union und FDP erhofft. In der Vorlage für die Steuerschätzung geht das Finanzministerium laut Medienberichten für das laufende Jahr von gesamtstaatlichen Einnahmen von 523 Milliarden Euro aus. Dies wären gut vier Milliarden Euro weniger als noch im Mai vorausgesagt. Für das nächste Jahr rechnet das Ministerium damit, dass Bund, Länder und Gemeinden lediglich 1,5 Milliarden Euro mehr Steuern einnehmen werden als erwartet. Der Arbeitskreis Steuerschätzung beginnt an diesem Dienstag in Hamburg seine dreitägige Arbeit an der neuen Prognose für die staatlichen Einnahmen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist bewölkt und regnerisch. Vom Rheinland bis zur Nordsee vorübergehend auch heitere Abschnitte. Höchstwerte zwischen vier und zwölf Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 9 Grad, stark bewölkt;
Berlin: 4 Grad, regnerisch;
Dresden: 3 Grad, bedeckt;
Köln/Bonn: 6 Grad, wolkenlos;
Frankfurt am Main: 6 Grad, stark bewölkt und
München: 5 Grad, wolkig.

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