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Nachrichten

Dienstag, 3. Juni 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ROM: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat gemeinsam mit Italiens Präsident Giorgio Napolitano ein dreitägiges Gipfeltreffen zu den Auswirkungen der globalen Nahrungsmittelkrise eröffnet. Die weltweite Nahrungsmittelproduktion müsse bis 2030 um 50 Prozent erhöht werden, um die wachsende Nachfrage zu decken, sagte Ban in Rom. An den Beratungen der Welternährungsorganisation (FAO) nehmen rund 40 Staats- und Regierungschefs teil. Deutschland wird von Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul vertreten. Die Ministerin kündigte an, die Bundesregierung werde künftig vor allem landwirtschaftliche Entwicklungsprojekte stärken und weiter auch unmittelbare Hilfe leisten. Die Teilnahme von Simbabwes Präsident Robert Mugabe an dem Treffen bezeichnete sie als zynisch. Mugabe wird für die schwere Agrarkrise in seinem Land verantwortlich gemacht.

NEW YORK: Die Vereinten Nationen haben den Piraten in somalischen Hoheitsgewässern den Kampf angesagt. Angesichts zunehmender Überfälle auf Schiffe vor der Küste des ostafrikanischen Landes ermächtigte der UN-Sicherheitsrat andere Staaten, dort mit Kriegsschiffen und Flugzeugen gegen Piraten vorzugehen. Eine entsprechende Resolution wurde in New York einstimmig verabschiedet. Danach muss jeder Einsatz in den Hoheitsgewässern der somalischen Regierung mitgeteilt werden. Die Regelung gilt zunächst für sechs Monate. - Vor der Küste Somalias haben die Piratenüberfälle in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Seit Anfang des Jahres wurden bereits mehr als 20 Schiffe überfallen. Auch die Besatzung eines Lübecker Frachters ist derzeit in der Hand von Piraten.

ISLAMABAD: Der Selbstmordanschlag auf die dänische Botschaft in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad geht nach Erkenntnissen der Behörden auf das Konto von Taliban-Rebellen. Bei der Vorbereitung und beim Sprengstofftyp gebe es Ähnlichkeiten zu früheren Anschlägen. In New York verurteilte der UN-Sicherheitsrat den Selbstmordanschlag in Islamabad. Alle Staaten wurden aufgefordert, die Täter, Hintermänner und Geldgeber vor Gericht zu bringen. Durch den Autobombenanschlag waren nach örtlichen Berichten bis zu acht Menschen getötet und fast 30 verletzt worden. In Pakistan wird ein Zusammenhang mit Mohammed-Karikaturen vermutet, die zu Jahresbeginn nochmals in dänischen Zeitungen abgedruckt worden waren.

BERLIN: Verteidigungsminister Franz Josef Jung geht davon aus, dass Streitkräfte und Polizei in Afghanistan in fünf bis zehn Jahren in der Lage sein werden, selbst für Sicherheit zu sorgen. Er rechne damit, dass dann die selbsttragende Sicherheit gewährleistet sei, sagte Jung im ZDF-"Morgenmagazin". Erst danach könne man über einen Abzug der Internationalen Schutztruppe ISAF sprechen. Der Minister verabschiedet an diesem Dienstag die schnelle Eingreiftruppe der Bundeswehr in ihren Afghanistan-Einsatz. Deutschland übernimmt am 1. Juli von Norwegen die Aufgaben dieser Truppe, die die ISAF-Soldaten im Norden des Landes sichern soll. Es ist der erste Kampfverband der Bundeswehr in Afghanistan.

RAMALLAH: Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat Israelis und Palästinenser aufgerufen, am Ziel eines Nahost-Friedensabkommens noch in diesem Jahr festzuhalten. Beide Seiten sollten alles unterlassen, was dieses Ziel gefährde, sagte Steinmeier nach einem Treffen mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas in Ramallah. Dazu zählten sowohl die israelischen Pläne für einen weiteren Siedlungsausbau in den Palästinensergebieten, als auch die fortgesetzte Gewalt, die von radikalen Palästinensern aus dem Gazastreifen ausgehe. Zum Abschluss seiner Nahost-Reise wird Steinmeier heute bei der Eröffnung eines Deutschland- und Europazentrums an der Universität in Haifa erwartet.

DÜSSELDORF: Die Spitzelaffäre der Deutschen Telekom weitet sich einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge auf die Bahn aus. Die Deutsche Bahn AG hat nach Informationen der Zeitung Aufträge an dieselbe Firma vergeben, die für die Telekom Aufsichtsräte und Journalisten ausspähte. Ein Bahn-Sprecher bestätigte, dass es eine Geschäftsbeziehung zwischen der Bahn und der Network Deutschland GmbH gegeben habe. Deren Geschäftsführer Ralph Kühn hatte in der Vorwoche zugegeben, im Telekom-Auftrag illegal beschaffte Telefondaten ausgewertet zu haben. Der Bahn-Sprecher versicherte, es gebe bei dem Unternehmen keine unzulässige Überwachung von Mitarbeitern oder externen Personen. Im Rahmen der Korruptionsbekämpfung habe man allerdings in Einzelfällen auch externen Sachverstand in Anspruch genommen.

HAMBURG: Vertreter der Milchindustrie rechnen damit, dass dem deutschen Handel bereits am Dienstag oder spätestens Mittwoch die Milch ausgehen wird. Die Lieferengpässe nähmen stündlich zu, sagte Eckhard Heuser, Geschäftsführer des Milchindustrie-Verbands MIV. Angesichts des Lieferboykotts der deutschen Milchbauern drohte Heuser mit Klagen. Der Verband werde den Mitgliedern empfehlen, juristisch gegen die nach seiner Ansicht illegalen Boykotte vorzugehen. Bei einem ersten Treffen in Köln erreichten Bauernverband und Einzelhandel am Montag keine Annäherung. Am Montag hatten Milchbauern erneut viele Großmolkereien blockiert. Sie fordern eine deutliche Erhöhung des Literpreises auf mindestens 43 Cent. - In der Schweiz konnten die Milchproduzenten mit Protesten durchsetzen, dass sie ab Juli pro Kilo Milch vier Cent mehr erhalten.

BERLIN: Nach dem schweren Unwetter auf der Schwäbischen Alb ist ein drittes Todesopfer geborgen worden. Nach Angaben der Polizei, wurde in Jungingen eine vermisste Frau gefunden. Zuvor waren bereits zwei Frauen ertrunken. Elf Verletzte mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Im besonders schwer betroffenen Zollernalbkreis brachten Rettungskräfte hunderte Menschen in Sicherheit. Der starke Regen setzte viele Keller unter Wasser und spülte Autos davon. Zahlreiche Straßen waren zeitweise unbefahrbar.

COLOMBO: Auf Sri Lanka sind nach schweren Monsun-Regenfällen weite Landstriche überflutet. Nach offiziellen Angaben wurden mindestes 16 Menschen durch die Wassermassen getötet. Viele tausend Menschen seien obdachlos. Sie suchten Zuflucht in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden. Insgesamt seien 150.000 Menschen von den Fluten massiv betroffen.

BRASILIA: Die Zerstörung des brasilianischen Regenwaldes hat im April einen neuen Höhepunkt erreicht. Das geht aus Satellitenfotos hervor, die jetzt offiziell vorgestellt wurden. Danach waren allein im April rund 1.140 Quadratkilometer Regenwald verschwunden, etwa acht Mal so viel wie noch im März. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, werde in Brasilien in diesem Jahr voraussichtlich mehr Regenwald vernichtet als im vergangenen, hieß es vom Umweltministerium in Brasilia. Der neu ernannte Ressortchef Carlos Minc kündigte an, unter anderem mit der Beschlagnahme von Vieh gegen illegale Rodungen vorzugehen.

WASHINGTON: Die US-Raumfähre 'Discovery' hat nach einem zweitägigen Flug durch das All an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. Die sieben Astronauten bringen das wichtigste Modul des japanischen Raumlabors Kibo sowie dringend benötigte Ersatzteile für die defekte Toilette der ISS zur Weltraumstation.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von der Ostsee bis zur Oder weiterhin sonnig und trocken. Sonst wolkiger mit kurzen Auflockerungen, in Richtung Alpen Schauer oder Gewitter.

Hamburg: 20 Grad, leicht bewölkt;

Berlin: 21 Grad, leicht bewölkt;

Dresden: 20 Grad, sonnig;

Köln/Bonn: 17 Grad, stark bewölkt ;

Frankfurt am Main: 17 Grad, stark bewölkt und

München: 16 Grad, stark bewölkt.

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