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Nachrichten

Dienstag, 3. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

MÜNCHEN: Nach dem schweren Unglück in der Eissporthalle im oberbayerischen Bad Reichenhall versuchen hunderte Rettungskräfte weiterhin Verschüttete zu bergen. Inzwischen konnten die Trümmer des eingestürzten Daches mit schwerem Gerät teilweise gesichert werden. Damit wird den Rettern der Zugang erleichtert. Bisher wurden offiziell neun Tote bestätigt, die meisten von ihnen Kinder. Die Polizei vermutet, dass sich unter den Trümmern der Dachkonstruktion weitere Vermisste befinden. Bei eisigen Temperaturen schwinden jedoch die Chancen, Opfer noch lebend zu bergen. Fast 20 Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht. Das Hallendach war am Montagnachmittag eingebrochen, vermutlich weil es der tonnenschweren Schneelast nicht standhielt.

NÜRNBERG: Auf dem deutschen Arbeitsmarkt zeichnet sich noch kein Ende der Krise ab, obwohl die Zahl der Arbeitslosen entgegen dem üblichen Trend im Winter deutlich schwächer gestiegen ist als in den Vorjahren. Wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg bekanntgab, waren im Dezember gut 4,6 Millionen Menschen erwerbslos. Das sind nur 75.000 mehr als im November, aber 140.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Bundesdurchschnitt auf 11,1 Prozent.

KIEW: Im Gasstreit mit der Ukraine hat der russische Gasprom-Konzern seinen Kunden im Westen zugesagt, die Gasversorgung im Laufe dieses Dienstags wieder in vollem Umfang zu gewährleisten. Mehrere Staaten, darunter auch Deutschland, hatten über einen Rückgang der Liefermenge geklagt, nachdem Gasprom seine Gaslieferungen an die Ukraine eingestellt hatte. Ungarn und Österreich teilten bereits mit, die Versorgung laufe wieder wie vereinbart. Gasprom wirft der Ukraine vor, illegal Gas aus den Pipelines abzupumpen, was die dortige Regierung zurückweist. Der vom Kreml kontrollierte Konzern will kein Gas mehr liefern, bis die Ukraine einer Erhöhung der Preise auf Weltmarktniveau zustimmt. Dadurch würde sich der Gaspreis für die Ukraine fast verfünffachen.

GAZA-STADT: Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas hat damit gedroht, die für den 25. Januar geplante Parlamentswahl abzusagen. Abbas sagte, die Wahl werde verschoben, wenn Israel den palästinensischen Bewohnern Ost-Jerusalems die Stimmabgabe verbiete. Auch führende Mitglieder seiner Fatah-Organisation fordern eine Verschiebung der Wahl. Angesichts der anhaltenden Gewalt im Gazastreifen fürchtet die Fatah eine Stärkung der militanten Hamas-Bewegung. Bei einem israelischen Luftangriff wurden im Norden des Gazastreifens am Montag mindestens zwei Aktivisten der radikalen Gruppe 'Islamischer Dschihad' getötet.

SANAA: Die Entführer von fünf Italienern im Jemen haben mit der Tötung ihrer Geiseln gedroht, sollte die Armee des Landes einen Befreiungsversuch starten. Zuvor hatte die Regierung in Sanaa weitere Truppen in die Region entsandt, in der die drei Frauen und zwei Männer am Sonntag verschleppt worden waren. Die Geiselnehmer wollen inhaftierte Angehörige ihres Stammes freipressen. Die jemenitische Führung lehnt Verhandlungen mit den Geiselnehmern ab. - Erst am Samstag waren im Jemen der deutsche Ex-Diplomat Jürgen Chrobog und seine Familie nach mehrtägiger Geiselhaft wieder freigelassen worden.

MÜNCHEN: Die CSU-Landesgruppe im Bundestag kommt zu ihrer traditionellen Winterklausur im oberbayerischen Wildbad Kreuth zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche soll die Positionierung der CSU in der großen Koalition in Berlin stehen. Wirtschaftsminister Michael Glos und Verbraucherminister Horst Seehofer erklärten, sie beanspruchten für die CSU ein breites Mitspracherecht bei der Gesundheits- und Rentenreform. Zugleich bekräftigte Seehofer, die CSU werde alles dafür tun, dass die Bundesregierung Erfolg habe. Zum Auftakt des Treffens wird der in die Kritik geratene bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber ein Grundsatzreferat halten.

BERLIN: Der Krankenstand in Deutschland hat 2005 einen neuen Tiefststand seit Einführung der Lohnfortzahlung im Jahr 1970 erreicht. Wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte, sank der Krankenstand auf 3,3 Prozent. Dies bedeutet, dass an einem durchschnittlichen Kalendertag nur noch etwa 907.000 Pflichtversicherte krankgeschrieben waren. Damit setzte sich ein seit Jahren zu beobachtender Abwärtstrend fort. Die Krankenkassen sparten allein in den ersten neun Monaten beim Krankengeld 358 Millionen Euro ein. Auch die Arbeitgeber wurden erneut deutlich bei den Lohnnebenkosten entlastet.

STOCKHOLM: Autofahrer in der schwedischen Hauptstadt Stockholm müssen ab sofort für Fahrten in die Innenstadt Mautgebühren entrichten. Am Dienstag begann eine siebenmonatige Versuchsphase, von der sich die Stadtverwaltung eine deutliche Reduzierung des Verkehrsaufkommens verspricht. Im September sollen die Stockholmer Bürger in einem Referendum entscheiden, ob die City-Maut auf Dauer erhoben werden soll. Eine vergleichbare Abgabe gibt es unter anderem bereits in Singapur, Oslo und London.

PARIS: In Frankreich wird der nach den Jugendkrawallen im Herbst verhängte Ausnahmezustand vorzeitig wieder aufgehoben. Von Mittwoch an werde die Maßnahme nicht mehr gelten, teilte das Präsidialamt in Paris mit. Die Behörden hatten befürchtet, dass die Krawalle zu Silvester wieder aufflammen könnten. Der Jahreswechsel verlief aber vergleichsweise ruhig. Eigentlich hätte der Ausnahmezustand in Frankreich noch bis Ende Februar gelten sollen. Er ermöglicht es den Behörden, gegen Unruhen in Problemvierteln mit Ausgangssperren vorzugehen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Südosthälfte stark bewölkt und verbreitet Schneefall. Sonst teils neblig trüb, teils freundlich, meist niederschlagsfrei. Tageshöchstwerte minus drei bis plus drei Grad.