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Nachrichten

Dienstag, 29. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TEL AVIV: Israel und Syrien setzen an diesem Dienstag ihre indirekten Friedensverhandlungen unter türkischer Vermittlung fort. Dabei tauschen sich die räumlich getrennten Delegationen mit Hilfe türkischer Diplomaten aus. Nach israelischen Rundfunkberichten wollen beide Seiten bei den neuen Gesprächen in Istanbul aber versuchen, eine Möglichkeit für direkte Kontakte zu vereinbaren. Bei den Verhandlungen geht es vor allem um die Forderung Syriens nach einer Rückgabe der 1967 von Israel eroberten Golanhöhen. Im Gegenzug fordert Israel von Damaskus, die Unterstützung für die libanesische Hisbollah-Miliz und die militanten Palästinensergruppen aufzugeben. Auch soll sich Syrien von Israels Erzfeind Iran distanzieren.

BAGDAD: Irakische und US-Streitkräfte haben in der Provinz Dijala nordöstlich von Bagdad eine Offensive begonnen. Ziel der Aktion sei, das Terrornetzwerk El Kaida aus seiner letzten Hochburg in der Nähe der Hauptstadt zu vertreiben, erklärten irakische Militärs. Zunächst seien Luftangriffe gegen mehrere Viertel der Provinzhauptstadt Bakuba geflogen worden. Der Offensive gingen bereits mehrere Versuche in Dijala voraus, die weitgehend ländliche Region unter Kontrolle zu bringen. Diesmal äußerten sich die Kommandeure optimistisch über einen Erfolg, da mehr Soldaten beteiligt seien und die rund 30.000 irakischen Sicherheitskräfte sich besser vorbereitet hätten.

BAGDAD: In der irakischen Hauptstadt haben sich hunderttausende schiitische Pilger versammelt, um eines vor über 1.200 Jahren ermordeten Imams zu gedenken. Um die Pilger vor möglichen Anschlägen zu schützen, wurden mehr als 100.000 Polizisten und Soldaten in Bagdad stationiert. Zudem erließen die Behörden für die ganze Stadt ein Fahrverbot. Am Montag waren dort bei Anschlägen mindestens 28 Schiiten getötet und mehr als 100 verletzt worden.

JERUSALEM: Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat erstmals offen Zweifel am Abschluss eines Friedensvertrages mit den Palästinensern noch in diesem Jahr geäußert. Der Durchbruch, der noch in der Amtszeit des scheidenden US-Präsidenten George W.Bush erreicht werden sollte, sei wegen Meinungsverschiedenheiten über den Status von Jerusalem nicht zu schaffen, erklärte Olmert nach Agenturberichten vor einem Parlamentsausschuss. Teilabkommen mit Lösungen in Grenz-, Sicherheits- und Flüchtlingsfragen seien aber noch 2008 denkbar, sagte Olmert weiter. - Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem zur Hauptstadt ihres angestrebten Staates machen. Ein Sprecher von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas lehnte einen Friedensvertrag unter Ausschluss Jerusalems ab.

WASHINGTON: Das Defizit im US-Bundeshaushalt wird im kommenden Fiskaljahr nach Angaben der Regierung den Rekordwert von 482 Milliarden Dollar erreichen. Eine Sprecherin von US-Präsident George W. Bush erklärte, neben der anhaltenden Wirtschaftsflaute trage auch das neu aufgelegte Konjunkturprogramm zum Anstieg des Defizits bei. Die 482 Milliarden Dollar entsprächen 3,3 Prozent der Wirtschaftskraft der USA. - Das US-Haushaltsjahr beginnt am 1. Oktober.

BERLIN: Wenige Tage vor Beginn der Olympischen Spiele hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International eine kritische Bilanz der Menschenrechtslage im Gastgeberland China gezogen. Die Regierung in Peking habe ihr Versprechen gebrochen, die Spiele für eine Verbesserung der Situation der Menschenrechte zu nutzen, sagte ein Amnesty-Sprecher in Berlin. Stattdessen habe es häufig sogar Verschlechterungen gegeben. Mit Verhaftungen, Hausarrest und so genannten Säuberungen hätten die chinesischen Behörden viele Menschenrechtsaktivisten mundtot gemacht und von der Bildfläche verschwinden lassen. - Die vom Internationalen Olympischen Komitee IOC in Menschenrechtsfragen verfolgte Strategie der stillen Diplomatie sei nicht erfolgreich, so Amnesty weiter.

CANBERRA: Australien hat eine Entschärfung seiner umstrittenen Einwanderungspolitik angekündigt. Asylbewerber würden künftig nur noch in Ausnahmefällen interniert, erklärte Einwanderungsminister Chris Evans in Canberra. Diese oft verzweifelten Menschen würden durch die Androhung einer Internierung nicht abgeschreckt, weil sie häufig vor noch viel schlimmeren Bedingungen in ihren Heimatländern geflohen seien, so Evans zur Begründung. Er gehört dem Mitte-Links-Kabinett an, das Australien seit vergangenem Dezember regiert. Die harte Einwanderungspolitik der konservativen Vorgängerregierung, die auch die Verbannung von Asylbewerbern auf abgelegene Inseln zuließ, hatte international immer wieder Kritik ausgelöst.

BERLIN: Deutschland hat für seinen Militäreinsatz in Afghanistan nach Angaben der Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses, Ulrike Merten, bisher mehr als 2,6 Milliarden Euro ausgegeben. Im laufenden Jahr werde mit Kosten von 487 Millionen Euro gerechnet, sagte die SPD-Politikerin. Wie sehr sich die Ausgaben durch die geplante Aufstockung des Truppenkontingents um 1.000 Soldaten erhöhten, sei noch nicht absehbar.

FRANKFURT AM MAIN: Im Tarifkonflikt um höhere Löhne für das Kabinen- und Bodenpersonal bei der Deutschen Lufthansa hat die Gewerkschaft Verdi den Arbeitskampf ausgeweitet. Neben Hamburg und Frankfurt am Main sind auch die Flughäfen in Berlin, Hannover und Nürnberg betroffen. Auch Stuttgart soll in die Streikmaßnahmen einbezogen werden. Wegen des Streiks müssen nach Angaben des Unternehmens an diesem Dienstag voraussichtlich 70 Flüge gestrichen werden. Betroffen seien innerdeutsche und europäische Verbindungen. Ursache sind neun Flugzeuge, die vorübergehend außer Betrieb genommen werden mussten, weil sie wegen des Streiks nicht gewartet werden konnten.

MÜNCHEN: In der Schmiergeldaffäre im Siemens-Konzern entscheidet an diesem Dienstag der Aufsichtsrat über mögliche Schadensersatzforderungen gegen das frühere Management. Betroffen sind nach Medienberichten zehn ehemalige Mitglieder des Zentralvorstands, darunter die beiden früheren Konzernchefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld. Das Kontrollgremium lastet ihnen erhebliche Versäumnisse während ihrer Amtszeit an. So sollen sie Hinweisen auf schwarze Kassen im Unternehmen nicht konsequent genug nachgegangen sein.- Am Montag war im ersten Strafprozess um den Schmiergeldskandal ein ehemaliger Manager zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und einer Geldstrafe verurteilt worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordosten sonnig oder locker bewölkt und trocken. Westlich der Weser und im Südwesten aufkommende Bewölkung mit Schauern und Gewittern. Höchstwerte 25 bis 33 Grad.

Am Vormittag meldeten:

HAMBURG: 23 Grad, fast wolkenlos;
BERLIN UND DRESDEN: 24 Grad, leicht bewölkt;
KÖLN/BONN: 21 Grad, wolkig;
FRANKFURT AM MAIN: 23 Grad wolkig und
MÜNCHEN: 22 Grad, leicht bewölkt.

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