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Nachrichten

Dienstag, 29. Dezember 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WLADIWOSTOK: Russland will dem US-Raketenschild Angriffswaffen entgegensetzen. Um das Gleichgewicht zu wahren, müsse Russland offensive Waffensysteme entwickeln, sagte der russische Ministerpräsident Wladimir Putin bei einem Besuch in Wladiwostok im Fernen Osten Russlands. US-Präsident Barack Obama hatte im September verkündet, auf das von der Regierung seines Vorgängers George W. Bush geplante Raketenabwehrschild in Mitteleuropa verzichten zu wollen. Das US-Verteidigungsministerium kündigte stattdessen ein flexibleres, seegestütztes System an, das sich auf die Abwehr von Kurz- und Mittelstreckenraketen konzentrieren soll.

TEHERAN: Die iranischen Behörden geben die Leichen von fünf Demonstranten vorerst nicht für eine Bestattung frei. Die Toten sollen nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA obduziert werden. Darunter befindet sich auch die Leiche eines Neffen von Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi. Die Opposition geht davon aus, dass die Behörden mit der Obduktion verhindern wollten, dass die Begräbnisse Ausgangspunkt neuer Demonstrationen werden könnten. Die Verhaftungen von Oppositonellen und Personen in deren Umfeld gehen unterdessen weiter. Nach Angaben der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi wurde ihre Schwester in Teheran festgenommen. - Bei den schwersten Zusammenstößen im Iran seit der umstrittenen Präsidentenwahl im Juni wurden seit Sonntag mindestens acht Menschen getötet.

ISLAMABAD: Nach dem verheerenden Anschlag auf eine Prozession von Schiiten in der pakistanischen Hafenstadt Karachi haben aufgebrachte Angehörige der islamischen Glaubensrichtung mehrere hundert Läden in Brand gesetzt. Auch die größte Markthalle der Stadt sei in Flammen aufgegangen, teilte der Bürgermeister von Karachi, Mustafa Kamal, mit. - Die Zahl der Todesopfer des Anschlags vom Montag erhöhte sich auf 43.

RAFAH: Mehrere hundert Menschenrechtsaktivisten aus Europa und den USA sind von den ägyptischen Grenzbehörden an der Einreise in den Gazastreifen gehindert worden. Die Busse wurden an der Grenze gestoppt und mussten nach Kairo zurückkehren. Die Aktivisten wollten in dem von der radikalislamischen Hamas regierten Gebiet an den Beginn der israelischen Militäroffensive vor einem Jahr erinnern.

WASHINGTON: Das US-Außenministerium hat das Vorgehen der Behörden im Fall des Nigerianers Umar Faruk Abdulmutallab verteidigt, der am Freitag versucht hatte, ein US-Flugzeug bei Detroit durch eine Explosion zum Absturz zu bringen. Die Informationen über den 23-Jährigen seien nicht ausreichend gewesen, um ihm das Einreisevisum wieder zu entziehen, teilte ein Ministeriumssprecher in Washington mit. Abdulmutallabs Vater hatte die US-Botschaft in Nigeria gewarnt, sein Sohn sei in den islamischen Fundamentalismus abgeglitten. Zu dem vereitelten Flugzeuganschlag bekannte sich ein im Jemen aktiver Regionalzweig des Terrornetzwerks El Kaida.

BERLIN: Nach dem vereitelten Anschlag auf ein US-Flugzeug geht in Deutschland die Diskussion über schärfere Sicherheitskontrollen weiter. Nach Informationen der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf sind Union und FDP bereit, den Widerstand gegen sogenannte Nacktscanner aufzugeben, wenn die Persönlichkeitsrechte der Passagiere gewahrt blieben. "Nacktscanner" ermöglichen ein Durchleuchten bis auf die Haut.

BERLIN: Die Deutsche Welthungerhilfe hat die Forderung von Entwicklungsminister Dirk Niebel abgelehnt, in Afghanistan stärker mit der Bundeswehr zu kooperieren. Entwicklungshilfe dürfe kein militärisches Instrument werden, sagte der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Wolfgang Jamann, der "Berliner Zeitung". Niebel hatte am Montag erklärt, die Entwicklungshilfe werde sich künftig sehr konzentriert dort engagieren, wo Deutschland auch militärische Verantwortung trage. Als Beispiel nannte der FDP-Politiker die afghanische Region Kundus.

WIESBADEN: Das Staatsdefizit in Deutschland hat sich wegen der Wirtschaftskrise nahezu versechsfacht. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, haben Bund, Länder und Gemeinden sowie die Sozialversicherungen in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 96,9 Milliarden Euro mehr ausgegeben als sie eingenommen haben. Grund sind die Kosten für die Bankenrettung, für die Konjunkturpakete und die Kurzarbeit. Vor einem Jahr hatte das Staatsdefizit nur 17,2 Milliarden Euro betragen.

ERFURT: Die Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts, Ingrid Schmidt, hat Verständnis für Arbeitgeber gezeigt, die Beschäftigten wegen kleiner Vergehen kündigen. Seit Jahrzehnten gelte die Rechtssprechung, wonach Diebstahl oder Unterschlagung auch geringwertiger Sachen ein Kündigungsgrund sei, sagte Schmidt der "Süddeutschen Zeitung". Arbeitnehmer, die ihrem Arbeitgeber etwas entwendeten, zeigten ein Verhalten, dass mit fehlendem Anstand zu tun habe. - Jüngst hatten in Deutschland Kündigungen von Arbeitnehmern für Diskussionen gesorgt, die etwa Lebensmittel von geringem Wert entwendet hatten.

PEKING: In China ist ein wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilter Brite mit einer Giftspritze hingerichtet worden. Der britische Premierminister Gordon Brown protestierte auf das Schärfste gegen die Exekution. Die Regierung in London hatte mehrmals um Gnade für den offenbar psychisch kranken Akmal Shaikh gebeten, einen britischen Staatsbürger mit pakistanischen Wurzeln. Der 53-Jährige war 2007 in China mit vier Kilo Heroin gefasst worden. Shaikh ist der erste Europäer seit 50 Jahren, der in der Volksrepublik hingerichtet wurde.

SEOUL: In Nordkorea ist ein US-Bürger wegen illegalen Grenzübertritts festgenommen worden. Dies wurde nun offiziell bestätigt. Der US-Bürger und Missionar sei bereits am 24. Dezember in Gewahrsam genommen worden, nachdem er von China aus die Grenze zu Nordkorea übertreten habe, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Von den zuständigen Behörden werde er derzeit verhört. - Bei dem US-Bürger soll es sich um den Missionar Robert Park handeln, einen 28-Jährigen nordkoreanischer Abstammung.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Westen her verbreitet Schnee, Schneeregen oder Regen. Nach Osten noch größere Auflockerungen. Tagestemperaturen von Nordost nach Südwest null bis acht Grad Celsius.

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