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Nachrichten

Dienstag, 29. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERN: Im Kampf gegen die Nahrungskrise wollen die Vereinten Nationen und die Weltbank eine gemeinsame Sonderarbeitsgruppe einsetzen. Die jüngste Explosion der Lebensmittelpreise sei für die Staatengemeinschaft eine beispiellose Herausforderung globalen Ausmaßes, erklärten die Vereinten Nationen zum Abschluss eines Treffens von 27 UN-Organisationen in der Schweizer Hauptstadt Bern. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, es sollten eine Reihe von mittel- und langfristigen Maßnahmen ergriffen werden. Vorrang habe dabei die Beschaffung von rund 480 Millionen Euro, die dem Welternährungsprogramm fehlten. Die Landwirtschaftsorganisation der UN wolle Bauern in den ärmsten Ländern der Welt für eine Milliarde Euro Saatgut zur Verfügung stellen. Die Weltbank kündigte eine Verdoppelung ihrer Kredite für landwirtschaftliche Projekte in Afrika binnen eines Jahres auf 515 Millionen Euro an. In Asien, Afrika und der Karibik ist es wegen der Verteuerung der Grundnahrungsmittel in den letzten Wochen wiederholt zu Protesten gekommen.

FRANKFURT AM MAIN: Die Finanzmarkt- und Immobilienkrise hat die Deutsche Bank erstmals seit fünf Jahren in die Verlustzone gedrückt. Im ersten Quartal 2008 musste Deutschlands größte Bank ein Minus von 141 Millionen Euro nach Steuern hinnehmen, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Rekordplus von 2,1 Milliarden Euro erzielt worden war. Vor einem tieferen Absturz in die roten Zahlen wurde das Kreditinstitut nach eigenen Angaben durch den Verkauf von Beteiligungen an Industrieunternehmen bewahrt. --- Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten musste die Deutsche Bank von Januar bis Ende März weitere 2,7 Milliarden Euro Wertberichtigungen verkraften. Damit summierten sich die Belastungen inzwischen auf insgesamt gut fünf Milliarden Euro.

PEKING: Ein Gericht in der tibetischen Hauptstadt Lhasa hat die ersten Urteile im Zusammenhang mit den blutigen Unruhen Mitte März gefällt. 17 Menschen seien vom Volksgericht zu Haftstrafen zwischen drei Jahren und lebenslänglich verurteilt worden, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Urteile wurden in öffentlicher Verhandlung verkündet. Die chinesische Führung hat das geistliche Oberhaupt der Tibeter, den Dalai Lama, und dessen Exilregierung für die Ausschreitungen verantwortlich gemacht. Dabei kamen nach offiziellen Angaben 18 Menschen ums Leben. Tibetische Exilgruppen und Menschenrechtsorganisationen rechnen mit bis zu 100 Toten.

KABUL: Bei einem Selbstmordanschlag im Osten Afghanistans sind mindestens 15 Afghanen getötet und 25 weitere verletzt worden. Der Anschlag habe sich in der Stadt Khogyani in der Provinz Nangarhar ereignet, teilte der Sprecher der Internationalen Schutztruppe ISAF, Major Martin O'Donnell, in Kabul mit. Zu der Tat bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Sie hätten einen Angriff auf das Verwaltungszentrum der Stadt unternommen, sagte einer ihrer Sprecher.

HAVANNA: Zum ersten Mal seit zwölf Jahren werden die kubanischen Kommunisten Ende 2009 zu einem Parteitag zusammenkommen. Das kündigte Präsident Raul Castro bei einer Sitzung des Zentralkomitees an. Die Kommunisten müssten politische und wirtschaftliche Richtlinien für die Zeit nach der - so wörtlich - historischen Generation erlassen. Es wird erwartet, dass Raul auf dem Parteitag von seinem schwer erkrankten Bruder Fidel Castro auch das Amt des Parteichefs übernimmt und einen vorsichtigen Reformkurs einleitet. --- In seiner Rede kündigte Raul Castro zudem die Umwandlung mehrerer Todesurteile in langjährige Haftstrafen an. Abgeschafft werde die Todesstrafe auf Kuba jedoch nicht.

ROM: Bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt der italienischen Hauptstadt hat sich der rechtsgerichtete Kandidat Gianni Alemanno von der ehemaligen neofaschistischen 'Nationalen Allianz' durchgesetzt. Der Kandidat des Rechtsbündnisses des designierten Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kam nach vorläufigen Ergebnissen auf knapp 54 Prozent der Stimmen. Sein Konkurrent Francesco Rutelli von der 'Demokratischen Partei' erreichte gut 46 Prozent. Rutelli war bereits von 1993 bis 2001 Bürgermeister von Rom. Nach der Niederlage bei der Parlamentswahl vor zwei Wochen ist das Ergebnis eine weitere schwere Schlappe für die Demokratische Partei.

BERLIN: Die Spitzen der großen Koalition haben den Weg für eine Teilprivatisierung der Deutschen Bahn freigemacht. Nach jahrelangem Tauziehen verständigten sich Union und SPD darauf, dass bis zu 24,9 Prozent des Personen- und Güterverkehrs der Bahn an Privatanleger verkauft werden können. Schienennetz und Bahnhöfe bleiben in staatlicher Hand. Einer weitergehenden Privatisierung hatte sich die SPD widersetzt. Die Eckpunkte der Bahn-Reform sollen noch in dieser Woche vom Bundeskabinett beschlossen werden. Durch die Teilprivatisierung des letzten großen deutschen Staatskonzerns dürften dem Bund Einnahmen von mehreren Milliarden Euro zufließen. - Keine greifbare Annäherung im Koalitionsausschuss gab es bei den Streitthemen Mindestlohn und Erbschaftssteuerreform.

WIEN: Die österreichische Polizei hält das Inzest-Verbrechen von Amstetten für aufgeklärt. Unklar bleibt aber, wie es so lange unentdeckt bleiben konnte. Die Behörden weisen Vorwürfe zurück, jahrelang versagt zu haben. Die Polizei legte in der niederösterreichischen Kleinstadt Amstetten Details über das Geständnis des 73-jährigen Familienvaters vor. Dieser habe zugegeben, seine Tochter 24 Jahre lang in ein Kellerverlies gesperrt, sie immer wieder missbraucht und mit ihr sieben Kinder gezeugt zu haben. Drei der Kinder mussten ihr gesamtes bisheriges Leben in dem fensterlosen Verlies verbringen.

PEKING: Das schwere Zugunglück im Osten Chinas mit mindestens 70 Todesopfern ist nach Angaben von Ermittlern auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen. Das berichtete jetzt die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. --- Mehr als 400 weitere Personen waren verletzt worden, als am Montag in der Provinz Shandong ein Passagierzug aus den Schienen sprang und mit einem anderen kollidierte. - 70 Verletzte waren in kritischem Zustand.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten und in Bayern länger andauernder Regen. Sonst teils bewölkt und teils sonnig. Maximal elf bis 20 Grad.

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