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Nachrichten

Dienstag, 28. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BRÜSSEL: Die EU-Kommission hat das von der Bundesregierung geschnürte milliardenschwere Rettungspaket für die Finanzbranche genehmigt. Das Paket stehe mit EU-Recht im Einklang, erklärte die Kommission in Brüssel. Unzulässige Wettbewerbsverzerrungen würden vermieden. Die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes äußerte die Hoffnung, dass auch andere Mitgliedsländer dem deutschen Beispiel folgen werden. Das Rettungspaket für angeschlagene Finanzinstitute sieht Bundesbürgschaften von bis zu 400 Milliarden Euro und Eigenkapitalhilfen von bis zu 80 Milliarden Euro vor.

BRÜSSEL: Angesichts der internationalen Finanzkrise befürchtet EU-Industriekommissar Günter Verheugen einen massiven Stellenabbau in der deutschen und europäischen Automobilindustrie. Er schätze die Lage als außerordentlich bedrohlich ein, sagte Verheugen. Ziel müsse es nun sein, die Nachfrage nach Neufahrzeugen wieder anzukurbeln. Die Absatzkrise der Autohersteller und damit einhergehende Zwangspausen bei der Produktion bedrohen inzwischen zunehmend auch die Zuliefer-Industrie. Branchenexperten rechnen mit zahlreichen Firmenpleiten und der Streichung von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen in Deutschland.

TOKIO: Nach dem Kurseinbruch zu Wochenbeginn haben die wichtigsten Börsen in Asien wieder Boden gut gemacht. Der japanische Nikkei-Index, der am Montag auf den tiefsten Stand seit 26 Jahren gefallen war, schloss am Dienstag 6,4 Prozent im Plus. In Hongkong konnte der Hang Seng-Index sogar gut zwölf Prozent zulegen. Dank der positiven Vorgaben aus Asien eröffnete auch der deutsche Aktienmarkt freundlich.

ISLAMABAD: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat die internationale Staatengemeinschaft aufgerufen, Pakistan bei der Bewältigung der Folgen der Finanzkrise zu helfen. Der Internationale Währungsfonds müsse dem vom Staatsbankrott bedrohten Land einen 'angemessenen Kredit' gewähren, forderte Steinmeier nach einem Treffen mit Staatspräsident Asif Ali Zardari in Islamabad. Zugleich sicherte er der pakistanischen Führung eine deutliche Erhöhung der deutschen Hilfen insbesondere für Bildungs- und Energieprojekte zu. Noch an diesem Dienstag wird der Bundesaußenminister in Saudi-Arabien erwartet. Dort ist unter anderem ein Treffen mit König Abdullah geplant.

WASHINGTON: Die USA haben bei ihrem umstrittenen Militärschlag in Syrien angeblich einen Terroristenführer getötet. Nach Angaben aus US-Regierungskreisen galt der Einsatz dem hochrangigen El-Kaida-Mitglied Abu Ghadija. Die USA hatten ihn in der Vergangenheit für den Schmuggel ausländischer Kämpfer und Waffen in den Irak verantwortlich gemacht. Nach syrischer Darstellung wurden bei dem Angriff im irakisch-syrischen Grenzgebiet mehrere Menschen getötet. Der syrische Außenminister Walid el Muallem sprach von einer 'kriminellen und terroristischen' Aktion.

WASHINGTON: Im US-Bundesstaat Tennessee sind zwei Neonazis festgenommen worden, die ein Attentat auf den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Barack Obama geplant haben sollen. Das Justizministerium bestätigte Berichte aus Gerichtsakten, nach denen die beiden zunächst ein Waffengeschäft ausrauben und dann in einer mehrheitlich von Schwarzen besuchten Schule mehr als 100 Menschen ermorden wollten. Höhepunkt hätte dann das Attentat auf Obama sein sollen. Die Festnahme erfolgte bereits vor knapp einer Woche in der Stadt Alamo.

KINSHASA: In der Demokratischen Republik Kongo rücken die Tutsi-Rebellen unter Laurent Nkunda auf die Provinzhauptstadt Goma vor. Die UN-Friedenstruppen bestätigten Angaben, die Rebellen stünden nur noch etwa 20 Kilometer vor der Stadt. Seit Beginn der Offensive am Wochenende flohen etwa 10.000 Menschen vor den Kämpfen. Am Montag hatten aufgebrachte Demonstranten das Hauptquartier der UN-Friedenstruppe in Goma angegriffen. Sie beschuldigten die UN-Soldaten, sie nicht ausreichend gegen die Rebellen zu schützen. Die Rebellen begründen die Offensive damit, die Armee des Landes arbeite mit Hutu-Milizen aus dem Nachbarland Ruanda zusammen, die für den dortigen Völkermord 1994 verantwortlich seien.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat es als "dringend" bezeichnet, Simbabwe aus der Krise zu holen. In einer in New York veröffentlichten Erklärung zeigte sich Ban bestürzt über die wachsende Not der Menschen in dem afrikanischen Land. Diese könne sich im kommenden Jahr noch verschärfen, wenn der politische Stillstand nicht beendet werde. Am Montag war ein neuer Vermittlungsversuch der Südafrikanischen Staatengemeinschaft SADC in Simbabwes Hauptstadt Harare gescheitert. Präsident Robert Mugabe und der bisherige Oppositionsführer Morgan Tsvangirai streiten vor allem darüber, welche Partei den Innenminister stellt. Diesem untersteht die Polizei.

TOKIO: In Japan sind zwei wegen Mordes zum Tode verurteilte Männer gehenkt worden. Damit wurden in diesem Jahr bereits 15 Todesurteile in Japan vollstreckt. Es ist die höchste Zahl seit Veröffentlichung der Hinrichtungszahlen 1999.

OTTAWA: Ein Bundesgericht in Kanada hat die Berufung des ehemaligen Nazi-Kollaborateurs Helmut Oberlander gegen die Aberkennung seiner kanadischen Staatsbürgerschaft abgewiesen. Das Gericht entschied, die Staatsbürgerschaft sei Oberlander zu Recht entzogen worden. Die Entscheidung bedeutet, dass Oberlander nun aus Kanada ausgewiesen werden könnte. Der 84-jährige als Sohn deutscher Eltern in der Ukraine geborene Oberlander war im Zweiten Weltkrieg Dolmetscher für ein Einsatzkommando, das in der besetzten Sowjetunion Massenmorde verübte. Bei seiner Einbürgerung hatte er gegenüber den kanadischen Behörden falsche Angaben zu seiner Vergangenheit gemacht.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Nordwesten wechselnd bewölkt mit örtlichen Schauern. Nach Süden und Südosten hin viele Wolken, gelegentlich Regen. Höchstwerte sechs bis 13 Grad.

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