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Nachrichten

Dienstag, 28. Juli 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag- als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

FRANKFURT AM MAIN: Das florierende Investment-Geschäft hat der Deutschen Bank auch im zweiten Quartal einen Milliardengewinn in die Kassen gespült. Der Überschuss stieg im Jahresvergleich um zwei Drittel auf 1,1 Milliarden Euro. Das teilte die größte deutsche Privatbank in Frankfurt mit. Ein Wermutstropfen in der Bilanz ist die auf eine Milliarde Euro versiebenfachte Risikovorsorge. Dies spiegelt die erhöhte Ausfallwahrscheinlichkeit der Kredite im Firmen- und Privatkundengeschäft wider. Bankchef Josef Ackermann zeigte sich vorsichtig. Der Ausblick auf das verbleibende Jahr hänge stark davon ab, wie sich die globale Wirtschaft entwickele. In Folge der Finanzkrise hatte die Deutsche Bank 2008 einen Verlust von 4,8 Milliarden Euro gemacht und damit erstmals in ihrer Geschichte rote Zahlen geschrieben.

BERLIN: Trotz Sommerpause tagt an diesem Dienstag der Bundestags-Untersuchungsausschuss zum Finanzdebakel bei der Hypo Real Estate Bank (HRE). Die Abgeordneten wollen unter anderem den seit Oktober amtierenden neuen HRE-Vorstandschef Axel Wieandt befragen. Später folgt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Der Untersuchungsausschuss soll klären, ob durch fehlerhaftes Krisenmanagement der Bundesregierung der Steuerzahler belastet wurde und welche Lehren daraus zu ziehen sind. Die Regierung hatte den angeschlagenen Immobilienfinanzierer mit milliardenschweren Hilfen vor dem Kollaps bewahrt.

LEIPZIG: Vertreter gesetzlicher Krankenkassen haben Bund und Länder aufgefordert, die Kosten einer Schutzimpfung gegen die so genannte Schweinegrippe zu übernehmen. Andernfalls müssten die Krankenkassen eventuell Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern erheben, warnte der Verband der Ersatzkassen. Die Kosten in Höhe von 600 Millionen Euro seien nicht eingepreist, sagte Rolf Steinbronn, Chef der AOK Plus der "Leipziger Volkszeitung". Eine solche Summe bringe die Kalkulation des Gesundheitsfonds "ins Rutschen". Sprecher der Bundes- und Ländergesundheitsministerien hatten erklärt, die Kosten würden von den Krankenkassen getragen. Die Kassen sehen dagegen den Staat in der Pflicht.

MADRID: Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hat sich gegen Kritik an der Nutzung ihres Dienstwagens im Spanienurlaub zur Wehr gesetzt. Es stehe ihr zu, den Wagen auch privat zu nutzen, wenn dies getrennt abgerechnet werde, erklärte die SPD-Politikerin an ihrem Urlaubsort an der Costa Blanca. Die Parteispitze gab ihr Rückendeckung und erklärte, Schmidt verhalte sich rechtlich korrekt. Die Opposition und der Koalitionspartner CDU/CSU warfen Schmidt vor, ihr sei das soziale Gespür abhanden gekommen. Auch die SPD-Bundesminister Olaf Scholz, Brigitte Zypries, Wolfgang Tiefensee und Heidemarie Wieczorek-Zeul nutzten teils in diesem und teils in den vergangenen Jahren ihre Dienstlimousinen auf eigene Kosten für Urlaube. Das bestätigten die Ministerien dem "Hamburger Abendblatt".

BAGDAD: US-Verteidigungsminister Robert Gates ist zu einem unangekündigtem Besuch im Irak eingetroffen. Gates werde zwei Tage im Irak bleiben und sich mit Regierungschef Nuri el Maliki treffen, sagte ein ranghoher Vertreter des US-Verteidigungsministeriums. Zudem sei eine Reise ins Kurdengebiet im Norden des Irak geplant, wo der Minister zwischen kurdischen und arabischen Irakern im Streit um die Kontrolle ölreicher Gebiete vermitteln will. Gates hatte am Montag in Jerusalem Gespräche mit der israelischen Führung über die nuklearen Ambitionen des Irans geführt. Anschließend hatte er noch Jordanien besucht.

LONDON: Die britische Armee hat eine fünfwöchige Offensive gegen die Taliban in Süd-Afghanistan beendet. Premierminister Gordon Brown wertete die Aktion als Erfolg. Für etwa 100.000 Menschen sei das Land sicherer geworden, sagte der Regierungschef in London. Zugleich beklagte Brown Verluste in den eigenen Reihen. Bei den Gefechten in der Region Helmand wurden seit Mitte Juni 22 Soldaten getötet. Die Offensive, an der etwa 3.000 britische Soldaten beteiligt waren, diente der Sicherung der Präsidentenwahl im August. Auch im Norden Afghanistans sind die Bemühungen im Kampf gegen die Taliban verstärkt worden. An einem entsprechenden Einsatz beteiligen sich derzeit etwa 300 deutsche Soldaten.

LIMA: Im Konflikt um das iranische Atomprogramm hat Israels Außenminister Avigdor Lieberman schärfere Sanktionen der Vereinten Nationen gefordert. Wenn der Iran zu einer Atommacht werde, bedeute dies eine wirkliche Bedrohung, sagte Lieberman bei einem Besuch in Peru. Betroffen sei nicht nur Israel, sondern die ganze Welt. - Der Iran betreibt ein Atomprogramm, das nach Angaben aus Teheran ausschließlich der zivilen Nutzung dient. Israel und viele westliche Staaten fürchten aber, dass das Land tatsächlich an der Entwicklung von Atomwaffen arbeitet.

WASHINGTON: Die USA und China wollen sich nach eigenen Angaben trotz einiger Anzeichen für ein Ende der Weltwirtschaftskrise nicht übereilt aus ihren Konjunkturprogrammen verabschieden. Es müsse vermieden werden, dass sich neue Ungleichgewichte wie etwa im US-Immobiliensektor bildeten, hieß es am Ende des ersten Konferenztages eines gemeinsamen Strategie- und Wirtschaftsforums in Washington. China stimmte der US-Sicht zu, dass sein künftiges Wachstum zunehmend vom heimischen Konsum zu tragen sei und weniger vom Export. Umgekehrt müssten die USA den Konsum zurückschrauben und verstärkt auf den Export setzen, um die massiven Ungleichgewichte zwischen beiden Ländern auszugleichen, hieß es.

RANGUN: Im Prozess gegen die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi soll an diesem Freitag das Urteil gesprochen werden. Das gab der Anwalt der Angeklagten bekannt. Die 64-jährige Friedensnobelpreisträgerin ist angeklagt, gegen die Auflagen ihres Hausarrests verstoßen zu haben. Der Politikerin droht eine Haftstrafe von fünf Jahren. Das Verfahren, das vor einem Sondergericht im berüchtigten Insein-Gefängnis der Hafenmetropole Rangun abgehalten wird, wird von westlichen Diplomaten und Regierungen als Schauprozess verurteilt. Suu Kyi hat inzwischen 13 Jahre in Haft oder unter Hausarrest verbracht.

BRÜSSEL: Die Europäische Union hat milliardenschwere Nothilfen für Lettland und Rumänien freigegeben. Das besonders von der Finanzkrise gebeutelte Lettland bekommt 1,2 Milliarden Euro. Der Betrag gehört zu der schon vor längerer Zeit gebilligten Zahlungsbilanzhilfe der EU von insgesamt 3,1 Milliarden Euro. Das teilten die EU-Kommission und die schwedische Ratspräsidentschaft in Brüssel mit. - Rumänien bekommt 1,5 Milliarden Euro. Diese Summe ist die erste Tranche eines Fünf-Milliarden-Euro-Darlehens. An beide Länder stellt die EU strenge Bedingungen, damit weitere Folgen der Finanzkrise vermieden werden. So muss Lettland seine Neuverschuldung bis 2012 unter die Maastrichter Marke von drei Prozent bringen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten und Südosten Schauer oder Gewitter, sonst heiter bis wolkig und trocken. Höchstwerte 20 bis 26 Grad.


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