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Nachrichten

Dienstag, 27. Oktober 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Der neue Bundestag kommt zur Stunde zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Darin haben Union und FDP als künftige Regierungspartner eine Mehrheit von 332 Stimmen unter den 622 Abgeordneten. Der CDU-Politiker und ehemalige Forschungsminister Heinz Riesenhuber wird die erste Sitzung der neuen Legislaturperiode als Alterspräsident eröffnen. Für die Wahl des regulären Parlamentspräsidenten haben CDU und CSU Amtsinhaber Norbert Lammert nominiert. Am Montag hatten die Partei- und Fraktionsspitzen von Union und FDP den 124-seitigen Koalitionsvertrag mit dem Titel "Wachstum. Bildung. Zusammenhalt" unterzeichnet. Bundeskanzlerin Angela Merkel soll am Mittwoch wiedergewählt werden.

BERLIN: Bereits vor der Vereidigung der neuen Bundesregierung formiert sich in den Ländern und Gemeinden massiver Widerstand gegen die von Union und FDP geplanten Steuersenkungen. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberger, klagte, sollten die Pläne Wirklichkeit werden, müssten Städte und Gemeinden im kommenden Jahr Steuerausfälle von 3,6 Milliarden Euro verkraften. Der rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl (SPD) sagte, was Schwarz-Gelb vorhabe, mache den Ländern die Haushalte auf Jahre hinaus kaputt. Ablehnend reagierten auch Regierungsvertreter aus unionsgeführten Bundesländern, wie etwa Thüringen, dem Saarland und Baden-Württemberg.

POTSDAM: Im Bundesland Brandenburg haben sich SPD und Linke auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Die Verhandlungen zur Bildung einer rot-roten Landesregierung seien abgeschlossen, sagten Sprecher beider Parteien in Potsdam. Die Wiederwahl des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck ist für den 6. November geplant. Die neue Regierung löst nach zehn Jahren eine Koalition von SPD und CDU ab.

BERLIN: Die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, hat dazu aufgerufen, das Verfahren um den Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini mit Ruhe und Besonnenheit zu verfolgen. In einer Erklärung Böhmers heißt es, die schreckliche Tat habe in Deutschland und Ägypten sowie in weiten Teilen der arabischen Welt Trauer und Entsetzen ausgelöst. Millionen Menschen verfolgten den Prozess mit großer Aufmerksamkeit. Deshalb sei es umso wichtiger, auf die Unabhängigkeit der deutschen Justiz zu vertrauen und diese zu respektieren. Dem 28-jährigen Angeklagten Alex W. wird vorgeworfen, die 31-jährige Muslimin vor den Augen ihres kleinen Kindes erstochen und ihren Mann schwer verletzt zu haben. Der Spätaussiedler soll aus Hass auf Nichteuropäer und Muslime gehandelt haben. Der Prozess wird an diesem Dienstag fortgesetzt.

BRÜSSEL: Die EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou hat davor gewarnt, die Schweinegrippe zu unterschätzen. Das H1N1-Virus könne in den kommenden Monaten deutlich aggressiver werden, sagte die Europa-Politikerin der Tageszeitung "Die Welt". In diesem Fall rechnet sie mit einer erheblichen Zahl von Toten. Die Staaten, die über zu viel Impfstoff verfügten, sollten anderen Ländern etwas abgeben, forderte Vassiliou. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fehlen in den Entwicklungsländern Milliarden von Impfdosen gegen die Schweinegrippe. Die Organisation hatte bereits vor zwei Wochen davor gewarnt, dass mit den bislang von Pharmakonzernen und Industrieländern zur Verfügung gestellten Chargen nur rund zwei Prozent der Bevölkerung in den Entwicklungsländern geimpft werden können.

PRAG: Das tschechische Verfassungsgericht hat seine Beratungen über den Lissabon-Vertrag aufgenommen. Von dem Urteil hängt ab, ob der EU-kritische Präsident Vaclav Klaus den Vertrag unterschreibt. Eine Gruppe von 17 EU-kritischen Senatoren ist der Ansicht, das Abkommen stehe im Konflikt zur Verfassung und hat deshalb Klage erhoben. Ob die Richter bereits am ersten Verhandlungstag ein Urteil fällen, ist offen. Der EU-Reformvertrag kann bisher nicht in Kraft treten, weil in Tschechien die Ratifizierung noch nicht abgeschlossen wurde.

JERUSALEM: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Israel vorgeworfen, den Palästinensern eine ausreichende Versorgung mit Trinkwasser zu verweigern. Der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch sei in Israel mit 300 Litern gut viermal so hoch wie im Westjordanland und dem Gazastreifen, heißt es in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation. Der Bericht kritisierte auch, dass die israelischen Behörden den Palästinensern den Neubau und die Instandhaltung von Brunnen untersage. Straßensperren erschwerten zudem, dass abgelegene Dörfer von Lastwagen mit Wasser versorgt würden. Israel hat den Bericht als tendenziös zurückgewiesen.

PEKING: Eineinhalb Jahre nach den schweren Unruhen in Tibet sind zwei Tibeter wegen Brandstiftung mit tödlichen Folgen hingerichtet worden. Chinas Botschaft in London hat die Exekutionen dem britischen Außenministerium bestätigt. Ein Ministeriumssprecher in London verurteilte die Hinrichtungen und äußerte die Besorgnis, dass es kein ordentliches Verfahren gegeben habe. Bei den Unruhen im vergangenen März gegen die chinesische Fremdherrschaft wurden in der tibetischen Hauptstadt Lhasa nach offiziellen Angaben 22 Menschen getötet, nach tibetischen Schätzungen liegt die Zahl der Opfer deutlich höher. Mehr als 950 Menschen wurden danach festgenommen.

ATHEN/ROM: Beim Untergang eines Flüchtlingsbootes in der Ägäis sind mindestens acht Menschen ertrunken. Nach Angaben der griechischen Küstenwache wurden zehn weitere Menschen aus dem Wasser gerettet. Die Flüchtlinge waren nach ersten Erkenntnissen von der Türkei aus in See gestochen. - Etwa 300 weitere Bootsflüchtlinge sind nach tagelanger Irrfahrt zwischen Libyen, Malta und Sizilien im süditalienischen Hafen von Pozzallo aufgenommen worden. Unter den Flüchtlingen sind auch 29 Kinder. In italienischen Medienberichten hieß es, viele der Menschen seien in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. Mindestens ein Flüchtling sei während der vermutlich in Libyen gestarteten Überfahrt gestorben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden viele Wolken und örtlich leichter Regen. Südlich von Main und Mosel auch heiter. Höchstwerte zehn bis 16 Grad.

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