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Nachrichten

Dienstag, 27. Juni 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

JERUSALEM: Zwei Tage nach der Entführung eines israelischen Soldaten durch palästinensische Extremisten hat Israel massiv Truppen an der Grenze zum Gazastreifen zusammengezogen. Nach Angaben des Militär- Rundfunks stehen zwei Infanterieregimenter und zwei Panzerbataillone für eine mögliche Invasion in das Autonomie-Gebiet bereit. Ministerpräsident Ehud Olmert hatte zuvor ausgeschlossen, dass seine Regierung auf die Bedingungen der Entführer eingeht und im Austausch für die Geisel palästinensische Häftlinge freilässt. UN-Generalsekretär Kofi Annan und US-Außenministerin Condoleezza Rice warnten vor einer Eskalation.

BERLIN: Drei Tage vor der Abstimmung im Bundestag über die Föderalismusreform entscheiden die Fraktionen von CDU/CSU, SPD und der FDP heute über ihre Position. Nachdem sich gestern Bund und Länder noch in letzten Details geeinigt hatten, gilt eine Zustimmung mehrerer SPD-Abgeordneter, die mit einem Nein gedroht hatten, als sicher. Dann dürfte die große Koalition auch die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit alleine erreichen. Nach der gestrigen Einigung dürfen Bund und Länder jetzt in Form eines Paktes doch im Hochschulbereich bei Wissenschaft und Forschung zusammenarbeiten. Bei anderen Änderungsforderungen der SPD-Abgeordneten, etwa beim Strafvollzug, blieben die Länder jedoch hart.

BERLIN: Im Rahmen der geplanten Gesundheitreform wird offenbar auch eine Reduzierung der Zahl der Krankenkassen angestrebt. Die 'Leipziger Volkszeitung' berichtet, eine gesetzliche Kasse müsse mindestens eine Million Mitglieder haben, um eigenständig zu sein. Ansonsten müsse sie fusionieren. Betroffen davon wären bis zu 120 Kassen. Die Regierung erhoffe sich, so das Blatt weiter, mehr Wettbewerb und eine Verringerung der Verwaltungskosten.

BERLIN: Der Deutsche Städtetag hat den Streik der Ärzte an kommunalen Krankenhäusern als überzogen kritisiert. Sein Sozialdezernent Helmut Fogt sagte der 'Berliner Zeitung', er habe Sorge, dass vor allem die Patienten darunter leiden würden. Außerdem gebe es keinen finanziellen Spielraum mehr für Kompromisse, da viele kommunale Krankenhäuser rote Zahlen schrieben. Der Chef der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery, sagte, es gehe nicht nur um mehr Geld, sondern auch um angemessene Arbeitsbedingungen. Die Ärzte an kommunalen Krankenhäusern hatten gestern in vier Bundesländern mit ihrem Streik begonnen. Schwerpunkt war Bayern.

BERLIN: Zwei der führenden Wirtschaftsverbände wollen enger zusammenarbeiten. Die Chefs des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und des Handwerk-Verbandes beauftragten eine Arbeitsgruppe, Kooperationsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen zu prüfen. Dazu gehören die Ausbildung, die Europa-Politik und die Außenwirtschaft. Ziel sei, so der DIHK, die wirtschaftspolitische Schlagkraft beider Verbände in Berlin und Brüssel zu erhöhen. Ein Zusammenschluss sei nicht geplant. Allerdings soll im Herbst -wie es wörtlich hieß- über weitere Schritte beraten werden.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat Nordkorea aufgerufen, seine Absichten im Zusammenhang mit einem anscheinend bevorstehenden Raketentest offen zu legen. Die Regierung in Pjöngjang sollte der Welt mitteilen, welchen Sprengstoff sie auf dem Träger installiert habe, sagte Bush in Washington. Er bekräftigte, dass seine Regierung in dem Test einer Langstreckenrakete eine Provokation sehen würde. Eine solche Rakete könnte das Territorium der USA erreichen. Beide Staaten befinden sich ohnehin in einem Konflikt über das Atomprogramm Nordkoreas.

HANOI: Das vietnamesische Parlament hat den 63-jährigen Politiker Nguyen Minh Triet zum neuen Staatspräsidenten gewählt. Triet, der keinen Gegenkandidaten hatte, erhielt 94 Prozent der Stimmen. Er nominierte anschließend den bisherigen stellvertretenden Ministerpräsidenten Nguyen Tan Dung für das Amt des Regierungschefs.

NEW YORK: Mit einem Appell zum verstärkten Kampf gegen den Waffenhandel ist eine Konferenz der Vereinten Nationen zu so genannten Kleinwaffen eröffnet worden. UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte zum Auftakt der Konferenz in New York, Maschinengewehre, Pistolen oder Panzerfäuste seien zwar klein, aber auch die Ursache für massive Zerstörung. Nach einer Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef sterben jährlich weltweit bis zu 500.000 Menschen durch Handfeuerwaffen. Ziel der zweiwöchigen UN-Konferenz ist ein rechtlich verbindliches Handelsabkommen, dass den illegalen Handel solcher Waffen unterbindet.

DETROIT: Die Führung des amerikanischen Automobilkonzerns General Motors hat sich zufrieden mit dem Zuspruch zu ihrem Sozialplan gezeigt. Rund 35.000 Mitarbeiter hätten innerhalb der gesetzten Frist einer Abfindung beziehungsweise einer Vorruhestandsregelung zugestimmt, sagte Konzernchef Rick Wagoner. Die Frist war am Freitag abgelaufen. Wahrscheinlich, so Wagoner, könne bereits bis Januar 2007 das Ziel erreicht werden, 30.000 Arbeitsplätze zu streichen und zwölf Werke zu schließen. Das wäre zwei Jahre eher als geplant. General Motors hatte 2005 einen Verlust von 10,5 Milliarden Dollar verzeichnet.

WIEN: Der Bau der so genannten 'Nabucco'-Gaspipeline ist beschlossene Sache. Die Energieminister Österreichs, Ungarns, Rumäniens, Bulgariens und der Türkei unterzeichneten mit der Europäischen Kommission eine entsprechende Vereinbarung. Die Pipeline, die vom Kaspischen Meer durch die fünf Staaten läuft, soll Westeuropa mit Gasfeldern im Nahen Osten verbinden. Ziel ist, die Abhängigkeit von russischem Gas zu verrringern. Mit dem Bau soll 2008 begonnen werden. Das erste Gas soll drei Jahre später strömen. Die Baukosten werden auf bis zu fünf Milliarden Euro geschätzt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten sonnig, sonst viele Wolken, örtlich Regen, im Süden auch Gewitter. Tageswerte zwischen 18 und 31 Grad.