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Nachrichten

Dienstag, 27. Februar 2007

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

KABUL: Bei einem Selbstmordanschlag auf die größte amerikanische Militärbasis in Afghanistan sind mehrere Menschen getötet worden. Die US-Armee spricht von drei Opfern, darunter ein US-Soldat. Das Innenministerium hatte zuvor die Zahl der Toten mit 18 angegeben. Der Attentäter hatte einen mit Sprengstoff beladenen Wagen vor einem Tor zur Explosion gebracht. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikal-islamischen Taliban-Milizen. In dem Luftwaffenstützpunkt Bagram nördlich von Kabul hatte auch US-Vizepräsident Dick Cheney übernachtet. Ein Militärsprecher sagte, Cheney sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen, da er sich in einem sicheren Teil des Stützpunktes aufgehalten habe. Inzwischen traf Cheney in Kabul mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai zusammen.

PARIS: Das Airbus-Sanierungskonzept ist beschlossen. Der Verwaltungsrat des Airbus-Mutterkonzerns EADS billigte das Sparprogramm einstimmig. Am Mittwoch soll es dem Betriebsrat und danach den Mitarbeitern und der Öffentlichkeit präsentiert werden. 'Welt Online' berichtet unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise, in Deutschland sollten 3.500 und in Frankreich 4.200 Stellen gestrichen werden. Der Großraumjet A380 werde weiter anteilig in beiden Ländern produziert; der A320 in Deutschland und der wegen seiner neuen Kohlenfaser-Technologie wichtige A350 werde mit Ausnahme des Rumpfes in Frankreich hergestellt.

BERLIN: Der frühere Außenminister Joschka Fischer hat sich in der Kurnaz-Affäre hinter seinen Nachfolger im Amt, Frank-Walter Steinmeier, gestellt. Vor dem BND-Untersuchungsausschuss sagte Fischer, die Sicherheitsheitsbehörden hätten wegen der Terroranschläge 2001 unter großem Druck der USA gestanden. Er selbst sei bei seinem Einsatz für eine Freilassung von Murat Kurnaz aus Guantanamo an der US-Regierung gescheitert. Deshalb sei der Vorwurf, nicht berechtigt, Steinmeier habe eine im Herbst 2002 mögliche Rückkehr von Kurnaz verhindert. Die Opposition sah diesen Vorwurf durch Fischers Aussage nicht entkräftet.

PJÖNGJANG: Nach einer Pause von sieben Monaten haben Nord- und Südkorea wieder Verhandlungen auf Kabinettsebene aufgenommen. Eine südkoreanische Delegation traf dazu in Pjöngjang ein, der Hauptstadt des kommunistischen Nordens. Grundlage der neuen Gespräche ist das Einlenken Nordkoreas im Atomstreit. Der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun sagte, sein Land wolle bei dem Treffen hervorheben, dass Nordkorea mit den gewünschten Sicherheitsgarantien rechnen könne, wenn es sein Atomprogramm tatsächlich einstelle.

COLOMBO: Bei einem Angriff tamilischer Rebellen sind im Osten Sri Lankas nach jüngsten Regierungsangaben die Botschafter Deutschlands, Italiens und der USA leicht verletzt worden. Die Diplomatengruppe war auf dem Flugplatz in Batticaloa mit Granaten beschossen worden, nachdem sie mit weiteren westlichen Botschaftern und Regierungsvertretern in zwei Hubschraubern gelandet war. Die Delegation wollte sich in der Region über Entwicklungsprojekte informieren. Sprecher der Rebellen bedauerten den Vorfall und erklärten, es sei gefährlich, sich in Kriegsgebiet zu begeben.

TEHERAN: Der Iran hat nochmals sein Recht auf Atomkraft bekräftigt. Die Forderung der internationalen Staatengemeinschaft nach Aussetzung der Urananreicherung sei nicht legitim, sagte Außenminister Manouchehr Mottaki in Teheran. Vertreter der fünf Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschlands hatten am Montag in London Beratungen über eine Verschärfung der Sanktionen aufgenommen. Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy teilte jetzt mit, es gebe gute Chancen auf eine schnelle Einigung über eine zweite Resolution. In der vergangenen Woche hatte der Iran eine weitere Frist des Weltsicherheitsrats verstreichen lassen.

NABLUS: Die israelische Armee hat die meisten ihrer Soldaten aus der Palästinenserstadt Nablus im Westjordanland wieder abgezogen. Die Soldaten waren auf der Suche nach militanten Palästinensern am Sonntag in Nablus eingerückt und hatten etliche Gebäude durchkämmt. Die Armee nahm nach eigenen Angaben mehrere gesuchte Extremisten fest und hob Werkstätten zur Herstellung von Sprengstoff aus. Ein Palästinenser wurde bei einem Schusswechsel getötet.

DEN HAAG: Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs will an diesem Dienstag die ersten mutmaßlichen Kriegsverbrecher aus der sudanesischen Krisenregion Darfur benennen. Das Büro Luis Moreno-Ocampos hat angekündigt, den Richtern in Den Haag die Namen von Verdächtigen und Beweise für Gräueltaten vorzulegen, um Haftbefehle zu erwirken. Bereits im Dezember hatte er von Mord, Folter und Vergewaltigungen berichtet. Die sudanesische Regierung wehrt sich gegen ein internationales Verfahren.

CARACAS: Venezuelas Präsident Hugo Chavez hat die Verstaatlichung aller von ausländischen Konzernen betriebenen Ölprojekte im Orinoco-Becken verfügt. Chavez unterzeichnete einen entsprechenden Erlass, in dem auch die Besetzung der Ölfelder durch Soldaten zum 1. Mai angekündigt wird. In der Region werden weltweit die größten Reserven vermutet. Die dort tätigen Unternehmen aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Norwegen müssen jetzt entscheiden, ob sie eine Umwandlung in Joint-Ventures akzeptieren, bei denen der Staat die Kapitalmehrheit halten wird.

BRÜSSEL: Malta will 2008 den Euro einführen. Ministerpräsident Lawrence Gonzi kündigte an, die Bewerbungsunterlagen für den Beitritt zur Euro-Währungszone an diesem Dienstag an die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank zu schicken. Diese müssen die Unterlagen prüfen; eine Entscheidung über den Beitritt zur Währungszone fällen dann die EU-Finanzminister. Malta, das 2004 der EU beigetreten ist, wäre das 14. Land, in dem der Euro als offizielles Zahlungsmittel gelten würde.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend viele Wolken, im Süden und Osten regnerisch. Tageswerte zwischen zwei und zehn Grad.

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