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Nachrichten

Dienstag, 27. Dezember 2005

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag

BERLIN: Außenpolitiker von SPD und Union haben an die aus der Geiselhaft entlassene Deutsche Susanne Osthoff appelliert, nicht in den Irak zurückkehren. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, er habe für diese Pläne wenig Verständnis. Der Vorsitzende des Auswärtigen Auschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz (CDU) sagte, gerade Osthoff müsse das Risiko einer solchen Entscheidung deutlich vor Augen haben. Osthoff, die am 18. Dezember nach drei Wochen Geiselhaft freigekommen war, hatte dem arabischen Sender Al-Dschasira gesagt, sie wolle ihre Arbeit als Archäologin im Irak fortsetzen. Ihre Entführer hätten sie gut behandelt, auch weil sie Moslemin sei, sagte Osthoff.

BELGRAD: Das Verwirrspiel um den als Kriegsverbrecher gesuchten früheren Militärchef der bosnischen Serben, Ratko Mladic, geht weiter. Der serbische Innenminister Dragan Jocic erklärte nach Medienberichten in Belgrad, die Polizei wisse nicht, wo sich Mladic aufhalte. Jocic dementierte damit einen Bericht der Agentur Mina, wonach Mladic erwäge, sich zu stellen und darüber mit serbischen Behörden verhandele. Die Belgrader Zeitung 'Blic' wiederum meldete, ein Telefonat zwischen Mladic und einem seiner Unterstützer habe die Behörden auf die Spur des Ex-Generals gebracht. - Mladic und der ebenfalls untergetauchte frühere Präsident der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, sind vor dem UN-Tribunal in Den Haag wegen Kriegsverbrechen angeklagt.

GAZA- STADT: Israelische Kampfjets und Hubschrauber haben Ziele im Gaza-Streifen mit Raketen angegriffen. Wie die Armee mitteilte, wurden zwei Gebäude der Al-Aksa-Brigaden getroffen, die zur Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas gehören. Nach Korrespondentenberichten waren zudem Straßen und Brücken Ziele des Angriffs. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. - Wenige Stunden vor dem Angriff waren mehrere Raketen aus dem Gaza-Streifen auf israelischem Gebiet eingeschlagen. Um den Raketenbeschuss durch militante Palästinenser zu stoppen, will Israel im Norden des Gaza-Streifens eine Sicherheitszone einrichten.

RAMALLAH: Die Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas kann bei der für Januar vorgesehenen Parlamentswahl nun doch mit einer einheitlichen Kandidatenliste antreten. Ein Gericht in Ramallah genehmigte es, am Mittwoch eine neue Liste nachzureichen. Eigentlich war die Abgabefrist am 14. Dezember abgelaufen. - Aus Protest gegen die so genannte alte Garde der Fatah um Abbas hatten reformorientierte Kräfte der Bewegung eine eigene Liste aufgestellt, mit dem in Israel inhaftierten Intifada-Führer Marwan Barghuti als Spitzenkandidaten. Inzwischen einigten sich die zerstrittenen Flügel aber auf gemeinsame Kandidaten. - Nach Meinungsumfragen hat die Fatah nur dann eine Chance, am bei der Wahl 25. Januar stärker als die radikale Hamas zu werden, wenn sie geschlossen antritt.

BERLIN: Große Teile der Hartz-Reformen sind laut einer von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Studie ungeeignet zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Manches sei sogar kontraproduktiv, heißt es in der Untersuchung, die dem 'Handelsblatt' vorliegt. In der Studie kommen die Personal-Service-Agenturen besonders schlecht weg. Durch die Agenturen, die eigentlich als Herzstück der Hartz-Reformen galten, werde die durchschnittliche Arbeitslosigkeit noch verlängert.--Nicht Bestandteil der Studie war die mit Hartz IV bezeichnete Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe.

BERLIN: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat sich für Lohnerhöhungen ausgesprochen, um der Binnenkonjunktur in Deutschland mehr Schub zu geben. Der 'Bild'-Zeitung sagte der CSU-Politiker, bei den Tarifverhandlungen dürften nicht allein Kosten, Shareholder- Value und Aktionärsinteressen eine Rolle spielen. Wesentliche Teile der Wirtschaft wie Einzelhandel und Handwerk seien auf kaufkräftige Nachfrage angewiesen. Die Menschen müssten für gute Arbeit gutes Geld verdienen und es dann auch ausgeben können.--Der Bundesverband der Deutschen Industrie forderte unterdessen längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich.

BERLIN: Nach den Worten von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) werden die meisten Krankenkassen ihre Beiträge nicht erhöhen. Zwar würden einige Kassen anheben, die überwiegende Mehrheit werde aber mit ihren Beiträgen stabil bleiben, sagte Schmidt der ARD. Die 'Bild'-Zeitung hatte berichtet, 2006 müssten sich rund vier Millionen Kassenpatienten auf zum Teil deutlich höhere Beiträge einstellen.

DÜSSELDORF: Verteidigungsminister Franz Josef Jung will nicht, dass die Bundeswehr bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland Fans kontrolliert oder Stadien bewacht. Jung sagte der 'Rheinischen Post', es sei nicht Auftrag der Bundeswehr, Polizeiaufgaben wahrzunehmen. Die Soldaten könnten nur eingesetzt werden, wofür sie ausgebildet seien und wo ein verfassungsgemäßer Auftrag bestehe.--Jung stellte sich damit gegen seinen CDU-Parteifreund und Kabinettskollegen, Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Dieser hatte vorgeschlagen, auf die Bundeswehr zurückzugreifen, wenn die Kräfte der Polizei nicht mehr ausreichten.

SYDNEY: Der reichste Mann Australiens, der Medienunternehmer Kerry Packer, ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Dies teilte seine Familie in Sydney mit. Packers Vermögen wurde von australischen Medien auf 5,2 Milliarden US-Dollar geschätzt. Er besaß unter anderem den beliebtesten Fernsehsender Australiens und mehrere Zeitschriften.

BRASILIA: Mit Messern bewaffnete Häftlinge haben im brasilianischen Staat Rondonia mehr als 200 Menschen als Geiseln genommen. Der Aufstand begann - wie erst jetzt bekannt wurde - bereits am Sonntag während der Besuchszeit im Staatsgefängnis Urso Branco. Bei den meisten Geiseln handelt es sich nach Behördenangaben um Frauen. - Im vergangenen Jahr gab es in Urso Branco einen mehrtägigen blutigen Aufstand, bei dem 14 Häftlinge getötet wurden. Die Anstalt ist für 350 Gefangene ausgelegt, 1.200 sitzen dort ein.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Stark bewölkt, zum Teil kräftiger Schneefall bis in die Niederungen hinein. Höchstwerte zwischen minus vier und plus einem Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: minus 1 Grad, etwas Schnee, Berlin: minus 3 Grad, dunstig, Dresden und Köln/Bonn: minus 3 Grad, nach Schneefall, Frankfurt am Main: minus 2 Grad, nach Schneefall und München: minus 2 Grad, etwas Schnee.