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Nachrichten

Dienstag, 26. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WIESBADEN: Die gute Konjunktur in Deutschland hat dem Staatshaushalt im ersten Halbjahr 2008 einen Überschuss in Höhe von 6,7 Milliarden Euro beschert. Dies teilte das Statistische Bundesamt mit. Danach stieg das Steueraufkommen, das rund die Hälfte aller Staatseinnahmen ausmacht, um 3,7 Prozent. Allerdings habe sich hier die Entwicklung nach dem starken Anstieg 2007 deutlich verlangsamt, hieß es in Wiesbaden weiter. Seit der Wiedervereinigung 1990 hatte der Staat mit Ausnahme der Jahre 2000 und 2007 stets Finanzierungsdefizite ausgewiesen. Auch für das Gesamtjahr 2008 geht die Bundesregierung von einem Minus aus. Finanzminister Peer Steinbrück hatte der EU-Kommission im Frühjahr ein Defizit von 0,5 Prozent gemeldet.

BERLIN: Die Sorge vor einer längeren Konjunkturflaute hat die Kauflaune der Deutschen getrübt. Für September prognostizierte die Gesellschaft für Konsumforschung das kühlste Konsumklima seit fünf Jahren. Der GfK-Index sank von 1,9 auf 1,5 Punkte und damit stärker als erwartet. Nach Auskunft der Forscher ließ vor allem die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen, etwa von Autos oder Möbeln, nach. Die Bundesbürger schätzten die wirtschaftliche Lage so schlecht ein wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Der Grund sei der Wachstumseinbruch im zweiten Quartal, als das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 Prozent zurückging und damit erstmals seit 2004 wieder schrumpfte.

TALLIN: Im Rahmen ihrer Reise durch Ostsee-Staaten ist Bundeskanzlerin Angela Merkel in Estland eingetroffen. Dort kommt sie zunächst mit Ministerpräsident Andrus Ansip zusammen. Bei dem Gespräch geht es vor allem um den Kurs der Europäischen Union gegenüber Russland im Kaukasus-Konflikt. Die baltischen Staaten fordern von der EU eine härtere Haltung gegenüber Moskau. Später wird Merkel im Kunstmuseum der Hauptstadt Tallinn eine Rede vor Vertretern von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft halten. Danach spricht sie mit Estlands Präsident Toomas Ilves, bevor sie nach Litauen weiterfliegt.

MOSKAU: Nach dem gestrigen Votum des russischen Parlaments hat Präsident Dmitri Medwedew seinen Nationalen Sicherheitsrat einberufen. Das Treffen soll in der Sommerresidenz des Präsidenten im Schwarzmeerort Sotschi stattfinden. Russische Medien berichten, dass der Beschluss des Parlaments besprochen werde, die abtrünnigen georgischen Regionen Südossetien und Abchasien als eigenständige Staaten anzuerkennen. Zuletzt hatte US-Präsident George W. Bush an Medwedew appelliert, diesen Schritt nicht zu vollziehen. Die territoriale Unversehrtheit und Grenzen von Georgien müssten genauso respektiert werden wie bei jedem anderen Staat, sagte Bush. Im georgischen Schwarzmeer-Hafen Poti wird für Mittwoch ein weiteres amerikanisches Frachtschiff erwartet. Es soll Lebensmittel und Versorgungsgüter für die georgische Bevökerung liefern.

FRANKFURT AM MAIN: Der Kandidat für den Vorsitz der hessischen Linkspartei, Ulrich Wilken, hat eine Koalition mit SPD und Grünen ausgeschlossen. Bei allen Überschneidungen seien SPD und Grüne inhaltlich weit weg von den Linken, sagte Wilken der 'Frankfurter Rundschau'. Für die hessischen Sozialdemokraten gelte dies beim Thema Ausbau der Flughäfen, bei den Grünen in der Bildungs- und Schulpolitik. Die Linke werde zwar eine Minderheitsregierung mit wählen, um den amtierenden Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) abzulösen. Doch werde sie keinen Tolerierungsvertrag unterschreiben oder Zusagen zu einem Haushalt machen, dessen Inhalt seine Partei gar nicht kenne, so Wilken. Am kommenden Wochenende findet in Lollar in Mittelhessen der Landesparteitag der Linken statt. Dort wird Wilken für den Vorsitz kandidieren.

PJÖNGJANG: Nordkorea hat seine Anstrengungen zur Stillegung umstrittener Atomanlagen ausgesetzt. Zur Begründung hieß es, die USA hätten Nordkorea bislang nicht von ihrer Liste von Staaten gestrichen, die den Terrorismus unterstützten. Damit habe die USA gegen eine Abmachung verstoßen, die bei den so genannten Sechs-Parteien-Gesprächen über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms getroffen wurde. Die USA hatten zuvor mehrfach kritisiert, dass die Regierung in Pjöngjang ihrerseits der Verpflichtung zur vollständigen Offenlegung ihrer Nuklearaktivitäten nicht nachgekommen sei.

BANGKOK: Bei Unruhen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok haben Demonstranten mehrere Regierungseinrichtungen angegriffen. Dabei drangen sie auf das Gelände des Regierungssitzes und mehrerer Ministerien vor. Eine andere Gruppe stürmte die Zentrale des staatlichen Fernsehens und erzwang eine Programmunterbrechung. Insgesamt waren rund 30.000 Menschen an den Protestaktionen beteiligt. Ein Bündnis regierungskritischer Gruppen versucht bereits seit Mai, die Regierung von Ministerpräsident Samak Sundaravej zum Rücktritt zu bringen. Sie werfen ihm vor, von dem früheren Regierungschef Thaksin Shinawatra beeinflussst zu sein, der 2006 bei einem Militärputsch gestürzt wurde. Die gespannte Atmosphäre in Bangkok löste Spekulationen über einen möglichen neuen Militärputsch aus. Hohe Offiziere wandten sich öffentlich gegen die Gerüchte. An der Börse von Bangkok fielen die Aktienkurse um 1,7 Prozent.

DENVER: Die US-Demokraten haben sich zum Auftakt ihres Wahlparteitags um Geschlossenheit bemüht. Nach einem erbitterten Vorwahlkampf riefen führende Politiker der Partei die mehr als 4.000 Delegierten zur uneingeschränkten Unterstützung von Barack Obama auf. Er soll am Donnerstag offiziell als Präsidentschaftskandidat der Demokraten nominiert werden. In einem ersten formellen Akt verabschiedeten die Demokraten ein Wahlprogramm, in dem sie den Abzug der US-Soldaten aus dem Irak fordern sowie ein Paket zur Belebung der Konjunktur und eine allgemeine Krankenversicherung. Aufsehen erregte die Anwesenheit des krebskranken Senators Edward Kennedy ebenso wie die sehr persönlichen Rede der Frau des Präsidentschaftskandidaten, Michelle Obama. Die Republikaner kommen in der nächsten Woche in St. Paul in Minnesota zu ihrem Parteitag zusammen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden stark bewölkt und vereinzelt Schauer. Sonst ein freundlicher Mix aus Sonne und Wolken und weitgehend trocken. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 und 26 Grad.

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