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Nachrichten

Dienstag, 25. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag- als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

DÜSSELDORF: Die SPD-Affäre um den früheren Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hat noch einmal eine überraschende Wende genommen: Einen Tag, nachdem die SPD auf einen Ausschluss verzichtet und es bei einer Rüge belassen hatte, erklärte Clement nun von sich aus den Austritt aus der Partei. In seiner Begründung heißt es, die Bundesschiedskommission habe ihn mit ihrer "öffentlichen Rüge drangsalieren" wollen. Zugleich bekräftigt der 68jährige Ex-Ministerpräsident seine Kritik an der Haltung der SPD-Führung zur Linkspartei und der Wirtschaftspolitik der Sozialdemokraten, die auf eine "De-Industrialisierung" Deutschlands hinauslaufe. --- Clement war wegen seiner SPD-kritischen Äußerungen im hessischen Wahlkampf mehrfach aufgefordert worden, sein Parteibuch freiwillig zurückzugeben, hatte sich aber monatelang durch alle Parteiinstanzen dagegen gewehrt. SPD-Chef Franz Müntefering bedauerte den Austritt Clements.

WASHINGTON/ ISLAMABAD: Das vor der Zahlungsunfähigkeit stehende Pakistan bekommt vom Internationalen Währungsfonds einen Kredit von 7,6 Milliarden Dollar. Der Verwaltungsrat habe die entsprechende Zahlung genehmigt, teilte der IWF in Washington mit. Mit dem Geld soll das Regierungsprogramm zur Stabilisierung der pakistanischen Wirtschaft unterstützt werden. Es ist der erste IWF-Kredit für ein asiatisches Land seit Ausbruch der weltweiten Finanzkrise.

NÜRNBERG: Die Kauflaune der Bundesbürger nimmt trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise weiter zu. Der entsprechende Index der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) stieg in diesem Monat gegenüber Oktober um 1,9 Punkte. Für Dezember erwartet das Nürnberger Institut ein noch größeres Plus. Die sinkenden Energiepreise und die jüngsten Tarifabschlüsse sorgten bei den persönlichen Einkommensaussichten wieder für mehr Zuversicht und damit für eine größere Kaufbereitschaft, heißt es zur Begründung. Zugleich weist die GfK darauf hin, dass die Deutschen die allgemeine Wirtschaftsentwicklung so pessimistisch einstuften wie seit 1991 nicht mehr. Die Rezessionsängste seien inzwischen Realität.

PEKING: Die Weltbank hat ihre Wachstumsprognose für China auf den niedrigsten Wert seit 19 Jahren gesenkt. Die Wirtschaft der Volksrepublik werde als Folge der globalen Finanz- und Konjunkturkrise im kommenden Jahr voraussichtlich nur noch um 7,5 Prozent zulegen, heißt es im Vierteljahresbericht der Weltbank. Zuvor war man noch von 9,2 Prozent ausgegangen. 2007 hatte Peking noch 11,9 Prozent und damit das fünfte Jahr in Folge ein zweistelliges Plus verzeichnet. --- Für dieses Jahr rechnen die Experten in China mit einem Wachstum von 9,4 Prozent. Weltbank-Ökonom Louis Kuijs erläuterte in Peking, treibende Kraft der erwarteten Zuwächse seien staatlich geförderte Ausgaben. Das angekündigte Konjunkturprogramm könne aber auch die notwendigen Umstrukturierungen begünstigen.

GENF: Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, hat die Gewalt gegen Frauen und die gängige Praxis der Straffreiheit der dafür Verantwortlichen angeprangert. Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen an diesem Dienstag verwies Pillay insbesondere auf die Situation in der Demokratischen Republik Kongo. Dort seien im vergangenen Jahrzehnt hunderttausende Frauen vergewaltigt, geschlagen, versklavt oder getötet worden, ohne dass wirklich jemand bestraft worden sei. Die UN-Diplomatin beklagte, in einigen Gesellschaften wüssten Männer genau, dass sie sich nicht vor Gericht verantworten müssten, wenn sie ihre Frauen oder Kinder verletzten oder sogar töteten. - Die EU-Kommission rief dazu auf, weltweit viel entschiedener gegen Diskriminierung und Gewalt an Frauen vorzugehen.

KANDAHAR: Im Zusammenhang mit einem Säure-Attentat auf Schülerinnen in der Stadt Kandahar hat die afghanische Polizei zehn Taliban festgenommen. Einige von ihnen haben nach Auskunft der Behörden eine Beteiligung an der Tat bereits gestanden. Dabei waren Anfang des Monats insgesamt acht Schulmädchen und vier Lehrerinnen auf dem Weg zur Schule mit Säure besprüht worden. Mehrere Mädchen mussten mit Verätzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat die öffentliche Hinrichtung der Verantwortlichen angekündigt. Unter der Herrschaft der Taliban 1996 bis 2001 war Mädchen der Schulbesuch verboten gewesen. Kandahar ist eine Hochburg der islamistischen Kräfte.

BANGKOK: In Thailand haben Demonstranten den provisorischen Sitz der Regierung umzingelt. Etwa 10.000 Oppositionsanhänger versammelten sich nach Angaben der Polizei an einem stillgelegten Flughafen der Hauptstadt Bangkok, wo die Regierung vorübergehend ihre Büros eingerichtet hat. Die oppositionelle Volksallianz für die Demokratie (PAD) hatte ihre Anhänger am Montag zum - wie es hieß - "letzten Kampf" gegen Ministerpräsident Somchai Wongsawat aufgerufen. Demonstranten besetzten zeitweise auch das Parlamentsgebäude. Der eigentliche Regierungssitz wird von den Regierungsgegnern schon seit Ende August besetzt gehalten. Sie fordern den Rücktritt von Somchai, weil er nur ein Handlanger des 2006 vom Militär gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra sei.

KABUL: Aus dem Norden Afghanistans wird ein weiterer Anschlag auf deutsche Soldaten gemeldet. Nach Angaben der Bundeswehr gab es jedoch keine Verletzten, als am Montag eine Patrouille 35 Kilometer nordwestlich von Kundus in eine Sprengfalle geriet. Es ist der dritte Anschlag in der Region auf Bundeswehrsoldaten binnen neun Tagen. - NATO-Oberkommandeur Bantz J. Craddock forderte angesichts der deutlichen Zunahme der Angriffe radikal-islamischer Taliban-Milizen eine Aufstockung der internationalen Afghanistan-Schutztruppe. Neben den 5.000 Mann, die die USA Anfang nächsten Jahres zusätzlich bereit stellten, würden noch 15.000 weitere Soldaten benötigt, erläuterte der US-General. Deutschland beteiligt sich mit 3.500 Soldaten an der Schutztruppe und kann nach dem kürzlich aktualisierten Bundestagsmandat bis zu 4.500 Mann entsenden.

PRAG: Das tschechische Verfassungsgericht entscheidet an diesem Dienstag über die Vereinbarkeit des EU-Reformvertrages mit der Verfassung des Landes. Dabei geht es unter anderem um die Übertragung nationaler Kompetenzen an die Europäische Union und die im Vertrag von Lissabon vorgesehenen Regeln für Mehrheitsentscheidungen. Senatoren der konservativen Regierungspartei ODS hatten das Gericht im Frühjahr angerufen und den Ratifizierungsprozess damit gestoppt. Tschechien übernimmt zum 1. Januar die EU-Ratspräsidentschaft von Frankreich. 25 der 27 EU-Mitgliedsstaaten haben den EU-Reformvertrag mittlerweile gebilligt. Nur in Irland wurde er in einem Referendum abgelehnt.

HOUSTON: Zwei Astronauten der US-Raumfähre 'Endeavour' haben erfolgreich die Reparatur eines blockierten Sonnensegels an der Internationalen Raumstation ISS abgeschlossen. Der vierte und letzte Außenbordeinsatz während der zweiwöchigen 'Endeavour'- Mission endete nach gut sechs Stunden. Die Solarzellen der ISS können nun wieder optimal auf die Sonne ausgerichtet werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten und in der Mitte meist wolkig und vereinzelt Schneeschauer. Im Nordwesten auch Auflockerungen, an der Nordsee teils sonnig. Höchstwerte zwischen minus zwei und plus sieben Grad.


Am Morgen meldeten:


Hamburg: 1°, wolkenlos;

Berlin: minus 1°, etwas Schnee;

Dresden: minus 2°, Schneefall;

Köln/Bonn: 0°, nach Schneefall;

Frankfurt am Main: minus 1°, bedeckt sowie

München: 0°, stark bewölkt.

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