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Nachrichten

Dienstag, 24. März 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Exportweltmeister Deutschland muss sich in diesem Jahr auf einen noch größeren Einbruch bei seinen Ausfuhren einstellen. Der Außenhandelsverband BGA rechnet mit einem Minus von bis zu 15 Prozent. Dieser stärkste Rückgang der Nachkriegszeit werde sich auch auf die gesamte Wirtschaftsleistung durchschlagen, erklärte der Verband in Berlin. Der Schlüssel zur Lösung der Krise liege in der Wiederbelebung der Finanzmärkte. Bislang war der BGA von einem Rückgang der Exporte um acht Prozent ausgegangen.

FRANKFURT AM MAIN: Die Deutsche Bank ist optimistisch, in diesem Jahr wieder Geld zu verdienen. Wenn ein neuer Schock für die Weltwirtschaft ausbleibe, sei eine Rückkehr in die Gewinnzone möglich, erklärte Vorstandschef Josef Ackermann in seinem Geschäftsbericht. Im vergangenen Jahr hatte das größte deutsche Geldhaus erstmals in der Nachkriegsgeschichte rote Zahlen geschrieben. Vor Steuern stand ein Verlust von 5,7 Milliarden Euro. - Unterdessen hat der neue Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Andreas Schmitz, für eine Auflösung maroder Geldinstitute plädiert. Wer kein nachhaltiges Geschäftsmodell habe, mit dem man Vertrauen gewinnen könne, gehöre zusammengestutzt oder abgewickelt, sagte Schmitz im ZDF.

PEKING: China hat eine neue globale Leitwährung unter Aufsicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) gefordert, was eine Abkehr vom US-Dollar bedeuten würde. Der Chef der chinesischen Zentralbank, Zhou Xiaochuan, schrieb in einem jetzt veröffentlichten Aufsatz, die aktuelle Krise rufe noch einmal nach einer kreativen Reform des Währungssystems und einem neuen Krisenmanagement. In offensichtlicher Anspielung auf den Dollar mahnte Zhou, es habe sich gezeigt, wie gefährlich es sei, sich bei internationalen Finanzgeschäften auf die Währung eines einzigen Landes zu verlassen. Ähnliche Ideen für eine "überhoheitliche Leitwährung" waren im Vorfeld des G20-Gipfels auch aus Russland gekommen.

BERLIN: US-Präsident Barack Obama hat vor dem Weltfinanzgipfel zu einem globalen Schulterschluss gegen die Wirtschaftskrise aufgerufen. Die internationale Gemeinschaft müsse mutige, umfassende und koordinierte Maßnahmen für eine neue ökonomische Ära ergreifen, schrieb Obama in einem Beitrag für die Tageszeitung "Die Welt" Dazu gehöre auch eine strenge Reglementierung der Finanzmärkte. Der amerikanische Präsident räumte den Anteil seines Landes an dem herrschenden "Chaos" ein, gleichwohl könnten die USA eine globale Erholung beispielhaft fördern und weltweit Vertrauen schaffen.

NEW YORK: Nach der heftigen Kritik an den millionenschweren Bonuszahlungen wollen nun mehrere Manager des angeschlagenen US-Versicherungskonzerns AIG ihre Prämien zurückzahlen. Der New Yorker Staatsanwalt Andrew Cuomo berichtete, er hoffe auf Rückzahlungen von bis zu 80 Millionen Dollar. Das wäre etwa die Hälfte der ausgeschütteten Boni. Finanzminister Timothy Geithner muss in der Affäre an diesem Dienstag im Repräsentantenhaus Rede und Antwort stehen. Kritiker werfen ihm vor, er habe die Zahlungen verhindern müssen. Der Staat halte immerhin inzwischen 80 Prozent der AIG-Anteile.

TEL AVIV: In Israel haben sich der rechtsgerichtete designierte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der Vorsitzende der sozialdemokratischen Arbeitspartei, Ehud Barak, auf ein Regierungsbündnis geeinigt. Über die vorläufige Vereinbarung werde noch an diesem Dienstag auf einem Sondertreffen der tief zerstrittenen Arbeitspartei entschieden, bestätigten Parteisprecher. Netanjahu habe sich dazu bekannt, die Friedensverhandlungen mit den Palästinensern fortzuführen und gegen illegale jüdische Siedlungen vorzugehen. - Als weitere Koalitionspartner hatte der Likud-Block bereits eine rechtsgerichtete und eine ultraorthodoxe Partei gewonnen.

MOSKAU: Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hat angesichts der Energiegespräche zwischen der EU und der Ukraine mit Konsequenzen für das Verhältnis seines Landes zur Europäischen Union gedroht. Falls Russlands Interessen ignoriert würden, müssten die Grundlagen der Beziehungen überprüft werden, erklärte Putin. Der Regierungschef kritisierte zugleich, dass sein Land als größter Gas-Produzent nicht an den Verhandlungen beteiligt worden sei. Die EU hatte der ukrainischen Führung in Brüssel zugesichert, sie bei der Modernisierung ihrer Gas-Pipelines finanziell zu unterstützen. Die Ukraine verpflichtete sich im Gegenzug, für mehr Liefersicherheit zu sorgen.

PARIS: Die französische Regierung hat angekündigt, die Opfer früherer Atomwaffentests zu entschädigen. Verteidigungsminister Herve Morin sagte der Zeitung "Figaro", man wolle zunächst einen Betrag von zehn Millionen Euro für diesen Zweck bereithalten. Militärangehörige und Zivilisten könnten Zahlungen aus diesem Fonds erhalten. Seit 1960 hat das französische Militär mehr als 200 Mal Atomwaffen getestet. Jahrelang haben Betroffene über Folgen wie Leukämie oder andere Krebserkrankungen geklagt.

BELFAST: Zwei Wochen nach dem Mordanschlag auf einen Polizisten in Nordirland haben die Behörden Anklage gegen einen 17-Jährigen erhoben. Dem jungen Mann wird vorgeworfen, den 48 Jahre alten Beamten in der Nacht zum 9. März getötet zu haben. Im Zusammenhang mit dem Anschlag, zu dem sich eine Splittergruppe der Untergrundorganisation IRA bekannt hatte, werden noch fünf weitere Verdächtige festgehalten.

BONN: Noch immer stirbt weltweit alle 20 Sekunden ein Mensch an Tuberkulose. Vor diesem Hintergrund rufen die Vereinten Nationen anlässlich des Welt-Tuberkulose-Tages an diesem Dienstag zum verstärkten Kampf gegen die Infektionskrankheit auf. -- Die Epidemie befinde sich zwar auf dem Rückzug, aber sie verschwinde "nicht schnell genug", beklagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in seiner Erklärung.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt und häufig Schauer, in höheren Lagen durchweg Schnee. Zwischendurch auch sonnige Abschnitte bei Höchsttemperaturen zwischen zwei und neun Grad Celsius.

Am Morgen hatten gemeldet:
Hamburg: 3 Grad, wolkig;
Berlin: 3 Grad, nach Schauer;
Dresden: 1 Grad, Schneeschauer;
Köln/Bonn: 4 Grad, nach Schauer;
Frankfurt am Main: 4 Grad, Schauer;
München: 1 Grad, Schneefall.

Audio und Video zum Thema