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Nachrichten

Dienstag, 24. Juli 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag

SOFIA/PARIS: Nach acht Jahren in libyscher Haft sind die in einem Aids-Prozess verurteilten bulgarischen Krankenschwestern und ein Arzt frei. Cecilia Sarkozy, die Frau des französischen Präsidenten, und EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner, die in Tripolis noch einmal vermittelt hatten, brachten sie zurück nach Bulgarien. Ferrero-Waldner sprach nach der Ankunft in Sofia von einem glücklichen Tag für die Familien und einem Erfolg für Europa. Die EU-Kommission lobte die "humanitäre Geste" Libyens und stellte eine Normalisierung der Beziehungen in Aussicht. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, mit der Freilassung sei der Grundstein für ein neues Verhältnis zur EU gelegt worden. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wird an diesem Mittwoch in Tripolis erwartet. Ziel sei es, Libyen bei der Wiedereingliederung in die Gemeinschaft der Nationen zu helfen, so Sarkozy vor der Presse in Paris. --- Die ursprünglich gegen die sechs Bulgaren verhängten Todesstrafen waren vor einer Woche in lebenslange Haft umgewandelt worden. In Sofia wurden sie jetzt per Präsidenten-Dekret begnadigt.

BERLIN/KABUL: Der Leichnam des in afghanischer Geiselhaft zu Tode gekommenen Deutschen wird nach Angaben des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in die Bundesrepublik überführt. Bei einer Obduktion solle dann am Donnerstag geklärt werden, ob der Ingenieur seinen Schussverletzungen oder den Strapazen der Geiselhaft erlag, teilte eine Sprecherin in Berlin mit. Zugleich arbeitet die Bundesregierung weiter an der Freilassung der zweiten Geisel. Ihr geht es nach Angaben der radikal-islamischen Taliban gesundheitlich schlecht. Der Mann habe Diabetes und sei ohne medizinische Versorgung, hieß es.

KABUL: Auch der Nervenkrieg um die in Afghanistan entführten 23 Südkoreaner geht weiter. Eine Delegation von Stammesführern und Geistlichen versuchte nach Angaben der Provinzverwaltung von Ghazni mit den Geiselnehmern der Taliban zu vermitteln. Der selbst ernannte Taliban-Sprecher Kari Jussef Ahmadi hatte eine erneute Verlängerung des Ultimatums um 24 Stunden auf Dienstag abend Ortszeit bekanntgegeben. Die ursprünglich gesetzte Frist wurde damit bereits drei Mal verlängert. Ahmadi sagte, die Taliban forderten weiter einen Austausch der koreanischen Christen gegen 23 inhaftierte Gesinnungsgenossen.

BERLIN: Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf von Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee zur Teilprivatisierung der Deutschen Bahn beschlossen. Er sieht vor, dass sich der Bund bis 2009 von knapp der Hälfte seiner Bahn-Anteile trennt. Im kommenden Jahr sollen in einem ersten Schritt 25 Prozent der Anteile an private Investoren verkauft werden. Das Schienennetz soll für zunächst 15 Jahre im Eigentum des Bundes bleiben, darf aber von der Bahn wirtschaftlich genutzt werden. Dem Entwurf müssen nun noch der Bundestag und der Bundesrat zustimmen.

HILLA: Aus der überwiedend von Schiiten bewohnten Stadt Hilla im Süden des Irak wird ein neuer, schwerer Anschlag gemeldet. Der Attentäter habe sich mit seinem Fahrzeug gegenüber einem Kinderkrankenhaus in die Luft gesprengt, berichtete die lokale Polizei. Mindestens 26 Menschen seien mit in den Tod gerissen, mehr als 60 verletzt worden.

BAGDAD: In der irakischen Hauptstadt haben Vertreter der USA und des Iran ein weiteres Mal über die schlechte Sicherheitslage im Land verhandelt. Geleitet wurden die Gespräche von den beiden Botschaftern im Irak. Im Mai hatten die verfeindeten Staaten erstmals seit fast 30 Jahren wieder offiziell auf hochrangiger Ebene miteinander gesprochen. Die USA werfen dem schiitisch geprägten Iran vor, die Gewalt im Irak gezielt zu schüren. --- Die Regierung in Teheran weist dies zurück und beschuldigt stattdessen die USA, durch die Invasion für die Gewalt zwischen Schiiten und Sunniten verantwortlich zu sein. Der Atomkonflikt soll bei den Gesprächen in Bagdad offiziell keine Rolle spielen.

JERUSALEM: Der neue Gesandte des so genannten Nahost-Quartetts, Tony Blair, hat sich vorsichtig optimistisch über mögliche Fortschritte in der Region geäußert. Er wolle zunächst einmal zuhören und sich einen Eindruck verschaffen, sagte er nach einem Treffen mit dem neuen israelischen Präsidenten Schimon Peres in Jerusalem. Anschließend wurde Blair in Ramallah im Westjordanland von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas empfangen.

COLOMBO: Im Norden Sri Lankas haben tamilische Rebellen einen Bus der Armee angegriffen und dabei mindestens zehn Soldaten getötet. Das Militär berichtete von einer schweren Explosion bei einem Truppentransport im Distrikt Vavuniya. Kurz zuvor waren in derselben Region vier Dorfwächter mit Handgranaten getötet worden.

NEW YORK: Taiwan ist erneut mit einem Anlauf gescheitert, Mitglied der Vereinten Nationen zu werden. Ein entsprechender Brief von Staatspräsident Chen Shui-bian habe wegen der gültigen China-Politik der UN nicht angenommen werden können, ließ Generalsekretär Ban Ki Moon in New York verlauten. Taiwan war 1971 zu Gunsten der Volksrepublik China von der Vertretung in der Weltorganisation ausgeschlossen worden. Die Führung in Taipeh beantragt nahezu jährlich die Wiederaufnahme, diesmal sogar unter dem umgangssprachlichen Namen 'Taiwan'.

NEW YORK: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat sich besorgt über die anhaltende Gewalt im Osten der Demokratischen Republik Kongo geäußert. Ausländische Gruppen dort sollten die Kämpfe beenden, die Rebellen ihre Waffen niederlegen, forderten die UN. Seit Januar wurden in der Region mindestens 160.000 Menschen vertrieben. Mehr als 10.000 Hutu-Kämpfer aus Ruanda sind in dem Gebiet aktiv. Zugleich unterhalten Anhänger des abtrünnigen Generals Laurent Nkunda enge Beziehungen zur Tutsi-Regierung Ruandas. Besorgt zeigte sich UN auch über die Anwerbung von Kindersoldaten. -- Der Chef des UN-Einsatzes im Kongo, Jean-Marie Guehenno, erklärte, es sei wichtig, den internationalen Druck aufrecht zu erhalten. Im Kongo ist mit mehr als 17.000 Mann das größte Kontingent von UN-Soldaten weltweit im Einsatz.

JAUNDE: Bei der Parlaments- und Kommunalwahl in Kamerun hat die Partei des seit 25 Jahren amtierenden Präsidenten Paul Biya den erwarteten Sieg davongetragen. Das vorläufige Ergebnis gibt der Regierungspartei mindestens 152 der 180 Sitze im Parlament. Die sozialdemokratische Opposition verlor Mandate und kündigte an, die Stimmabgabe wegen Betruges vor Gericht anzufechten. Sie befürchtet, dass Biya mit einer Zweidrittelmehrheit im Parlament eine weitere Amtszeit durchsetzen wird.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Am Nachmittag verbreitet Schauer und Gewitter, dazwischen gelegentlich auch freundliche Abschnitte. Höchstwerte 18 bis 24 Grad.

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