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Nachrichten

Dienstag, 24. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

OTTAWA: In Kanada wird es einen Regierungswechsel geben. Die Konservativen unter Stephen Harper gewannen bei der Wahl am Montag nach ersten Ergebnissen 122 der 308 Parlamentssitze, verfehlen damit aber die absolute Mehrheit. Die Liberalen von Ministerpräsident Paul Martin stellen 103 Abgeordnete, 30 weniger als bisher. Martin gestand inzwischen seine Niederlage ein und trat als Parteichef zurück. Eine Korruptionsaffäre aus dem Jahr 1995 hatte das Ansehen der Liberalen schwer beschädigt. Martins Minderheitsregierung war im November 2005 durch ein Misstrauensvotum gestürzt worden.

VERSAILLES: Der französische Staatspräsident Jacques Chirac hat die Deutschen wegen seiner umstrittenen Äußerungen zum Einsatz von Atomwaffen zu beruhigen versucht. Chirac sagte nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Versailles, die Schwelle für den Einsatz der Atomwaffen werde nicht herabgesetzt. Diese seien weiter ein Mittel der Abschreckung und nicht der Kriegsführung. Merkel sagte, sie sehe keinen Anlass zur Kritik. Die Äußerungen Chiracs stünden in der vollen Kontinuität der französischen Nuklearpolitik. In Hinblick auf die Iran-Krise wandte sich die Kanzlerin gegen vorschnelle Entscheidungen und forderte, Schritt für Schritt die verfügbaren diplomatischen Mittel auszuschöpfen. - Chirac hatte jüngst Atomschläge gegen solche Staaten angedroht, die terroristische Angriffe gegen Frankreich unterstützen.

BERLIN: Trotz des Ausscherens der Grünen halten FDP und Linkspartei an der Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zu den umstrittenen Aktivitäten des Bundesnachrichtendienstes im Irak-Krieg fest. Beide Parteien wollen an diesem Dienstag einen so genannten Gruppenantrag im Parlament einbringen, dem sich Abgeordnete aller Parteien anschließem können. Ob damit die notwendige Stimmenzahl von einem Viertel der Abgeordneten zusammenkommt, ist fraglich. Die Grünen hatten am Montag erklärt, sie wollten zunächst weitere Aufklärung durch die Bundesregierung abwarten.

STRASSBURG: Der Europarat hat nach eigenen Angaben weiterhin keine Belege für Geheimgefängnisse des US-Geheimdienstes CIA in Europa. Das teilte der vom Rat eingesetzte Ermittler Dick Marty bei der Vorlage des zweiten Untersuchungsberichts zu dem Thema mit. Die Untersuchungen würden jedoch fortgesetzt, da es zahlreiche Indizien aus verlässlichen Quellen auf solche Gefängnisse gebe. Zudem müssten noch Luftaufnahmen ausgewertet werden. Belegt sei dagegen, so Marty, dass mehr als 100 Menschen in Europa illegal ins Ausland verschleppt worden seien.

BAGDAD: Im Irak sind angeblich zwei deutsche Ingenieure entführt worden. Bewaffnete in Militäruniformen hätten die beiden in einem Industriekomplex in der nordirakischen Stadt Bedschi in ihre Gewalt gebracht und an einen unbekannten Ort verschleppt, teilte die irakische Polizei mit. Von Seiten des Auswärtigen Amtes in Berlin gab es zunächst keine Bestätigung. Die deutsche Botschaft in Bagdad prüft nach eigenen Angaben die Berichte. Bisher gebe es aber keine konkreten Anhaltspunkte für eine Entführung.

TEHERAN: Aus der Stadt Ahwaz im Süden des Iran werden mehrere Bombenexplosionen gemeldet. Nach Berichten des staatlichen Fernsehens gab es mindestens vier Tote und zahlreiche Verletzte. Bereits im vergangenen Jahr waren in der Ölstadt mehrere Bombenanschläge verübt worden. Dabei waren mehr als zwölf Menschen ums Leben gekommen. Die Regierung hatte arabische Extremisten für die Anschläge verantwortlich gemacht.

BELGRAD: Nach dem schweren Zugunglück in Montenegro ist die Opferzahl weiter gestiegen. Nach Krankenhausangaben kamen mindestens 44 Menschen ums Leben, mehr als 180 Menschen wurden verletzt. Am Montag war ein Regionalzug in der Nähe der Hauptstadt Podgorica aus den Schienen gesprungen. Einige Waggongs stürzten in eine Schlucht des Moraca-Flusses. Unglücksursache sollen defekte Bremsen gewesen sein. Der Verkehrsminister sowie der Bahndirektor des Landes traten zurück. Die Bergungsarbeiten werden behindert durch starken Wind und Schneetreiben. Die Regierung hatte eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.

MAILAND: Die Kunden der Fluggesellschaft "Alitalia" müssen an diesem Dienstag mit dem Ausfall von Flügen rechnen. Rund 250 Verbindungen werden voraussichtlich gestrichen, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Grund seien Streiks des Bodenpersonals, denen sich auch Piloten angeschlossen hätten. Die Proteste richten sich gegen die geplante Abtrennung der Bodendienste vom Unternehmen und dauern bereits fünf Tage.

BERLIN: Vielerorts in Deutschland hat es auch in der Nacht zum Dienstag eisige Kälte mit zweistelligen Minusgraden gegeben. Am Funtensee in Bayern fiel das Thermometer auf minus 36 Grad Celsius. In Brandenburg starb ein Mann an Unterkühlung.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Sonnig, aber überall frostig. Höchstwerte im Osten zwischen minus zwölf und minus neun, im Westen minus sechs bis null Grad.