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Nachrichten

Dienstag, 23. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

CONAKRY: Nur Stunden nach dem Tod des Präsidenten von Guinea, Lansana Conté, hat das Militär einen Putsch verübt. Die Regierung sowie andere Institutionen des Staates seien aufgelöst und die Verfassung außer Kraft gesetzt, verkündete ein Armeekommandeur im Rundfunk. Conté, der sich selbst an die Staatsspitze geputscht hatte, regierte Guinea 24 Jahre lang diktatorisch. Er erlag 74-jährig einer schweren Krankheit. - Laut der Verfassung des westafrikanischen Landes hätte der Parlamentspräsident vorübergehend die Amtsgeschäfte übernehmen und binnen 60 Tagen Präsidentschaftswahlen organisieren müssen.

DSCHIBUTI: Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat die Fregatte 'Karlsruhe' in ihren Einsatz gegen die Piraten am Horn von Afrika verabschiedet. Das Schiff lief mit rund 240 Soldaten an Bord im Hafen von Dschibuti aus. Sie ist Teil der EU-Mission Atalanta, mit der die Seesicherheit vor der Küste Somalias wiederhergestellt werden soll. Jung erinnerte daran, dass in diesem Jahr bereits mehr als über 200 Schiffe von Piraten gekapert worden seien. Zwölf Schiffe und 300 Besatzungsmitglieder befänden sich noch in der Gewalt von Piraten. Die Bundeswehr kann bis zu 1.400 Soldaten in den Einsatz gegen die Piraterie im Golf von Aden schicken.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat das Ende der UN-Mission im Irak offiziell anerkannt. Das höchste Gremium der Vereinten Nationen verzichtete darauf, das am 31. Dezember auslaufende Mandat für die US-geführte multinationale Truppe erneut zu verlängern. Die Sicherheitslage im Irak habe sich deutlich verbessert, hieß es in einer einstimmig verabschiedeten Resolution. Die rund 140.000 US-Soldaten bleiben aufgrund eines bilateralen Abkommens zwischen Bagdad und Washington weiter im Land. - Noch ungeklärt ist der rechtliche Status von etwa 6.000 Soldaten anderer Nationen. Der irakische Außenminister Hoshyar Zebari sagte vor dem Sicherheitsrat, seine Regierung plane weitere Vereinbarungen mit den betroffenen Staaten.

MOSKAU: In der russischen Hauptstadt kommen an diesem Dienstag die Energieminister von 16 Gas-exportierenden Ländern zusammen. Thema ist der Aufbau eines Gas-Kartells nach dem Vorbild der Organisation Erdöl-exportierender Staaten (OPEC). Derzeit sind die Länder lediglich in dem wenig einflussreichen 'Forum Erdgas' organisiert. In Moskau soll zunächst eine Satzung beschlossen werden. An dem Treffen wird auch der russische Ministerpräsident Wladimir Putin teilnehmen. Die EU und die USA hatten bereits im Vorfeld Bedenken geäußert, das neue Kartell könne wie die OPEC durch Absprachen Preise in die Höhe treiben. - Auf der Moskauer Konferenz sind unter anderem der Iran, Libyen, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Venezuela vertreten.

PEKING: In China wird die Armutsgrenze deutlich angehoben. Alle Menschen, die jährlich weniger als 1.100 Yuan - umgerechnet 115 Euro - zum Leben hätten, würden von kommendem Jahr an als arm eingestuft, berichtete die staatliche Zeitung "China Daily". Bisher liegt die Grenze noch bei 785 Yuan. Nach der neuen Definition gelten künftig 43,2 Millionen Menschen in der Volksrepublik als arm - fast drei Mal so viele wie bisher. Damit haben sie Anspruch auf Unterstützung durch die staatlichen Hilfsprogramme. Insgesamt hat China 1,3 Milliarden Einwohner.

BRÜSSEL: Der frühere belgische Premierminister Wilfried Martens soll nach dem Rücktritt seines christdemokratischen Parteifreundes Yves Leterme einen Ausweg aus der Regierungskrise finden. König Albert II. beauftragte Martens offiziell damit, die Möglichkeiten für eine neue Regierungskoalition auszuloten. Zuvor hatte der König den Rücktritt von Leterme angenommen und diesen gebeten, einstweilen die laufenden Regierungsgeschäfte weiter zu führen. Leterme wird beschuldigt, er habe beim Verkauf der Großbank Fortis Druck auf die Justiz ausüben wollen. Martens war von 1979 bis 1981 und von 1981 bis 1992 Premierminister. Er ist Mitbegründer und Vorsitzender der Europäischen Volkspartei, des Dachverbandes von 74 christdemokratischen Parteien.

BERLIN: Die Bundesregierung rückt vorerst von ihrer Finanzhilfe für das umstrittene Tigris-Staudammprojekt Ilisu in der Türkei ab. Nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit bekommt die türkische Regierung noch eine letzte Frist von 180 Tagen, um vereinbarte Umweltschutz-Auflagen für das Projekt im Südosten des Landes zu erfüllen. Wegen Verstößen gegen die Auflagen und Mängeln bei den Umsiedlungsplänen von 10.000 Menschen hatte die Bundesregierung schon vor zwei Monaten mit einem Ausstieg aus der Finanzierung gedroht. Deutschland hatte für den Bau rund 190 Millionen Euro über eine Hermes-Bürgschaft abgesichert. Mit dem Ilisu-Staudamm soll das Wasser des Tigris auf einer 300 Quadratkilometer großen Fläche gestaut werden.

DÜSSELDORF: Die angeschlagene Mittelstandsbank IKB nutzt den staatlichen Rettungsfonds für die Finanzbranche. Nach Angaben des Instituts bewilligte der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung der IKB Garantien von bis zu fünf Milliarden Euro für weitere Schuldverschreibungen. Die EU-Kommission habe die Garantien bereits genehmigt.

HAMBURG: Altbundeskanzler Helmut Schmidt feiert seinen 90. Geburtstag. Der SPD-Politiker war von 1974 bis 1982 Chef einer sozial-liberalen Koalition. Seine Regierungszeit war von Wirtschaftskrise und dem Terror der Roten Armee-Fraktion geprägt. Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte seine Lebensleistung ebenso wie zahlreiche Politiker aus dem In- und Ausland.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Teils aufgelockert, teils stark bewölkt und gebietsweise Regen, in Hochlagen auch Schnee. Im Süden und Westen meist trocken. Höchstwerte zwischen zwei und neun Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 4 Grad, fast wolkenlos;

Berlin: 5 Grad, stark bewölkt;

Dresden: 5 Grad, bedeckt;

Köln/Bonn: 5 Grad, dunstig;

Frankfurt am Main: 2 Grad, wolkig und

München: 4 Grad, bedeckt.

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