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Nachrichten

Dienstag, 22. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BELGRAD: Nach mehr als einem Jahrzehnt auf der Flucht ist der wegen Kriegsverbrechen angeklagte bosnische Serbenführer Radovan Karadzic gefasst worden. Wie das Präsidialamt in Belgrad mitteilte, wurde Karadzic am Montagabend von serbischen Sicherheitskräften aufgespürt und festgenommen. Bereits am Dienstagmorgen sei der 63-Jährige erstmals vernommen worden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Das UN-Kriegsverbrechertribunal wirft Karadzic Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien- Kriegs in den 90er Jahren vor. Er wurde insbesondere wegen des Massakers von Srebrenica gesucht, bei dem 1995 rund 8.000 Muslime ermordet worden waren.

BERLIN: Die Verhaftung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Radovan Karadzic ist international mit Erleichterung aufgenommen worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einer 'guten Nachricht für den gesamten Balkan'. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, er hoffe nun auf eine rasche Überstellung Karadzics an das UN-Tribunal in Den Haag. Die französische EU-Ratspräsidentschaft erklärte, die Gefangennahme des früheren Anführers der bosnischen Serben sei eine wichtige Etappe auf dem Weg zur weiteren Annäherung Serbiens an die Europäische Union.

MÜNCHEN: An der Freilassung der drei im Osten der Türkei entführten deutschen Bergsteiger soll der Bundesnachrichtendienst BND maßgeblich beteiligt gewesen sein. Die 'Süddeutsche Zeitung' schreibt, der BND habe eigene Kontakte zu den Kidnappern der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK aufgebaut, da sich türkische Regierung und PKK lange nicht auf einen Vermittler hätten einigen können. Von Lösegeld sei während der gesamten Verhandlungen nicht die Rede gewesen. Die Bergsteiger waren am Montagabend aus Ankara kommend nach Bayern zurückgekehrt.

BERLIN: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag DIHK rechnet für die Zukunft mit zweistelligen Zuwachsraten im Geschäft mit dem Irak. In den 60er und 70er Jahren sei Deutschland einer der wichtigsten Handelspartner des Irak gewesen, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Axel Nitsche. Daran lasse sich anknüpfen. Die instabile Sicherheitslage sei allerdings weiter das größte Hindernis für engere Wirtschaftskontakte. - Iraks Regierungschef Nuri al-Maliki wird an diesem Dienstag zu einem zweitägigen Besuch in Berlin erwartet. Mit Kanzlerin Angela Merkel will er vor allem über einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen sprechen.

BERLIN: Innenminister Wolfgang Schäuble will sich auf EU-Ebene nochmals für einen Beschluss zur Aufnahme irakischer Flüchtlinge einsetzen. Der CDU-Politiker zeigte sich in Berlin zuversichtlich, dass die Entscheidung für diese humanitäre Aktion noch in dieser Woche in Brüssel bei einem Treffen mit seinen EU-Kollegen fallen wird. Die EU-Staaten sollen danach aufgefordert werden zu prüfen, inwieweit sie Iraker hauptsächlich aus Flüchtlingslagern in Syrien und Jordanien aufnehmen können. In den Lagern leben nach UN-Angaben zwei Millionen Menschen unter schwierigsten Bedingungen. Mehrere Landesminister der Union lehnen Schäubles Vorstoß ab. Unterstützung bekommt er aus der SPD.

FRANKFURT AM MAIN: Bei den Lufthansa-Töchtern CityLine und Eurowings wird bis einschließlich Mittwoch gestreikt. Die Pilotenvereinigung Cockpit rief ihre Mitarbeiter kurzfristig zu diesem Warnstreik auf. Betroffen sind sämtliche Standorte in Deutschland, darunter die Drehkreuze Frankfurt und München. Bereits Anfang Juli hatten die Cockpitbesatzungen der beiden Gesellschaften die Arbeit für 24 Stunden niedergelegt. Mehr als 600 Verbindungen wurden gestrichen. Hintergrund sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen, die unabhängig von den Gesprächen für das Boden- und Kabinenpersonal bei der Lufthansa geführt werden.

MÜNCHEN: Der Siemens-Konzern will zehn frühere Vorstandsmitglieder nach Informationen der 'Süddeutschen Zeitung' auf Schadenersatzzahlungen in Millionenhöhe verklagen. Unter diesen früheren Top-Managern sind auch die einstigen Konzernchefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld. Das Blatt schreibt weiter, der Aufsichtsrat wolle beschließen, von allen ehemaligen Zentralvorständen der Jahre 2003 bis 2006 vor Gericht Schadenersatz zu verlangen. Ihnen werden erhebliche Versäumnisse in ihrer Amtszeit angelastet, die einen der größten Korruptionsfälle in der deutschen Wirtschaft erst möglich gemacht haben sollen. Gegen von Pierer und Kleinfeld ermittelt bereits die Staatsanwaltschaft.

BILBAO: Der spanischen Polizei ist ein schwerer Schlag gegen die baskische Untergrundorganisation ETA gelungen. Bei Razzien im Baskenland wurden in der Nacht zum Dienstag nach Behörden-Angaben mindestens acht mutmaßliche Terroristen festgenommen. Damit sei das bisher aktivste Terrorkommando der ETA zerschlagen worden, heißt es. Unter den Festgenommenen befindet sich auch Arkaitz Goikoetxea, einer der meistgesuchten Führer der militanten Organisation.

ADDIS ABEBA: Der Sicherheitsrat der Afrikanischen Union hat die Annäherung der Konfliktparteien in Simbabwe begrüßt. Das von Präsident Robert Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai unterzeichnete Rahmenabkommen sei ein bedeutender Schritt hin zur nationalen Versöhnung, erklärte das Gremium in Addis Abeba. Das Abkommen sieht die Aufnahme formeller Verhandlungen zur Überwindung der politischen Krise vor. Beide Seiten wollen sich zudem um Gewaltverzicht, eine neue Verfassung und den Wiederaufbau der unter Mugabes Herrschaft ruinierten Wirtschaft bemühen. Die Gespräche sollen noch an diesem Dienstag beginnen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Am Rhein und an den Küsten teils heiter, teils wolkig. Sonst wechselnd wolkig und zeitweise Regen. Höchstwerte zwischen 14 und 22 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 13 Grad, leicht bewölkt;

Berlin: 13 Grad, stark bewölkt;

Dresden: 12 Grad, nach Regen;

Köln/Bonn: 13 Grad, leichter Regen;

Frankfurt am Main: 14 Grad, leicht bewölkt und

München: 11 Grad, stark bewölkt.

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